Die Leiden des jungen Fabio Quartararo haben am ersten Testtag in Thailand wohl einen neuen Höhepunkt erreicht. Der MotoGP-Weltmeister von 2021 musste endgültig feststellen, dass er mit der neuen V4-Yamaha erstmal noch weiter hinterherfahren wird, als dies in den letzten Jahren ohnehin schon der Fall war. Die Frustration macht sich nun auch in Form einer unfreundlichen Geste gegenüber seinem Arbeitsgerät breit.
Yamaha experimentiert ohne Erfolg im MotoGP-Test: Noch nie zweimal dasselbe Bike gefahren!
"Ein harter und langer Tag", konstatierte der Franzose sichtlich niedergeschlagen im Interview nach dem ersten Testtag in Buriram. Die Mängelliste der neuen Yamaha mit V4-Motor ist ewig lang. Auf die Frage, was ihn am meisten frustriere, meinte dieser nur: "Alles. Wir versuchen herauszufinden, wie wir dieses Motorrad zum Arbeiten bekommen, was die Basis ist." Diese scheint Jorge Martin hingegen sofort gefunden zu haben. Mehr zum Comeback des Ex-Weltmeisters lest ihr hier:
Im Gegensatz zur Lage bei Aprilia verpuffen die Bemühungen bei Yamaha derzeit allesamt. "Wir haben über den Tag viel geändert, haben nie damit aufgehört. Wir wollten versuchen, irgendetwas für morgen zu finden, aber ehrlicherweise habe ich jetzt gerade immer noch Schwierigkeiten, mich selbst zu finden." Die ständigen Setup-Experimente führen dazu, dass Quartararo sich auch fahrerisch noch nicht einschießen konnte. "Wenigstens einmal zwei Runs mit demselben Bike zu fahren, das wäre großartig", seufzte er vielsagend.
Wie einst Marc Marquez: Fabio Quartararo packt den Stinkefinger aus
An der Körpersprache von 'El Diablo' ist abzulesen, dass er das Jahr 2026 bereits verloren glaubt. Seiner Frustration ließ er auch auf dem Motorrad freien Lauf. Entnervt über das Fahrverhalten der M1 zeigte er dieser gar den Mittelfinger. Die Aktion erinnerte an Marc Marquez am Sachsenring 2023. Damals manifestierte sich der Abgang des Superstars von Honda. Bei Quartararo ist diese Entscheidung jedoch bereits gefallen. Er geht den umgekehrten Weg zu Marquez damals, und schließt sich Honda zur Saison 2027 an. Das andere japanische Werk im Feld hat die Trendwende im Gegensatz zu Yamaha geschafft und befindet sich im stetigen Aufwärtstrend.
Für einen solchen müsste Quartararos derzeitiger Arbeitgeber nicht nur das Fahrverhalten in den Griff bekommen, sondern auch beim neuen Motorenkonzept gewaltig nachlegen. "Es ist frustrierend, auf den Geraden zehn Kilometer pro Stunde zu verlieren. Es ist ja nicht nur auf dieser Rennstrecke, sondern wird auch auf den anderen so sein", setzte die Nummer 20 ihre Litanei fort. Zuverlässig ist das Aggregat auch noch nicht. Einmal gab es am Samstag bereits in der Boxengasse den Geist auf.

Fabio Quartararo ohne Hoffnung für Saisonstart: Auch in einem Monat nicht bereit!
Die Kirsche auf der Frustrations-Torte stellt dann auch noch dar, dass 'El Diablo' nicht einmal mehr seinen Status als schnellster Yamaha-Pilot hielt. Jack Miller war bester Pilot auf der M1, was beim derzeitigen Zustand des Bikes allerdings Platz 17 und mehr als eine Sekunde Rückstand bedeutete. Der Australier verneint die mangelnde Motorleistung nicht, bezeichnete die Beschleunigung als "wie mit einer nassen Perücke", doch immerhin sieht er Fortschritte im Handling der kurvigen Sektoren 3 und 4 auf dem Buriram International Circuit.
Darüber kann Fabio Quartararo aber nur noch schmunzeln. "Jeder Fahrer hat seinen eigenen Fahrstil, aber ich kann dem [Millers Aussagen zum verbesserten Handling, Anm. d. Red.] nicht zustimmen. Ich weiß besonders, wie gut unser Bike letztes Jahr über eine Runde war. Wir wissen also, dass wir immer noch sehr langsam sind. Es gibt immer noch viel Arbeit, um sich überhaupt auf dem Bike wohlzufühlen." Schnelle Fortschritte hält 'El Diablo' für ausgeschlossen: "Ich bin nicht bereit und werde es auch in einem Monat nicht sein. In diesem Winter habe ich noch keine zwei Ausfahrten mit demselben Motorrad gemacht."
Fabio Quartararo stellt sich also auf harte Zeiten zu Saisonbeginn ein. Dennoch erwarten wir uns ein spannendes MotoGP-Jahr 2026. Wenn ihr immer die neuesten Nachrichten aus der Königsklasse haben wollt, dann empfehlen wir euch unseren neuen News-Kanal auf WhatsApp. Hier findet ihr alle Infos:



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