Für Max Verstappen war das Sprint-Qualifying der Formel 1 in Zandvoort eine gnadenlose Rückkehr in die Realität. Nach der Sommerpause und der Vertragsverlängerung mit Red Bull zeigte die Performance am Freitag deutlich auf, in welcher Situation sich die einstigen Seriensieger weiterhin befinden. Während mit Mercedes, McLaren und Ferrari drei Teams die Pole Position unter sich ausmachten, war der Lokalmatador und dreifache Zandvoort-Sieger völlig chancenlos. Teamkollege Liam Lawson kann als Ersatz von Isack Hadjar das Potenzial nicht ausschöpfen.

"Einen haben wir erwischt", sagt Verstappen mit Blick auf Lewis Hamilton, der im Ferrari auf Platz sieben unmittelbar hinter ihm landete. Nach vorne ging für den viermaligen Weltmeister hingegen gar nichts. Eine halbe Sekunde fehlte auf die Pole Position von George Russell, drei Zehntel auf Kimi Antonelli, der sich als Fünfter qualifizierte. "Es ist schwierig, den Grip und die Balance zu finden", so der Niederländer weiter.

Im Training hatte sich dieses Resultat mit Platz elf bereits abgezeichnet. In der Vorbereitung hatte Red Bull bereits nichts mit den Spitzenpositionen zu tun und war sogar noch weiter weg. Ganze 1,3 Sekunden lag Verstappen über der FP1-Bestzeit von Kimi Antonelli. "Gegenüber dem FP1 war es immerhin schon ein Fortschritt", konstatiert Verstappen mit Blick auf das Qualifying-Ergebnis.

Aussicht auf Erfolg gibt es dieses Wochenende nur, wenn das Team über Nacht mal wieder zaubert. "Uns fehlt einiges, um da vorne dabei zu sein. Wir müssen das verstehen und herausfinden, wie wir für morgen die Balance verbessern und mehr Grip finden können", so Verstappen. Doch ob der Turnaround gelingt und die Fans beim vielleicht letzten Heimrennen des Loklamatadors doch noch Verstappen-Feststpiele sehen, ist fraglich: "Das ist ein bisschen Glückssache. Mal sehen, was wir finden. Ich kann das noch nicht abschätzen."

Liam Lawson im Red Bull schnell, aber nicht zur Stelle

Auf der anderen Seite der Garage war mit Liam Lawson für Red Bull ein alter Bekannter im Einsatz. Nur kurz war er 2025 für das Team angetreten, bevor die Degradierung zu den Racing Bulls erfolgte. Nach zwei Rennen musste er mit Yuki Tsunoda tauschen. Für den verletzungsbedingt ausgefallenen Isack Hadjar gibt Lawson in Zandvoort den Lückenfüller im Top-Team. Der Japaner wiederum vertritt ihn bei den Racing Bulls.

Im Q2 schieden beide auf den Plätzen elf und zwölf aus. Nur neun Tausendstel trennte das Duo. Lawson war dabei vier Zehntelsekunden langsamer als Max Verstappen - und hatte sich durchaus mehr ausgerechnet. "Normalerweise verbesserst du dich ja im Qualifying. Wir haben im SQ1 stark angefangen, aber dann haben wir nicht denselben Schritt wie alle anderen hinbekommen", erklärt der Neuseeländer. Im ersten Teil hatte er Platz sechs belegt, anderthalb Zehntel vor Verstappen. "Das Potenzial war auf jeden Fall da, deshalb ist es frustrierend."

In Anbetracht der Tatsache, dass Lawson kurzfristig einberufen wurde und mit dem RB22 keinerlei Vorkenntnisse hatte, war er mit seiner Entwicklung allerdings durchaus zufrieden. "Es gab heute natürlich viel zu lernen. Und bisher fühle ich mich im Auto sehr gut. Auch während des Qualifyings fühlte es sich gut an, und ich dachte auch, dass wir durchkommen", so der 24-Jährige. Für den Rest des Wochenendes fühlt er sich immerhin in einer guten Position: "Wir werden versuchen, es im Qualifying dann besser zu machen."