Portrait:

Der 1999 geborene Guanyu Zhou startete seine Karriere als Achtjähriger erst in China, ehe er 2012 nach England zog, um in den stärkeren europäischen Kart-Serien anzutreten. Dort feierte er 2013 und 2014 erste Siege, und wagte 2014 den ersten Exkurs in den Formelsport, mit zwei Starts im italienischen F4-Winterpokal. 2015 fuhr er schließlich ein Vollzeit-F4-Programm in Italien als Teil der Ferrari-Academy, mit zusätzlichen Auftritten in Deutschland. In Italien wurde er mit drei Siegen Meisterschafts-Zweiter.

Sein Aufstieg in die europäische Formel 3 mit dem Team Motorpark enttäuschte jedoch. Nur zwei Podien und ein 13. Gesamtrang standen zu Buche. Erst nach dem Wechsel zum Top-Team Prema stellten sich 2017 mit fünf Podien Erfolge ein. Trotzdem stagnierte die Karriere, 2018 erst holte er die ersten zwei Siege. Nach zwei achten Meisterschafts-Rängen wechselte er vom Ferrari- in den Renault-Nachwuchskader.

Zhou kämpft sich mühsam hoch in die Formel 1

So kam er 2019 mit UNI-Virtuosi in die Formel 2, wo er in einem schwachen Feld im ersten Jahr den siebten Gesamtrang und den Titel 'Rookie des Jahres' einfuhr. Bis zum ersten Sieg dauerte es aber fast zwei Jahre - während 2020 sein Teamkollege um die Meisterschaft kämpfte. Erst 2021 konnte Zhou einen guten Schritt nach vorne zeigen, mit vier Siegen unterlag er allerdings im Titelkampf Oscar Piastri, seinem Kollegen im Alpine-Kader (ehemals Renault). Während es für Zhou das dritte F2-Jahr war, war es für Piastri nur das erste.

Bei Alpine bekam er ein Freitagstraining, aber seine Karriere war in einer Sackgasse angelangt. Eine Chance tat sich woanders auf, nämlich bei Alfa Romeo Sauber. Die Ferrari-Kunden lösten ihn bei Alpine aus, um ihn für 2022 eine Chance in der Formel 1 zu geben. Mit entscheidend war Zhous chinesische Verbindung, welche Alfa-Sauber gleich Sponsoren-Potenzial brachte. Zhou ist der erste F1-Pilot aus China.