Formel 1

Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg: Alonso ist selber schuld

Fernando Alonso läuft seit elf Jahren seiner dritten Formel-1-WM hinterher. Weltmeister Nico Rosberg sagt: Er ist an seinen Misserfolgen selbst schuld.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Ob mit McLaren Mercedes, Ferrari, Renault oder McLaren Honda: Fernando Alonso will der dritte WM-Titel in der Formel 1 einfach nicht gelingen. Seit 2006 läuft der Spanier nun schon seinem Ziel hinterher. Vier Mal wechselte er in dieser Zeit das Team. Mit McLaren und Ferrari war er ganz nah dran, doch diese Erfolge liegen lange zurück. Der amtierende Champion Nico Rosberg glaubt, dass Alonso selbst zu seinem Schicksal beigetragen hat.

Der Spanier selbst ist der Meinung, in seiner Karriere niemals auf das überlegen Material zurückgegriffen haben zu können, wie es zum Beispiel ein Sebastian Vettel zwischen 2010 und 2013 bei Red Bull genoss. Letztendlich habe er kein glückliches Händchen gehabt, um zur richtigen Zeit im richtigen Auto zu sitzen. Rosberg sah das am Japan-Wochenende im Gespräch mit der spanischen Sportzeitung AS ganz anders.

"Welches Pech? Von welchem Pech redet er?", so der 32-Jährige, der sich Ende 2016 nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft überraschend aus der Formel 1 in den Ruhestand verabschiedet hatte. Er ist nicht der Ansicht, dass andere Weltmeister nur durch Zufall im richtigen Moment im richtigen Auto saßen. "Es hat nichts mit Pech zu tun. Es waren seine Entscheidungen und er hat die falschen getroffen. Schlechte Teams auszuwählen, ist kein Pech."

Für Rosberg, der seit einigen Wochen in der Formel 1 als Manager von Robert Kubica in Erscheinung tritt, gehört es für einen Piloten auch dazu, selbst den richtigen Riecher zu beweisen: "Es ist auch ein Teil davon, Rennfahrer zu sein. Du musst dafür sorgen, in einem siegfähigen Auto zu sitzen. Das gehört zum Job." Bewiesenermaßen einer der schnellsten Piloten im Business zu sein, reiche nicht aus.

"Du kannst der beste Rennfahrer der Welt sein, aber du wirst in einem schlechten Auto nichts gewinnen", so der Deutsche. Für 2018 hat Alonso hinsichtlich seiner Formel-1-Zukunft noch keine Entscheidung bekanntgegeben. Nachdem sich McLaren zum Wechsel von Honda zu Renault entschieden hat, wird jedoch davon ausgegangen, dass der 36-Jährige seine Karriere zunächst beim Rennstall aus Woking fortsetzt.

Rosberg: McLaren ist Alonsos einzige Option für 2018

Mit Renault-Motoren will McLaren ab 2018 die Ziele erfüllen, denen man in den vergangenen drei Jahren mit Honda so hoffnungslos hinterherlief. "Das Ziel ist immer, auf dem Podium zu sein und um Siege zu kämpfen", so Alonso. Rosberg glaubt, dass die Entscheidung McLarens die richtige war: "Ich denke, es kann eine gute Kombination sein und sie voneinander profitieren und gute Resultate erzielen können."

Die anvisierten Podestplätze hält Rosberg für möglich. Demzufolge sollte es für Alonso ab 2018 in der Königsklasse wieder bergauf gehen, sofern er sich mit McLaren einig wird. Alternativen bieten sich ihm zum jetzigen Zeitpunkt der Saison allerdings ohnehin keine, wie auch Rosberg weiß. "Es ist seine einzige Option", so der Ex-Mercedes-Pilot, der außerdem nicht glaubt, dass Alonso allzu bald das Handtuch schmeißen wird.

Der zweimalige Weltmeister hatte mehrfach klargestellt, in der Formel 1 nicht mehr um zehnte Plätze fahren zu wollen. Ohne Aussicht auf Erfolge würde er auch den Wechsel in eine andere Rennserie in Erwägung ziehen. Bei seinem Abstecher zum Indy 500 fand Alonso gefallen am US-Racing. Einen Wechsel in die IndyCar-Serie hält Rosberg aber für unwahrscheinlich: "Einerseits ja, andererseits ist das aber nicht die Formel 1. Die Formel 1 ist ganz einfach die Formel 1. Sie ist das Maximum."


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