Mit Spannung war das MotoGP-Comeback von Ex-Weltmeister Jorge Martin beim Test in Thailand erwartet worden. Nachdem der Spanier die Tests in Sepang nach - zunächst geheim gehaltenen - Operationen erneut verpasste, schien sich eine Wiederholung des Seuchenjahrs 2025 anzudeuten. Doch bereits nach einem halben Testtag war diese Befürchtung ad acta gelegt. Der 'Martinator' wirkte wie befreit.
Jorge Martin braucht keinen Anlauf bei MotoGP-Comeback: Sofort wohl gefühlt!
Der Aprilia-Pilot legte zu Beginn des Samstags in Buriram los, als wären sämtliche Horrorerlebnisse der letzten zwölf Monate nie passiert. Nach nur wenigen Runden tauchte die Nummer 89 gleich einmal auf Rang zwei der Zeitenliste auf. Eine beeindruckende Rückkehr nach langer Pause.

"Ich fühlte mich sofort wohl auf dem Motorrad, es funktioniert wirklich gut. Das ist auch schön, weil dies eine Strecke ist, auf der sich Aprilia immer schwer tat. Mir ging es hier aber nie so, ich war oft sehr schnell und konkurrenzfähig. Ich würde also sagen, dass ich mein Tempo auf dieser Strecke beibehalten konnte", zeigte er sich bereits zur Mittagspause in seiner Medienrunde hochzufrieden.
"Erstmals mein Motorrad" - Jorge Martin sitzt endlich richtig auf der Aprilia
Als Grundlage für diesen Einstieg von 0 auf 100 benannte er eine wichtige Änderung auf der RS-GP: "Heute war vielleicht der erste Tag, an dem ich das Gefühl hatte, hier mein Motorrad in den Händen zu haben. Wir haben meine Position auf dem Bike ein wenig verändert, das Gewicht etwas verlagert und sofort habe ich mich großartig gefühlt. Wir machen jetzt mit dieser Position weiter." An der Sitzposition und der Lenkerergonomie hatte Martin bei Aprilia bisher stets zu hadern und experimentierte herum. Offenbar scheint nun endlich die Lösung dieses Problems gefunden.

Eine weitere Hilfe für den Schnellstart war der Testplan. "Das Gute war, dass ich nicht viel [neue Teile, Anm. d. Red.] ausprobieren musste. Ich bin entspannt und denke darüber nach, mich so gut wie möglich auf das Rennwochenende [in einer Woche, Anm. d. Red.] vorzubereiten", erklärte er. Dankbar zeigte sich der Spanier auch für den Einsatz des Teams mit Testfahrer Lorenzo Savadori, der ihn in Sepang abermals vertreten hatte. "Die Arbeit, die sie bereits in Malaysia geleistet haben, war definitiv super", lobte er seinen Noch-Arbeitgeber. Martins Wechsel zu Yamaha scheint bereits unter Dach und Fach. Mehr dazu hier:
Gute Rundenzeit ist nicht alles: Jorge Martin hat Arbeit vor sich
Auch mit gutem Gefühl ist natürlich bei weitem noch nicht alles erledigt. "Heute war ich schnell, aber mir fehlt immer noch eine Sekunde im Renntempo. Ich kann mich noch sehr steigern, habe viel Spielraum. Vielleicht lässt sich durch die Arbeit an der Elektronik etwas erreichen, aber allgemein weiß ich, dass da noch viel zu verbessern ist", erkannte Martin trotz aller Zufriedenheit.
Ein ähnliches Fazit lässt sich auch zum Fitnesszustand fällen. "Körperlich fühle ich mich gut. Die Hand hat mich anfangs etwas leiden lassen. Wieder auf ein MotoGP-Bike zu steigen, ist nicht einfach. Das ist ein sehr aggressives Motorrad. Zu Beginn tat es weh, wurde aber mit der Zeit besser. Mit der Schulter hingegen lief es von Anfang an gut", berichtete der Madrilene zunächst erleichtert.

Doch keine großen Schmerzen ist natürlich nicht mit dem Rüstzeug für eine Königsklassensaison gleichzusetzen. Auch dies betonte der Weltmeister von 2024: "Ich bin zu 100 Prozent geheilt, aber noch nicht zu 100 Prozent fit. Ich muss an meinen Muskeln arbeiten und der beste Weg dahin, ist es zu fahren. Ich will es nicht übertreiben, aber es ist wichtig, viel Zeit im Sattel zu verbringen, um meine Kondition wiederaufzubauen." Für Punkte in Sprint und Rennen braucht es logischerweise mehr Substanz, als mal eben eine schnelle Runde hinlegen zu können.
Ende des Aprilia-Fluchs? Jorge Martins 2026 beginnt viel besser als 2025
Mit diesen flotten Umläufen sparte er dann nach der Mittagspause, denn in der Nachmittagssession gab Martin nicht mehr derart Gas. Das hatte der Spanier aber auch angekündigt. Vielmehr wurde er von Aprilia doch noch für Aero-Tests eingespannt. Da er sich in der finalen Zeitenjagd nicht beteiligte, fiel er in der Tageswertung am Ende auf Rang 13 zurück. Am positiven Gesamteindruck änderte dies nichts. Insgesamt absolvierte der Ex-Champion 68 Runden. Das sind bereits 54 mehr, als ihm im Seuchenjahr 2025 in den Wintertests gelangen. Damals war seine Saisonvorbereitung nach schwerem Sturz in Malaysia bereits nach 14 Umläufen beendet. Es ist für ihn zu hoffen, dass 2026 tatsächlich unter einem anderen Stern steht. Der Anfang wurde dazu am Samstag in Thailand gemacht.
Wenn ihr die MotoGP-Saison 2026 mit Jorge Martin und seinen 21 Kollegen im TV oder Stream verfolgen wollt, dann haben wir hier alle Infos für euch zusammengestellt:



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