Das 1. Qualifying beim diesjährigen 24h-Rennen Nürburgring entwickelte sich gleich zu einer äußerst turbulenten Session. Neben einer starken Wetter-Eskapade am Schluss und einer Reihe von Unfällen sorgte vor allem ein schwerer Crash für eine Schrecksekunde. Diese hatte nun auch ein rechtliches Nachspiel bei den Stewards.

Die Rede ist von einer Kollision zwischen zwei Cup-Porsches. Namentlich dem #900-Auto von Black Falcon (Hardt/Hites Michelson/Koslowski/Meijer) und dem #146-Giti-Wagen (Schreiner/Schall/Halder/Wohlwend). Der Black-Falcon-Porsche mit Alexander Hardt am Steuer war aus noch ungeklärten Umständen (vermutlich ein technisches Problem) nach dem Schumacher-S am Streckenrand zum Stehen gekommen und wurde anschließend von Janina Schall im anderen Porsche 911 GT3 Cup (992.1) getroffen.

Was den Unfall besonders gefährlich machte, war, dass sich Hardt während des Einschlags nur wenige Meter neben der Fahrbahn im Kies befand, da er sich trotz des laufenden Rennbetriebs nicht aus dieser Position entfernt hatte. Stattdessen deutete er mit Armsymbolen über die Strecke. Wohl ein Signal an die Streckenposten, dass sie sich um sein rauchendes Auto kümmern mögen.

Dieses Verhalten war den Rennkommissaren ein Dorn im Auge. Sie verhängten nach einer kurzen Untersuchung eine Geldstrafe von 300 Euro gegen Hardt, welche sie mit den Sicherheitsregeln begründeten. "Fahrer A. Hardt von Auto #900 respektierte die allgemeinen Sicherheitsregeln nicht, nachdem sein Auto auf der Strecke ausgerollt war", so die kurze Begründung. Im angeführten Reglement-Artikel der 'Circuit Regulations' des DMSB ist die Rede davon, dass ein Fahrer sich nach dem Verlassen des Fahrzeugs umgehend in eine sichere Zone - also in der Regel hinter die Leitplanke - begeben muss, was bei dem Zwischenfall offenkundig nicht der Fall war.

Keine Strafe gab es hingegen für Janina Schall im anderen verunfallten Fahrzeug. Die Stewards vertraten nach dem Sichten der relevanten Videoaufnahmen der Kollision die Auffassung, dass die 20-Jährige keine Chance gehabt hatte, den Unfall zu verhindern. Ihre Teamkollegin Carrie Schreiner, die sich das Auto mit ihr teilt, vermutete schon so etwas in diese Richtung: "Sie war mit anderen Autos im Verkehr und ist dann wohl im letzten Moment ausgeschert und hat das Auto zu spät gesehen", berichtete Schreiner im offiziellen 24h-Livestream, wie ihr die Situation beschrieben wurde.

Für das rein weiblich besetzte Auto mit der Nummer 146 ist der Unfall wohl gleichbedeutend mit dem Ende des Rennwochenendes. Nach Informationen des auf GT-Sport spezialisierten Journalisten Vincent Bruins wurde der Porsche von Giti Tire Motorsport by WS Racing nach dem Crash für das restliche Wochenende zurückgezogen. Ob das #900-Auto bis zum 24h-Rennen repariert werden kann, ist derzeit nicht bekannt.