Während MotoGP-Superstar Marc Marquez verletzt zuschauen muss, hat es Maverick Vinales rechtzeitig geschafft. Nach wochenlanger Auszeit wird der Tech3-Pilot an diesem Wochenende vor Heimpublikum in Barcelona endlich sein Comeback geben. Den Medien-Donnerstag nutzte der 31-Jährige aus Figueres dabei, um über seinen Fitnesszustand und die Zukunftspläne zu informieren.

Kraft in der Schulter ist zurück: Maverick Vinales fühlt sich wieder bereit

"Zu sehen, wie gut sich meine Teamkollegen verkauft haben, hat es mir nicht leicht gemacht, auf dem Sofa liegen zu bleiben", begann Vinales, der ursprünglich eigentlich schon Ende April in Jerez wieder auf einem MotoGP-Bike hatte sitzen wollen, am Donnerstagnachmittag. "Aber es ist gut, dass wir uns zu dieser zweiten Operation entschieden haben. Es war notwendig, die Schraube zu entfernen - wenn nicht jetzt, dann spätestens im Sommer. Die letzten drei Wochen habe ich jetzt primär im Red Bull Athlete Performance Center gelebt, mich auf die Rehabilitation fokussiert und daran gearbeitet, die Kraft [in der Schulter, Anm.] wieder zu erlangen."

Maverick Vinales saß zuletzt in Austin auf seiner KTM RC16, Foto: KTM Media
Maverick Vinales saß zuletzt in Austin auf seiner KTM RC16, Foto: KTM Media

Ob das auch geklappt habe? "Ja, sie ist weitestgehend zurück", berichtete 'Top Gun' sichtlich erfreut. "Ich habe nur einen Muskel, dessen Heilung noch etwas länger braucht, weil sie ihn [während der Operation, Anm.] mit ihren Maschinen und Geräten aufschneiden mussten, um hineinzukommen. Der braucht noch etwas Zeit, aber in Summe fühle ich mich viel kräftiger."

Doch reicht das auch, um wieder vernünftig MotoGP fahren zu können? Hierauf wird es wohl erst am Freitagvormittag im 1. Freien Training (Start 10:45 Uhr, Anm.) eine klare Antwort geben. Trainiert habe Vinales in den vergangenen Tagen nämlich nur mit einem Supermoto, welches mit den PS-Monstern der Königsklasse natürlich nicht zu vergleichen ist. Der KTM-Pilot ist jedoch optimistisch, dass alles wieder in bester Ordnung ist: "Ich weiß noch, wie sich die Supermoto davor anfühlte. Ich war limitiert, konnte mich mich nicht richtig aus dem Bike herauslehnen. Das war ein komisches Gefühl. Jetzt habe ich mich wieder 'normal' gefühlt und das sehe ich als gutes Zeichen."

Überraschend frühes Comeback: Darum wollte Vinales unbedingt in Barcelona fahren

Es wäre Vinales auch zu wünschen. Denn Tech3-CEO Günther Steiner hatte zuletzt in Le Mans deutlich gemacht, dass er seinen Schützling erst wieder zurückhaben will, wenn dieser wirklich wieder bei 100 Prozent angekommen sei. Der ehemalige Haas-Teamchef war deshalb auch erst von einem Comeback Ende des Monats in Mugello (29. bis 31. Mai) ausgegangen. Warum also nun doch schon Barcelona? Die Vermutung liegt nahe, dass es auch mit Vinales' unklarer Zukunft zu tun haben könnte.

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Der 31-Jährige galt Anfang Februar schon als sicherer Aufsteiger in das KTM-Werksteam, doch nach schwachem Saisonstart und immer längerem verletzungsbedingten Ausfall mehrten sich offenbar die Zweifel in der orangenen Führungsebene. Am vergangenen Wochenende in Le Mans soll jetzt sogar die Verpflichtung von Fabio Di Giannantonio als neuem Teamkollegen von Alex Marquez eingetütet worden sein, womit im Werksteam kein Platz mehr für Vinales wäre. Wollte die Startnummer 12 also schnellstmöglich zurück, um auf der Strecke wieder Eigenwerbung betreiben zu können?

Nein, das überraschend frühe Comeback hat einen anderen Hintergrund. "Erst in Mugello zurückzukehren, wäre katastrophal für mich", erklärte Vinales mit Blick auf das Streckenlayout. Die vielen Richtungswechsel und harten Bremszonen seien alles andere als ideal für Rückkehrer, während der Circuit de Barcelona-Catalunya einen deutlich "geschmeidigeren" Einstieg ermöglichen würde. "Deshalb habe ich so sehr gepusht, hier schon zurückzukommen. Hier kann ich mich langsam herantasten und schauen, wie die Schulter reagieren wird. Aber ich mich mir eigentlich keine Sorgen, denn wir haben genug Kraft gefunden."

KTM-Verbleib? Maverick Vinales will und muss erst wieder fit werden

Top-10-Platzierungen oder Ähnliches hat Vinales übrigens nicht im Blick. Das Ziel sei schlicht, wieder vollständig fit zu werden. Alles andere würde sich dann ohnehin von selbst ergeben. "KTM hat die Möglichkeit, meinen Vertrag zu verlängern. Wir müssen jetzt einfach abwarten, ob ich mich wieder vollständig erholen kann. Wenn ich das nicht kann, könnte ich der tollste Kerl auf der Welt sein und es würde nichts bringen", scherzte Vinales. "Ich bin überzeugt, dass ich das kann. Die Frage ist jetzt nur, bis wann ich wieder vollständig fit sein werde. 2030? Das wäre etwas zu spät."

Was traut ihr Maverick Vinales beim Comeback in Barcelona zu? Sehen wir einen deutlich verbesserten Tech3-Piloten? Und was wird die Zukunft für 'Top Gun' bereithalten? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!

Schon geklärt hat seine Zukunft unterdessen Alberto Puig. Die MotoGP-Ikone tritt mit Saisonende als Teammanager bei Honda und stellt sich künftig neuen Aufgaben. Alle Infos dazu findet ihr hier: