Formel 1

Formel 1 Japan 2017: Red Bull zockt gegen Ferrari/Mercedes

Beim Japan GP der Formel 1 2017 setzt Red Bull gegen Ferrari und Mercedes auf eine aggressive Reifenstrategie. Der größte Pirelli-Zocker heißt aber anders.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Noch steht der Malaysia GP bevor, doch unmittelbar danach geht es für die Formel 1 sofort back-to-back weiter nach Suzuka zum Japan GP. Aus Reifensicht ändert sich dabei nichts: Pirelli bringt wie in Sepang erneut die mittleren Mischungen im Reifen-Sortiment, sprich Medium, Soft und Supersoft.

Überraschend ist das nicht: Zwar erwartet das schwarze Gold in Japan in der Regel keine Hitzeschlacht wie im tropischen Malaysia, doch sorgen insbesondere die 'Esses' im ersten Streckenabschnitt des Suzuka Circuit für extreme laterale Belastungen für die Reifen - noch dazu mit den neuen Boliden der High-Downforce-Generation 2017.

F1 Japan: Ferrari/Mercedes konservativer als Red Bull

Mit Blick auf die nun seitens Pirelli veröffentlichte Reifenwahl der Teams bestätigt sich dieser Zusammenhang. Extrem aggressiv gehen die wenigsten F1-Rennställe zu Werke. Auffällig oft wählen die Teams mehr als den sonst so oft üblichen Pflichtsatz der härtesten verfügbaren Mischung. Doch auch untereinander gibt es erneut große Abweichungen - auch bei den Top-Teams.

Ist es in Malaysia noch Ferrari, das mit der klar aggressivsten Strategie unter den Top-Teams daherkommt, so übernimmt in Japan ganz eindeutig Red Bull diese Rolle. Gleich neun Satz der Supersofts bekommen Daniel Ricciardo und Max Verstappen. Die Ferrari- und Mercedes-Piloten müssen mit je sieben Mischungen der weichsten Pneus auskommen. Noch dazu bekommen Kimi Räikkönen und Valtteri Bottas auch noch einen zusätzlichen Satz Medium gegenüber Sebastian Vettel und Lewis Hamilton.

Japan: McLaren zockt, Force India überrascht mit Medium-Offensive

Somit geht Red Bull den Japan GP in Suzuka deutlich weniger konservativ an als die Konkurrenz. Als ganz große Zocker bezeichnen lässt sich Red Bull deshalb jedoch nicht. Dieser Titel gebührt McLaren. Beim Honda-Heimrennen erhalten Stoffel Vandoorne und Fernando Alonso gleich zehn der supersoften Reifensätze - fast das Maximum also. Zumindest genauso weich unterwegs wie Red Bull: Renault, Toro Rosso und Sauber.

Haas und Force India dagegen spielen zumindest in Reifen-Hinsicht in derselben Liga von Ferrari und Mercedes (sieben Mal supersoft), dazwischen platziert sich Williams mit je acht Satz Supersoft für Lance Stroll und Felipe Massa. Force India allerdings hat als einziges Team sogar gleich drei Mischungen Medium ausgewählt.

Über die Pirelli-Reifenwahl in der F1-Saison 2017: Von insgesamt 13 verfügbaren Sätzen darf jedes Team zehn frei wählen, die übrigen werden von Pirelli festgelegt und umfassen einen Satz pro Mischung, die für Qualifikation (die weichste Mischung) und Rennen (je einen Satz der beiden härteren) vorgesehen sind. Somit bestehen für die Rennställe durchaus große Freiheiten. Einzig in den ersten Saisonrennen war die Reifenwahl von Pirelli vorgegeben worden. Hintergrund waren die völlig neuen Konstruktionen im Vergleich zur Vorsaison.


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