Formel 1

Hembery hat die Faxen dicke - Reifen: Pirelli geht in die Offensive

Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery ist angesichts der massiven Kritik in die Offensive gegangen und droht der Formel 1.
von Matthias Schwerdtfeger

Motorsport-Magazin.com - Paul Hembery, Motorsportchef des F1-Reifenlieferanten Pirelli, hat in einem Interview mit dem SID seinem Ärger über die massive Kritik der letzten Tage und Wochen Luft gemacht. "Wenn die Teams es diesmal nicht verstanden haben, müssen sie sich ab 2017 einen anderen Ausrüster suchen!", polterte der Brite. Der Hersteller dürfe derzeit "keine Reifen auf ein aktuelles Formel-1-Auto packen und Entwicklungsarbeit betreiben. Das muss sich ändern in der Zukunft. Zudem müssen die Fahrer in unser Testprogramm involviert sein."

Wenn die Teams es diesmal nicht verstanden haben, müssen sie sich ab 2017 einen anderen Ausrüster suchen!
Paul Hembery, Pirelli-Motorsportchef

Im Grunde könne Pirelli 2017 nicht weitermachen, wenn dies nicht möglich sei. "Das wäre das Ende. Mit den angedachten größeren Reifen muss es die Möglichkeit für den Ausrüster geben, ein Produkt zu entwickeln, welches uns erlaubt, das zu liefern, was gefordert wird", so Hembery.

Der 49-Jährige reagierte damit auf die Beschwerden zahlreicher Fahrer und Kommentatoren, dass Pirelli nicht in der Lage sei, sichere und stabile Pneus zu liefern. Auch die Pressemitteilungen des Unternehmens zu den Reifenschäden von Spa hatten in den vergangenen Tagen bei Weitem nicht alle Beteiligten zufrieden gestellt. "Die Erwartungen müssen viel realistischer sein, basierend darauf, was wir machen können und was nicht", sagte Hembery weiter. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hatte sich zuletzt hinter Pirelli gestellt und die ärgsten Kritiker, darunter Sebastian Vettel, zum Schweigen aufgefordert.

Sebastian Vettel platzten in Spa Reifen und Kragen - Foto: Sutton

Der Motorsportchef beteuerte, dass es ihm in erster Linie um die Formel 1 gehe. "Sollten wir nicht weitermachen, brauchen sie ja trotzdem einen Reifenausrüster. Und wenn sich andere angucken, was hier passiert, können sie den Eindruck gewinnen, dass es nicht möglich ist, den Job zu machen", meinte Hembery. Die Formel 1 müsse zeigen, dass sie mit Partnern arbeiten könne.

Es kann manchmal ein sehr undankbarer Job sein.
Paul Hembery

"Die meiste Zeit gefällt mir mein Job", sagte er im Interview. Allerdings: "Es kann manchmal ein sehr undankbarer Job sein", fuhr Hembery fort, "aber die Formel 1 ist ein guter Sport, in dem vieles stimmt. Das heißt aber nicht, dass es keine Dinge gibt, die man ändern könnte und sollte."


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