Formel 1

4. WM-Titel: Lewis Hamilton zieht mit Sebastian Vettel gleich

Lewis Hamilton es in Mexiko geschafft: Mit seiner vierten Formel-1-Weltmeisterschaft liegen er und Sebastian Vettel in den Geschichtsbüchern gleichauf.
von Florian Becker
Lewis Hamilton wird in Mexiko Formel 1 Weltmeister 2017: (00:50 Min.)

Der Grand Prix von Mexiko 2017 hat wie erwartet die WM-Entscheidung zwischen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel gebracht. Die Startkollision zwischen den beiden Titelaspiranten sorgte dafür, dass die Weltmeisterschaft mehr oder weniger nach der ersten Kurve entschieden war. Hamilton zieht mit seinem vierten WM-Titel in den Geschichtsbüchern der Formel 1 mit Sebastian Vettel gleich. Grund genug, einen Blick auf die beiden Rekord-Fahrer zu werfen.

Für Hamilton bedeutet 2017 nicht nur eine Wiedergutmachung für die bittere Niederlage gegen Nico Rosberg in der vergangenen Saison. Erstmals in seiner Zeit bei Mercedes musste sich der Brite gegen einen Konkurrenten aus einem anderen Team durchsetzen - und Ferrari war über weite Strecken ein harter Gegner für den Silberpfeil-Piloten. Bis zur Sommerpause war der WM-Kampf zwischen Hamilton und Vettel mehr als offen. Erst danach sorgten Fehler bei Vettel und Ferrari dafür, dass Hamilton davonziehen konnte.

Die Zahlen der beiden Rivalen sprechen eine viel deutlichere Sprache, als es auf der Rennstrecke in dieser Saison der Fall war. Hamilton erzielte in 18 Rennen beeindruckende neun Siege, elf Pole Positions und drei Podestplätzen. Vettel gewann vier Mal, ging ebenso häufig von der Pole ins Rennen und landete sieben Mal auf dem Treppchen. Ohne Vettels Probleme in Singapur und Suzuka könnte die Statistik jedoch etwas anders aussehen.

Vergleich Formel-1-Saison 2017: Lewis Hamilton vs. Sebastian Vettel

Lewis Hamilton Sebastian Vettel
Rennen 18 18
Siege 9 4
Podiums 3 7
Punkte 333 277
Schnellste Rennrunden 7 5
Führungsrunden 511 229
Führungskilometer 2799 1067
Pole Positions 11 4
Ausfälle 0 2
*Stand nach 18 von 20 Rennen

Hamilton vs. Vettel: Bessere Zahlen für den Mercedes-Star

In den Rekordbüchern der Formel 1 zieht Hamilton als viermaliger Weltmeister nicht nur mit Vettel, sondern auch mit Alain Prost gleich. Seit ihren Formel-1-Debüts im Jahr 2007 haben Hamilton und Vettel die Königsklasse in den letzten zehn Jahren bestimmt. Außer ihnen gelang es lediglich Kimi Räikkönen (2007), Jenson Button (2009) und Nico Rosberg (2016), in diesem Zeitraum einen WM-Titel zu erringen. In den ewigen Bestenlisten sind Hamilton und Vettel längst an Legenden wie Niki Lauda, Jackie Stewart oder Ayrton Senna vorbeigezogen.

Hamilton hat bisher 206 GP-Starts auf dem Konto, Vettel kommt auf 196. In Monza gelang es Hamilton als erstem der beiden Fahrer, Michael Schumacher einen Rekord abspenstig zu machen. Mit seiner 69. Pole Position machte sich der Brite in Italien zum erfolgreichsten Qualifyer der Geschichte. Vettel stellte in Mexiko seine 50. Pole sicher, liegt damit allerdings nicht nur hinter Hamilton, sondern auch noch hinter Schumacher und Senna.

Was Siege anbelangt, liegt Hamilton mit 62 Triumphen noch 29 hinter Rekordweltmeister Schumacher. 41 seiner Siege fuhr Hamilton mit Mercedes ein, 21 mit McLaren. Vettel stand bisher 46 Mal ganz oben auf dem Podium. Mit Ferrari gelang es ihm bis dato sieben Mal. 38 seiner Erfolge fuhr er zwischen 2009 und 2013 mit Red Bull ein, einen 2008 für Toro Rosso.

Vergleich Formel-1-Karrieren: Lewis Hamilton vs. Sebastian Vettel

Lewis Hamilton Sebastian Vettel
Rennen 206 196
Siege 62 46
Podiums 116 97
Punkte 2580 2385
Schnellste Rennrunde 38 33
Führungsrunden 3501 2933
Führungskilometer 17787 15258
Hattricks 14 8
Grand Slams 5 4
Pole Positions 72 50
Erste Startreihe 117 83
Punktefahrten 170 157
WM-Titel 4 4

Im direkten Vergleich der schnellsten Rennrunden hat ebenfalls Hamilton die Nase vorne. Am Rennsonntag steht es 38:33 für den Briten. Auf Schumachers Bestmarke von 77 fehlt allerdings noch einiges. Auch Räikkönen (45) und Prost (41) liegen noch vor dem Duo. Was Hattricks, sprich Rennwochenenden mit Sieg, Pole Position und schnellster Rennrunde angeht, hat Hamilton einen größeren Vorsprung.

Schon 14 Mal gelang Hamilton das fast perfekte Wochenende. Rekordhalter Schumacher hält bei 22, Vettel bei 8. Während Hamilton nur noch Schumacher vor der Nase hat, liegt Vettel in dieser Statistik auch noch hinter Jim Clark, Juan Manuel Fangio und Alain Prost. Beim Grand Slam, der neben Pole Position und schnellster Rennrunde einen Start- und Zielsieg voraussetzt, sieht es wiederum anders aus.

Hamilton liegt mit 5:4 nur knapp vor Vettel. Rekordhalter ist Jim Clark mit acht Grand Slams., dahinter folgen Alberto Ascari, Schumacher und Hamilton mit jeweils fünf. Vettel liegt mit Jackie Stewart, Ayrton Senna und Nigel Mansell gleichauf. Insgesamt standen Hamilton und Vettel bisher 116 respektive 97 Mal auf dem Podium. Rekordhalter ist auch hier Michael Schumacher (155). Während Hamilton dem Kerpener auch hier auf den Fersen ist, teilt sich Vettel den vierten Platz mit Fernando Alonso. Zwischen ihnen und Hamilton liegt Prost (106).

2018: Hamilton vs. Vettel im Kampf um Titel Nummer fünf?

In einer Statistik haben sich Hamilton und Vettel in den vergangenen zehn Jahren jedoch sehr deutlich an die Spitze gesetzt. Mit 2580 beziehungsweise 2385 WM-Punkten sind beide in dieser Statistik unangefochten an der Spitze. Die unglaubliche Punkteausbeute ist jedoch darauf zurückzuführen, dass das Punktesystem zur Saison 2010 angepasst wurde. Dies führte dazu, dass Namen wie Michael Schumacher und Alain Prost mit 1566 respektive 798,5 Punkten im Vergleich ins Hintertreffen geraten sind.

Der vierte WM-Titel von Hamilton stellt schon jetzt die Weichen für die Saison 2018. Sollte es erneut zu einem Duell zwischen ihm und Vettel kommen, steht nicht weniger als Titel Nummer fünf auf dem Spiel, welcher einen von ihnen auf eine Stufe mit dem legendären Juan Manuel Fangio hieven würde. Doch es ist längst nicht in Stein gemeißelt, dass die Weltmeisterschaft kommende Saison über die Beiden gehen wird. Mit Max Verstappen in einem konkurrenzfähigen Red Bull könnte der Champion am Ende auch einen ganz anderen Namen tragen.


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