Formel 1

Formel 1, Mercedes: Hamilton vs Rosberg Witz gegen WM-Kampf '17

Lewis Hamilton ist seit Mexiko wieder Formel-1-Weltmeister, Mercedes seit Austin. Toto Wolffs Fazit: Gegen den WM-Kampf 2017 war Rosberg vs Hamilton nichts.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2017 ist noch nicht vorbei. Doch schon zwei Rennen vor Saisonende stehen seit Mexiko Lewis Hamilton und sogar schon seit Austin Mercedes als neue F1-Weltmeister fest - obwohl Ferrari und Sebastian Vettel 2017 kräftig Paroli boten. Zeit für ein erstes Fazit von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

"Wenn wir uns die Qualifying- und Rennstatistiken ansehen, hatten wir das schnellste Auto mit dem schnellsten Fahrer. Aber es gab einige Schwankungen und wir hatten einige Rennen, bei denen wir zu kämpfen hatten. Wir verstehen inzwischen aber relativ gut, woran das gelegen hat", fasst der der Österreicher zusammen.

Wegen dieser Schwankungen hält Wolff die beiden WM-Titel 2017 für die bislang am härtesten erkämpften der nun insgesamt acht Mercedes-Championate binnen vier Jahren. "Dieses Jahr war für das Team mit Sicherheit das härteste, denn wir hatten ziemliche Höhen und Tiefen. Ich bin sehr stolz auf unseren ersten Titelgewinn 2014, weil wir uns damals alle nur darauf konzentriert haben. Aber diese Weltmeisterschaft war die am härtesten umkämpfte von allen", sagt Wolff.

Lewis Hamilton wird in Mexiko Formel 1 Weltmeister 2017: (00:50 Min.)

Mercedes: Ferrari & Regeln härter als Rosberg vs. Hamilton

Warum? "Neues Auto, neue Reifen - wir mussten diese neue Realität einfach akzeptieren. An manchen Tagen hat es funktioniert, an anderen nicht. Da Fortschritte zu machen war für das Team sehr schwierig und hat uns das Maximum abverlangt", sagt Wolff.

Noch dazu gab es dieses Mal Konkurrenz. "Ferrari hat die Messlatte höher gelegt und dann mischte auch noch Red Bull vorne mit", erinnert Wolff. Vorbei die im Vergleich angenehmen Zeiten eines allein teaminternen Silberpfeil-Duells. "Als Team fühlst du dich immer wohler, wenn du weißt, dass einer deiner beiden Fahrer die Weltmeisterschaft gewinnen wird", sagt Wolff.

Genau deshalb hält der Mercedes-Motorsportchef selbst die größten Spitzen und Spannungen der vergangenen Jahre zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton - gerne als Krieg der Sterne bezeichnet - in Relation zu dem WM-Kampf 2017 für einen Witz, kaum der Rede wert. "Natürlich war es nicht immer einfach, die teaminterne Rivalität im Zaum zu halten, aber es war bei weitem nicht so schwierig wie unsere Probleme in diesem Jahr", sagt Wolff.

Wolff: Lewis Hamilton erreicht ganz neues Niveau

Zumindest gelte das aus Sicht der Teamführung. "Was Lewis angeht weiß ich es nicht - da müsst ihr ihn fragen. Vielleicht war es für Lewis härter, mit seinem Teamkollegen zu kämpfen, aber härter auf andere Art. Den 'Feind' im eigenen Team zu haben ist eine andere Art von Problem oder Kampf als gegen Sebastian und Ferrari zu kämpfen", meint Wolff.

Darum ist Lewis Hamilton verdienter Formel-1-Weltmeister 2017: (02:02 Min.)

Lewis Hamilton habe 2017 auf jeden Fall den Job seines Lebens gemacht. Besser sei der Brite noch nie gewesen. "Lewis ging in die Winterpause und kam mit einer großartigen Einstellung zurück. Im Verlauf des Jahres hat er sich dann immer weiter gesteigert. So eine konstante Leistung auf diesem Niveau habe ich noch nie zuvor erlebt", schwärt Wolff von seinem viermaligen Weltmeister.

Fast genau vor einem Jahr war das Verhältnis noch ganz anders. Nicht nur zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton herrschte Eiszeit, nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi stand auch die Beziehung des Teams zu Lewis Hamilton plötzlich auf einer harten Probe. Hintergrund: Der Brite hatte sich in Abu Dhabi über klare Ansagen des Teams hinweggesetzt, die Pace anzuziehen, sah im Einbremsen des gesamten Feldes seine einzige Chance, Rosberg den Titel noch streitig zu machen.

Schlüsselmoment mit Lewis Hamilton in Toto Wolffs Küche

Doch entknotete Toto Wolff die Angelegenheit auf seine Art. "Wir haben uns im vergangenen Jahr bei mir zuhause zusammengesetzt, weil sich über das Jahr einige Dinge aufgestaut hatten - Frustrationen. Da haben wir an einem Samstag ein langes Gespräch in meiner Küche geführt, um das alles auszuräumen und zu diskutieren. Nach ein paar Stunden gab es keine Meinungsverschiedenheiten mehr", berichtet Wolff.

Das sei ein Schlüsselmoment für 2017 gewesen. Wolff: "Es herrschte Transparenz und Klarheit bezüglich Entscheidungen und wir haben entschieden den Blick auf die neue Weltmeisterschaft 2017 zu lenken. Ich denke, das war eine Erleichterung für uns beide und von da an erreichte unsere Beziehung die nächste Stufe."

Lewis Hamilton: Video-Nachricht nach dem Titelgewinn: (04:15 Min.)


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