Während die MotoGP dieser Tage in Sepang ihre ersten offiziellen Wintertestfahrten des Jahres 2026 absolviert, ist einer dazu verdammt, vom Streckenrand zuzusehen: Jorge Martin. Der 28-Jährige aus der spanischen Hauptstadt Madrid fehlt abermals verletzt, nachdem er sich über den Winter zwei geheimen Korrekturoperationen an linkem Kahnbein und rechter Schulter unterzogen hatte. Doch warum hatte er dies zunächst eigentlich verheimlicht? Am Rande des Sepang-Tests klärte der Aprilia-Star auf.
"Wir wussten einfach nicht, ob ich in Sepang dabei sein könnte oder nicht", begann Martin in einer Medienrunde am Sepang International Circuit. Aufgrund der fehlenden Gewissheit habe er sich dann schlicht und ergreifend dazu entschieden, keine unnötige Unruhe generieren zu wollen: "Wir wollten nicht, dass alle über meine Verletzung sprechen. Nach sechs Verletzungen im Jahr 2025 wollte ich meine Ruhe haben und während der Erholung entspannen können. Ich wollte deswegen nicht ständig genervt werden und Anrufe bekommen. Deshalb haben wir uns entschieden, erst im letzten Moment zu entscheiden und es dann zu verkünden."
Jorge Martin erklärt: Deshalb waren zwei weitere Eingriffe nötig
Das passierte vergangenen Mittwoch, nachdem die spanischen Kollegen von 'Motorsport.com' schon eine Woche zuvor vom drohenden Ausfall im Sepang-Test berichtet hatten. Doch warum ließ sich Martin überhaupt noch zwei weitere Male operieren? Schließlich hatte er im November in Valencia bereits erfolgreich sein MotoGP-Comeback gegeben und nie angedeutet, dass weitere Eingriffe zur Diskussion stehen könnten. Der Aprilia-Pilot erklärte: "Einige Knochen waren einfach noch nicht vollkommen verheilt. Deshalb habe ich entschieden, schnellstmöglich zu handeln. Natürlich gab es Zweifel und sich zwei weiteren Operationen zu unterziehen war nicht einfach, nach all dem, was ich hinter mir hatte. Aber es war letztlich das Beste für meine Zukunft. Jetzt habe ich dieses Kapitel endlich geschlossen."
Die erfreuliche Nachricht: Die beiden Eingriffen scheinen sich ausgezahlt zu haben. "Das Schlüsselbein fühlt sich fantastisch an, da habe ich meine Stärke zurück. Und auch die Hand ist jetzt zu 100 Prozent verheilt. Da muss ich mir nur noch mehr Stärke und Beweglichkeit erarbeiten. Aber ich werde bald wieder vollständig fit sein", ließ Martin wissen. Einer Rückkehr beim Buriram-Test in zweieinhalb Wochen (21. und 22. Februar) steht deshalb nichts im Weg: "Das ist das Ziel. Es war hier schon knapp, aber letztlich meinten die Ärzte, dass es besser sei, noch zu warten. Am Montag habe ich eine weitere Untersuchung und wenn alles okay ist, kann ich danach in Spanien wieder mit dem Motorradfahren anfangen, bevor es dann nach Thailand geht."
Am Chang International Circuit warten dann zwei extrem wichtige Testtage auf den 'Martinator', folgt schließlich schon eine Woche später das erste Rennwochenende des Saison 2026 an gleicher Stelle. Um dort nicht völlig bei Null beginnen zu müssen, nahm der Weltmeister von 2024 in den vergangenen Tagen die lange Reise nach Sepang auf sich, um die dortigen Testfahrten aus der Nähe verfolgen zu können. "Ich wollte bei meinem Team sein und in eine Art Rennmodus kommen. Ich wollte verstehen, was sie hier testen, damit ich weiß, was ich in Thailand ausprobieren muss", begründete er.
Aprilia gefällt in Sepang: Jorge Martin sieht gut funktionierende RS-GP
Wie die Eindrücke nach zwei von drei Testtagen in Sepang ausfallen? "Sehr gut", zog Martin ein positives Fazit über die neue RS-GP. Teamkollege Marco Bezzecchi landete bislang zwar nur auf den Plätzen fünf und sechs, fuhr laut eigener Aussage bislang aber auch noch keine 'Timeattack'. Dass ihm am Mittwoch dennoch nur 0,267 Sekunden zur Tagesbestzeit fehlten, sorgte daher für eine breite Brust. "Wir machen dort weiter, wo wir letztes Jahr aufgehört haben", frohlockte auch Martin und meinte: "Ich will nicht zu optimistisch sein, aber es scheint, als würde das Motorrad wirklich gut funktionieren. Ich denke, dass es also nur von mir abhängen wird. Aber ich bin zuversichtlich, dass dieses neue Paket etwas einfacher für mich zu fahren sein sollte."
Einen ersten Eindruck sollte uns der Buriram-Test Ende Februar liefern. Damit ihr diesen und auch keine weiteren News aus der MotoGP-Welt mehr verpasst, könnt ihr jetzt unseren neuen WhatsApp-Kanal abonnieren:



diese MotoGP Nachricht