"Wir sind einfach langsam", hatte Pedro Acosta während dem enttäuschend verlaufenen Brasilien-Grand-Prix am vorletzten Wochenende geklagt. Lediglich zehn Punkte hatte er in Goiania sammeln können und die WM-Führung damit nach zwei Sprints und einem Hauptrennen am Samstagabend schon wieder verloren. Schnell machte sich Frust breit, auch die restlichen drei KTM-Piloten bekamen ihr Fett weg. Wie gut also, dass schon eine Woche später in den USA die richtige Reaktion folgte.
Pedro Acosta gesteht: KTM musste Brasilien und Austin einfach überleben
Zwei dritte Plätze hätte Acosta in Austin eingefahren, hätte er seine Bronzemedaille aus dem Sprint am Samstagabend nicht aufgrund einer Reifendruckstrafe wieder verloren. "Wir können zufrieden sein", zog er am Sonntag daher auch ein deutlich positiveres Fazit als noch eine Woche zuvor. "Wir haben gestern eine gute Pace gezeigt und heute war die Aufgabe dann die gleiche: Ein guter Start, gleich zu Beginn vorne dabei sein und dann schauen, wie sich das Rennen entwickelt. Wir müssen aktuell einfach das Maximum aus unserem Paket herausholen und das ist uns ganz gut gelungen."

Ohnehin hatte der 'Hai von Mazarron' schon am Samstag gegenüber Motorsport-Magazin.com angekündigt, dass man die Rennen in Goiania und Austin einfach bestmöglich überstehen müsse. "Du kannst sehen, dass Ducati und Aprilia schneller sind. Wir kennen unsere Limitationen und versuchen momentan nur, unsere Karten bestmöglich auszuspielen - auch wenn wir nicht viele haben. Jetzt ist es einfach an der Zeit, zu überleben und dann in verbesserter Form in Europa anzukommen."
Updates in Jerez? KTM hofft auch Topspeed-Steigerung in Europa
Mit Jerez (24. bis 26. April) und Le Mans (8. bis 10. Mai) geht es als Nächstes nämlich auf zwei Strecken, auf denen Topspeed keine allzu große Rolle spielt - anders als noch in Goiania und Austin, die die längste (Austin) und sechstlängste (Goiania) Gerade im aktuellen Rennkalender beherbergen. Obwohl in der Vergangenheit eigentlich immer sehr leistungsstark im Motorenbereich, stellt der Topspeed aktuell die größte Problemzone bei KTM dar. Diesen hatte man über den Winter bewusst durch die Aero-Konfiguration etwas reduziert, um dafür Grip am Heck und Reifenmanagement verbessern zu können. Mehr Infos dazu liefert euch Markus in unserem neusten Video:
Zurück in Europa hofft man nun also, die neuen Stärken des Motorrads bei den kommenden Grands Prix noch besser ausspielen zu können und damit potenziell wieder ein echter Sieganwärter zu werden. Zudem steht nach dem Spanien-GP ja auch noch der Jerez-Test (27. April) an. Dort könnten aus Mattighofen dann Aero-Updates ankommen, um die RC16 wieder windschnittiger zu machen und den Topspeed zu verbessern. Acosta zeigte sich in Austin jedenfalls optimistisch: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis KTM unsere Schwachpunkte verbessern kann."
Pedro Acosta egalisiert ungeliebten MotoGP-Sieglos-Rekord von Colin Edwards
Vielleicht ist es ja schon in knapp einem Monat soweit. Selbst wenn, soll sich an der grundsätzlichen Erwartungshaltung in Orange aber nichts ändern. "Jedes Rennen bleibt für uns ein Fragezeichen", blickte Acosta voraus und gab an, weiterhin konstant in den Top-Fünf ins Ziel kommen zu wollen. In Austin klappte das entgegen der ursprünglichen Erwartungen bereits ganz gut - allerdings mit einem bitteren Nebeneffekt. Am Sonntag holte Acosta nämlich seinen schon zwölften Podestplatz in einem Grand Prix und stellte damit den ungeliebten Rekord von Colin Edwards mit den meisten Podien in der Königsklasse ohne Grand-Prix-Sieg ein. Ein weiteres Podium ohne Sieg wird ihn nun - zumindest temporär - zum alleinigen Rekordhalter machen.
Wann der erste MotoGP-Sieg an einem Sonntag denn endlich kommen werde? "Die Zeit wird es zeigen", antwortete Acosta diplomatisch. Was ihm Hoffnung machen dürfte: In Austin sendete mit Enea Bastianini endlich auch ein anderer KTM-Fahrer Lebenszeichen. "Es freut mich sehr, dass er dieses Wochenende einen großen Schritt gemacht hat. Denn das hilft dem Werk, dem Team und auch mir, während dem Wochenende noch besser zu werden", frohlockte der Moto2-Weltmeister von 2023. "Das ist genau, was wir brauchen. Ein Basis-Setup, mit dem jeder schnell fahren kann. Denn dann werden wir auch in der Lage sein, uns im Verlauf eines Wochenendes noch weiter zu verbessern."

Besser werden müssen auch Ducati und Marc Marquez, wenn sie Aprilia im WM-Kampf nicht schon früh in der Saison enteilen lassen wollen. Warum der MotoGP-Superstar in Austin nicht über Platz fünf hinauskam, erfahrt ihr hier:



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