"Wir haben das Maximum herausgeholt", antwortete Marc Marquez am Sonntagabend auf die Frage, wie er sein Rennen in Austin bewerten würde. Auf dem Circuit of the Americas hatte das in den letzten Jahren eigentlich immer Platz eins bedeutet. Zu dominant agierte der MotoGP-Superstar auf seiner geliebten Rennstrecke in Texas zwischen 2013 und 2025. Sieben Siege holte er in dieser Zeit, stürzt zudem drei weitere Male auf Siegkurs. Doch in diesem Jahr war alles anders: An der Front spielte Marquez im USA-GP zu keinem Zeitpunkt eine Rolle.
Selbst ohne Strafe: MotoGP-Sieg in Austin für Marc Marquez außer Reichweite
Schon im Qualifying schaffte der Rekordsieger in Austin nur den sechsten Startplatz und verlor happige 0,501 Sekunden auf Polesitter und Markenkollege Fabio Di Giannantonio, den er im Sprint dann im Kampf um Rang drei abräumen sollte. Eine Longlap-Penalty war die Folge, die er am Sonntag im Grand Prix absitzen musste. "Für diesen Fehler haben wir heute bezahlt", haderte Marquez rückblickend. Auch er musste anschließend aber zugeben, dass es selbst ohne Strafe nicht zum achten Sieg auf dem geliebten COTA gereicht hätte: "Nein. Das Podium wäre möglich gewesen, aber ich hätte nicht um den Sieg kämpfen können."
Eine Aussage, die Sorgen macht. Denn wenn Marquez selbst in Austin nicht mit den dominanten Aprilias von Marco Bezzecchi und Jorge Martin mithalten kann, dann muss es da größere Probleme geben - und das gab der neunmalige Weltmeister am Sonntagabend auch offen und ehrlich zu. "Ich hatte heute nicht viel Spaß. Ich habe mehr Spaß, wenn ich um den Sieg kämpfen kann", kommentierte er zunächst das zumindest aus Zuschauersicht äußerst unterhaltsame Duell mit Enea Bastianini in der Schlussphase des USA-GPs und meinte dann: "Ich war zu Beginn zurückhaltend, erst zum Ende hin habe ich mich besser und besser gefühlt. Wir haben jetzt drei Wochen Zeit, um die ersten Runden zu verbessern."
Marc Marquez kämpft mit sich selbst: Verletzung bremst ihn weiterhin
Was dem Ducati-Star in der Startphase der Grands Prix genau fehle? Marquez' Antwort sprach Bände: "Ich selbst fehle. Nicht das Motorrad, ich selbst. Wenn die Reifen frisch sind, wird das Motorrad aggressiver und dann kann ich es momentan einfach nicht mehr richtig fahren." Die körperliche Verfassung macht also weiterhin große Probleme, die schwere Schulterverletzung aus dem Indonesien-GP 2025 ist noch immer nicht auskuriert. Schon am Freitag hatte er zugegeben, dass er das Motorrad speziell im kurvigen Sektor eins nicht wie gewünscht um die Strecke wuchten könne. Es fehle ihm schlicht an Kraft.
Folglich kommt es Marquez sehr gelegen, dass durch die Verschiebung des Katar-GPs ans Saisonende nun erstmal drei rennfreie Wochen auf die MotoGP warten, ehe es vom 24. bis 26. April mit dem Spanien-GP weitergeht. Aber reicht das, um endlich wieder vollständig fit zu werden? Überzeugt klang Marquez am Sonntagabend jedenfalls nicht. "Jerez wird wieder eine ganz andere Art von Strecke sein. Da wollen wir [mit dem Motorrad, Anm.] einen Schritt machen, aber ich will speziell auch selbst einen Schritt machen. In den ersten Runden fahre ich aktuell einfach nicht gut, erst danach gewöhne ich mich besser an das Bike. Ich fahre aber nicht in einer natürlichen Position, ich fahre einfach nur vor mich hin", erklärte er besorgt. In Borgo Panigale sollten also spätestens jetzt alle Alarmglocken klingen, denn: "Ich bin immer noch schnell, aber ich kann den Unterschied nicht mehr ausmachen!"
Was meint ihr: Sehen wir in Jerez wieder einen vollständig fitten und kampfbereiten Marc Marquez oder führt auch dort kein Weg an Aprilia vorbei? Sagt es uns in den Kommentaren!



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