Formel 1

Haas F1 sagt an: Auch ohne Updates zu gut für McLaren, Renault

Beim Formel-1-Rennen in Spanien ist Haas Nr. 1 hinter den Top-Teams Mercedes, Ferrari und Red Bull. Kevin Magnussen und Steiner sprühen vor Selbstvertrauen.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Ganz viel Schatten, aber auch ganz viel Licht für das Haas F1 Team beim Großen Preis von Spanien, dem fünften Rennen der Formel-1-Saison 2018: Während Romain Grosjean kurz nach dem Start für den größten Aufreger des ganzen Rennens sorgt, mit einem irrwitzigen Manöver in Kurve drei seine eigenes Ausscheiden und das Rennende für Nico Hülkenberg und Pierre Gasly besiegelt, sorgt Teamkollege Kevin Magnussen für Festspiele.

Der Däne, schon das gesamte Wochenende, nein das gesamte Jahr, teamintern die Nummer eins, fährt einen perfekten Grand Prix. Keine Fehler, schnell, unantastbar. "Es gab nie eine Bedrohung für seine Position", kommentiert Teamchef Günther Steiner den klaren sechsten Platz Magnussen. Weit mehr als 30 Sekunden vor dem ersten Konkurrenten von Renault und McLaren kommt er ins Ziel.

Kevin Magnussen: Haas hat das viertbeste Auto

Für Haas eine Erleichterung. Nicht nur, weil immerhin Magnussen die Kohlen aus dem Feuer zu holen wusste, sondern vor allem, weil der Rennstall damit endlich wieder sein wahres Gesicht bestätigt sieht: Das der eigentlich klaren Nummer vier der Formel 1, wie es sich ursprünglich schon einmal bei den Testfahrten in Barcelona angedeutet hatte.

Doch allzu selten gelang es Haas, bislang die Performance auch wirklich auf den Asphalt zu bringen, in Ergebnisse umzumünzen. Eigentlich nur in Bahrain. Wegen zu vieler Fehler, allen voran in Australien. "Es war einen starke Performance und ich denke, dass wir es verdient haben diese Nummer von Punkten zu holen wie wir es schon in Bahrain getan haben. Wir sollten in der Lage sein, Punkte bei jedem Rennen zu holen - und wir haben das Auto dazu. Es gab nur zu viele Fehler", meint Magnussen.

Haas-Teamchef Steiner: McLaren & Renault auch ohne Updates abgehängt

Nun atmet Haas also auf - umso mehr, weil das Top-Ergebnis, der Status als klare vierte Kraft, zu einem Zeitpunkt kommt, zu dem die großen Gegner - McLaren und Renault - gerade große Upgrades an ihre Boliden gebracht hatten. "Alle Teams haben hier Upgrades mitgebracht. Wenn man denen ohne Upgrades trotzdem noch wegfahren kann, dann ist das positiv", sagt Steiner. "Die Upgrades werden überbewertet und es wird nur sehr viel drüber gesprochen. Letzte Saison war das einzige Update, das wirklich einen Schub gebracht hat, das von Renault in Silverstone."

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Ausruhen dürfe sich Haas darauf aber mitnichten, müsse schon auch selbst noch den VF-18 verbessern. "Es ist nicht komfortabel. Wir werden jetzt nicht einschlafen. Die anderen werden versuchen, uns einzuholen. Und wir haben dieses Ergebnis so das erste Mal eingefahren", sagt der Tiroler mit Blick auf den erstmals riesigen Vorsprung auf den Rest des Mittelfelds. "Wir müssen das erst wiederholen. Aber wenn das Auto das aber hier schafft, dann können wir das auch auf anderen Strecken", beruft sich Steiner auf den Status des Circuit de Barcelona-Catalunya als ultimative Härteprüfung für das Chassis.

Haas: Haben das erwartet, können das bestätigen

Überrascht sei Haas davon aber nicht. Steiner: "Wir haben das so eingeschätzt: Wenn er einen guten Start, dann kommt er von den anderen weg. Wenn man in sauberer Luft fährt, dann hat man einen enormen Vorteil. Wir wussten von den Longruns, dass er der Konkurrenz wegfahren kann. Es war also keine Überraschung."

Verbesserungspotential gebe es dennoch. "Wir sind nirgends perfekt, sonst wären wir Weltmeister", sagt Steiner. "Mercedes ist Weltmeister und die denken immer noch, dass sie nicht perfekt sind", weiß der Haas-Rennleiter. Sein Team müsse vor allem konstanter punkten und die Updates ans Laufen bekommen. Dann sei noch immer Platz vier in der WM drin.

"Wir haben jetzt 19 Punkte, die anderen 40 und 41. Es sind noch 15 Rennen, also ist nur ein Viertel der Saison gefahren und wir sind nur 20 Punkte hinten. Deshalb haben wir eine gute Chance. Das Auto ist auf jeden Fall schnell genug", bestätigt Steiner Magnussens Einschätzung. "Es liegt also in unserer eigenen Hand. Wir haben heute gezeigt, dass wir vierte Kraft sein können."

"Und genau da sollten wir kämpfen", meint Magnussen. "Dieses Wochenende waren wir sehr stark, das viertschnellste Auto - und ich denke, dass wir jetzt jedes Wochenende in etwa da sein sollten. Wir waren dieses Wochenende in unserer eigenen Liga - nur die drei Top-Teams waren noch vor uns", so Magnussen. Die zählen für Haas jedoch ohnehin nicht. "Eine Sekunde können wir nicht aufholen", meint Steiner. Magnussen hatte schon nach P7 im Qualifying von eine Pole gesprochen.


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