Formel 1

Formel 1: Hamilton auf Pole, verletzter Vettel beißt sich durch

Lewis Hamilton startet beim Formel-1-Rennen in Silverstone am Sonntag von der Pole Position. Der Brite setzte sich hauchdünn gegen Sebastian Vettel durch.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton hat sich die Pole Position für den Grand Prix von Großbritannien der Formel 1 in Silverstone gesichert. Der Mercedes-Pilot ließ seinen von Nackenschmerzen geplagten WM-Rivalen Sebastian Vettel im Ferrari knapp hinter sich. Der Lokalmatador sicherte sich damit seine vierte Qualifying-Bestzeit in dieser Saison und seine 76. insgesamt.

Kimi Räikkönen fuhr im Q3 als erster auf die Strecke und setzte sich damit zunächst an die Spitze. Wenige Sekunden später wurde er von Hamilton verdrängt, der drei Zehntel schneller fuhr. Bottas war eine knappe Zehntel schneller als Räikkönen platzierte sich zunächst hinter dem Teamkollegen. Letztendlich war es aber Vettel, der mit 1:25.936 Minuten noch einmal fünf Hundertstel schneller als Hamilton war und sich so die provisorische Pole sicherte.

Den letzten und entscheidenden Run eröffnete Hamilton vor Bottas. Hamilton war im ersten Sektor zunächst auf vier Tausendstelsekunden an Vettels Bestzeit dran und ließ im zweiten Sektor eine absolute Bestzeit folgen. Am Ende war er symbolträchtige 44 Tausendstel schneller als Vettel und entriss seinem WM-Rivalen die Pole. Vettel verpasste auf seiner letzten Runde eine Verbesserung und bleib damit Zweiter.

Räikkönen kam auf seinem letzten Versuch noch einmal auf knapp unter eine Zehntel an Hamiltons Bestzeit heran, musste sich aber mit Platz drei hinter dem Mercedes-Fahrer und seinem Teamkollegen zufriedengeben. Dahinter folgten Bottas und die beiden Red Bull von Verstappen und Ricciardo, die mit großem Abstand auf die Spitze chancenlos waren. Die Top-10 komplettierten Magnussen, Grosjean, Leclerc und Ocon.

Silverstone 2018: Das sagen Hamilton, Vettel & Ricciardo zum Qualifying

Lewis Hamilton: "Ich habe alles gegeben, was ich hatte. Es war so eng mit den Ferraris, sie haben im Q3 auf einmal etwas gefunden und ich habe nur gebetet, dass ich es für euch hier schaffe. Ich bin so dankbar für die Unterstützung, denn ohne euch Leute hätte es nicht geschafft."

Sebastian Vettel: "Ich hatte ein kleines Problem (mit dem Nacken, Anm. d. Red) im Training, aber es war im Qualifying in Ordnung. Ich war sehr glücklich mit meiner letzten Runde, aber es scheint wir haben viel Zeit auf den Geraden verloren. Ich bin zufrieden mit dem zweiten Platz, damit haben wir morgen gut Chancen."

Kimi Räikkönen: "Ich denke, ich hatte heute eigentlich alle Mittel um schneller zu sein."

Qualifying - Session 3
Zwischenfälle: -
Top-5: Hamilton, Vettel, Räikkönen, Bottas, Verstappen

Q2 in Silverstone: Hülkenberg scheitert am Q3

Das war Q2: Hamilton und Bottas eröffneten das zweite Segment. Beide Mercedes-Piloten waren mit Soft-Reifen unterwegs. Wenig später zogen auch Ferrari und Red Bull nach. Auch hier entschied man sich beim ersten Run für Pirellis Soft-Mischung, die bei erfolgreichem Einzug ins Q1 wie üblich auch den Startreifen darstellen.

Hamilton musste seinen ersten Schuss nach einem Quersteher in Kurve vier allerdings abbrechen. Die erste schnelle Runde kam von Bottas, der mit 1:26.413 zunächst die schnellste Zeit des Wochenendes hinlegte. Vettel war mit seiner ersten Runde aber gleich nochmal vier Hundertstel schneller.

Mit einer Zehntel Rückstand sortierte sich Räikkönen auf Platz drei ein, gefolgt von Verstappen und Ricciardo. Hamilton war beim zweiten Versuch erfolgreich und unterbot Vettels Zeit um eine ganze Zehntelsekunde. Mercedes und Ferrari hatten ihre Tickets für das Q3 damit sicher gelöst, denn die Red Bull lagen mit sieben Zehnteln beziehungsweise einer Sekunde Rückstand meilenweit zurück.

Für die Top-Teams stand somit nur noch die Generalprobe für das Q3 an. Diese absolvierte allerdings nur Mercedes. Drei Minuten vor dem Ende eröffneten Hamilton und Bottas die Schlussphase. Im Kampf um die letzten Plätze für das Q3 ging es im Mittelfeld wie immer in dieser Saison richtige eng zu. Zwischen Platz sieben und Platz zwölf lagen gerade einmal vier Zehntel.

Die einzige Verbesserung auf den letzten Runs kam von Pierre Gasly im Toro Rosso. Für den Sprung in die Top-10 reichte das aber nicht. Grosjean, Magnussen, Leclerc und Ocon zogen ins Q3 ein. Über den Feierabend und die freie Reifenwahl für den Rennstart durften sich Hülkenberg, Perez, Alonso, Gasly und Ericsson freuen.

Qualifying - Session 2
Zwischenfälle: -
ausgeschieden: Hülkenberg, Perez, Alonso, Gasly, Ericsson
Top-5: Hamilton, Vettel, Bottas, Räikkönen, Verstappen

Q1 in Silverstone: Williams-Piloten fliegen beim Heimspiel ab

Das war Q1: Kurz nach den Mittelfeld-Teams waren Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel die ersten Piloten der Top-Teams, die sich im Q1 auf die Strecke wagten. Der Iceman fuhr auf Medium, sein Teamkollege auf Soft. Bei Vettel wurde außerdem mit Spannung erwartet, wie sich der lädierte Nacken im Ernstfall schlägt. Die Antwort ließ dann aber auf sich warten, nachdem Lance Stroll seinen Williams in Brooklands im Kiesbett versenkte. Die Session musste zur Bergung des Fahrzeugs für rund fünf Minuten unterbrochen werden.

Nach Wiederaufnahme des Q1 gingen bis auf die Silberpfeile und Ricciardo sofort alle Piloten auf Zeitenjagd. Räikkönen setzte sich zunächst an die Spitze. Kurz darauf war auch der Williams von Sergey Sirotkin im Kiesbett zu sehen. Der Russe hatte genau wie Stroll beim Einlenken das Heck verloren und war abgeflogen. Im Gegensatz zum Teamkollegen hatte er sich für seinen Abflug allerdings die ultraschnelle Stowe ausgesucht und konnte sich aus eigener Kraft wieder befreien.

Vettel musste seine erste Runde aufgrund der gelben Flaggen abbrechen. Beim zweiten Versuch unterbot Vettel die Zeit von Räikkönen um fast eine Sekunde und setzte sich an die Spitze. Hamilton und Bottas waren mittlerweile auch auf Medium unterwegs und platzierten sich mit ihren Runden auf den Positionen zwei und drei hinter Vettel. Der Abstand von Hamilton betrug rund zweieinhalb Zehntel.

Dahinter folgten Verstappen, Räikkönen und der sensationell schnelle Leclerc, der im Sauber eine knappe Zehntel schneller war als Ricciardo. Für alle Piloten der Top-Teams bis auf den Australier war der Einzug ins Q2 mit noch drei Minuten auf der Uhr gesichert. Ricciardo war mit seinem nächsten Schuss zwar nur eine halbe Zehntel schneller als Leclerc, hatte aber dennoch die Ruhe sein Q1 ebenfalls zu beenden.

Hinter den Top-6 waren in der heißen Phase dann alle Piloten nochmal auf der Strecke. Die letzten beiden Plätze hatten der nach seinem Trainingscrash nicht am Qualifying teilnehmende Hartley und der früh abgeflogene Stroll gebucht. Ebenfalls K.o. waren am Ende der Session Carlos Sainz, Stoffel Vandoorne und Sergey Sirotkin.

Qualifying - Session 1
Zwischenfälle: Stroll flog in Turn 6 ab und musste aussteigen. Sirotkin drehte sich in Turn 15, konnte aber weiterfahren. Grosjean war in Turn 6 ebenfalls kurzzeitig im Aus.
ausgeschieden: Sainz, Vandoorne, Sirotkin, Stroll, Hartley
Top-5: Vettel, Hamilton, Bottas, Verstappen, Räikkönen

Das Wetter: Silverstone verwöhnte die Formel 1 auch im Qualifying wieder für Großbritannien ganz untypisch mit herrlichem Sommerwetter. Die Außentemperatur betrug 26 Grad Celsius, der Asphalt war mit 51 Grad wie das gesamte Wochenende über kochend heiß.


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