Formel 1

Formel 1, Grosjean: Dank Punkten den ganzen Scheiß überwunden

Romain Grosjean will seinen Albtraum-Auftakt der Formel-1-Saison 2018 ab Silverstone vergessen, stellt aber auch klar: Er ist mehr als nur ein Punktekonto.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Romain Grosjean will nach dem Österreich-GP am letzten Sonntag sein Formel-1-Tief überwunden haben. Endlich Punkte, endlich geht es in der WM für ihn und für sein Team Haas bergauf. Der Mittelfeld-Gegner Renault hat dafür ausgelassen - Nullnummer für die Franzosen, plötzlich ist der Kampf um Platz 4 in der Konstrukteurs-WM wieder eng.

Vor dem Silverstone-Wochenende fehlen Haas nach den Plätzen 4 und 5 in Österreich nur noch 13 Punkte auf Renault. Daher ist die Zielsetzung klar: Platz 4 in der Konstrukteurs-WM soll jetzt her. Mit einem formstabilen Romain Grosjean kein Problem?

Grosjean stellt klar: War nie Platz 19

Für Romain Grosjean ist in Silverstone jedenfalls klar: Seine Ergebnisse vom Saisonstart zeigten nicht, wo er wirklich steht. "Es geht nicht nur um eine Nummer, die dir sagt wer du bist", meint er am Donnerstag. "Platz 19 von 20 in der Fahrer-WM zeigte nicht, wer ich bin. Ich wusste das. Da sind einfach viele Dinge zusammengekommen, die nicht funktioniert haben."

Die gesammelten Katastrophen der Saison 2018 brachten ihm vor Österreich Platz 19 in der Fahrer-WM ein. Nicht nur eigene Fehler, auch viel Pech, erklärt er. Deshalb konnte er die letzten 20 Runden in Österreich überhaupt nicht genießen, hatte viel zu viel Angst. "Ich habe in den Spiegel geschaut und den Reifen gesehen", erinnert er sich an seinen von Blasenbildung schwer gezeichneten Hinterreifen. "Wenn du so eine Pechsträhne hast, dann erwartest du, dass der irgendwann explodiert." Aber nichts geschah, Grosjean fuhr Platz 4 nach Hause.

Grosjean: Comeback trotz Kritiker und Scheiß-Kommentaren

Vor Österreich hat sich Grosjean also eigentlich keine Sorgen darüber gemacht, was das Team dachte - schließlich spielte da mehr als nur sein Punktekonto eine Rolle. Daher sieht er auch keinen Grund, seine Herangehensweise groß zu ändern: "Es war einfach eine lange Zeit, wo alles bei mir schiefging. In Österreich hat es endlich funktioniert." Aber die Stimmen seiner Kritiker hatte er dann doch im Hinterkopf: "Ich war da sehr glücklich darüber, wie ich zurückgekommen bin - nach der ganzen Kritik und dem ganzen Scheiß, der über mich geschrieben oder gesagt wurde."

Die Punkte sind für ihn am Ende ein Bonus: "Es ist toll, aber das schaue ich mir nicht an. Ich schaue mir an, was wir gemacht haben, wie wir es gemacht haben und wie wir so ein Wochenende wiederholen können." Der Ansatz von Haas in Österreich hat für ihn gut funktioniert. Jetzt ist das nächste Ziel klar: Haas als bestes Mittelfeld-Team in der Konstrukteurs-WM etablieren.

Haas bläst zum Angriff auf Platz 4 in Konstrukteurs-WM

In der erst dritten Formel-1-Saison ist Haas nun schon in den Kampf um Platz 4 in der Konstrukteurs-WM verstrickt. Der muss für Teamchef Günther Steiner jetzt einfach das Ziel sein: "Warum würden wir hier sitzen, nur um zu sagen, dass uns Platz 5 reicht?" Möglich oder nicht, andere Ziele machen für Steiner keinen Sinn.

Bei Haas kämpft man vor allem mit der Konstanz: Während Renault fast immer fleißig punktet, geht es bei Haas ein bisschen auf und ab. Die Dominanz von Österreich in Silverstone wiederholen? Daran glaubt man nicht wirklich. "Es ist eine andere Strecke, und wir sind glaube ich hier nicht so stark verglichen mit dem Rest des Mittelfeldes", meint Haas-Pilot Kevin Magnussen.

Magnussen erwartet, dass der Kampf um die Plätze hinter den drei großen Top-Teams in Silverstone wieder eng sein wird, mit Renault als die größte Bedrohung. Verglichen mit 2017 sieht Magnussen die Haas-Konstanz zwar als besser, aber nicht als perfekt. Aber genau darauf kommt es für ihn an: "Ich denke wir haben das Auto, um zumindest in den meisten Rennen um Platz 4 zu fahren. Aber was diese Meisterschaft entscheiden wird, ist die Konstanz."


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter