Die 'Leiden des jungen Jorge Martin bei Aprilia' haben mittlerweile mehr als genug Kapitel angehäuft. Der MotoGP-Weltmeister von 2024 will nach erneutem Test-Ausfall in Sepang endlich wieder Schlagzeilen auf der Strecke machen. Bei den Testfahrten in Thailand soll dazu der Anfang gemacht werden.

Jorge Martin kündigt MotoGP-Start beim Thailand-Test an

"Mein erster Test [des Jahres 2026, Anm. d. Red.] wird in Thailand stattfinden", kündigte der Spanier im Rahmen der MotoGP-Saisonpräsentation in Kuala Lumpur an. In Malaysia hatte er nur als Gast zugesehen, da sein körperlicher Zustand noch zu fraglich war. Wie Aprilia am Montag mitteilte, ergaben die neuesten medizinischen Untersuchungen an der linken Hand und dem rechten Schlüsselbein ein positives Ergebnis. Für eine endgültige Startfreigabe braucht es noch die offizielle Untersuchung vor Ort. Diese sollte jedoch nur eine Formalität darstellen.

Martin fuhr zuletzt 2025 in Valencia die Aprilia, Foto: Tobias Linke
Martin fuhr zuletzt 2025 in Valencia die Aprilia, Foto: Tobias Linke

Der Test in Buriram wird am 21. und 22. Februar gefahren. Nur eine Woche später steigt mit dem Thailand GP bereits der Saisonauftakt. Dem 'Martinator' steht also nach nur zwei Vorbereitungstagen bereits der erste Härtetest ins Haus.

Die Vorzeichen sind gemischt. Einerseits besteht Vorfreude auf das sportliche Paket, andererseits wird er dieses zunächst kaum voll ausschöpfen können: "Ich weiß, dass Aprilia bei der Entwicklung hervorragende Arbeit leistet. Es wird sehr interessant sein, mit diesem Motorrad zu 100 Prozent dabei zu sein. Ich freue mich schon sehr darauf. Ich glaube, dass es mir in den ersten Rennen etwas schwerfallen wird, aber das Jahr ist lang, und wenn das Motorrad gut funktioniert und ich mich daran gewöhne, werde ich um die Spitzenplätze mitkämpfen können."

Wiederholung des Bezzecchi-Prozesses: Das schwierige Qualifying auf der Aprilia

Besonders in seiner Paradedisziplin könnte es zunächst Enttäuschungen geben: "Letzte Saison hatte ich große Schwierigkeiten in der Qualifikation, aber es ist schwierig, diesen Aspekt zu trainieren. Sobald ich das Motorrad kenne - weiß, was es kann und wo seine Grenzen liegen - werden die Rundenzeiten meiner Meinung nach kommen. Was das Renntempo und das Fahrkönnen angeht, bin ich nicht weit von den anderen entfernt, daher könnte alles nur eine Frage der Startposition sein."

Diese Einschätzung deckt sich fast eins zu eins mit der Erfahrung, die Teamkollege Marco Bezzecchi im Vorjahr machte. Der Italiener erlebte zunächst Probleme über eine Runde und startete zu weit hinten. Als er die im Qualifying tückische RS-GP verstanden hatte, wurde 'Bezz' dauerhaft zum Spitzenfahrer. Martin hofft, daraus Profit schlagen zu können: "Wir haben jetzt viele Daten aus dem letzten Jahr mit Marco Bezzecchi, dessen Fahrstil meinem sehr ähnlich ist. Ich glaube, wenn ich mich gut anpassen und schnell körperlich fit werden kann, habe ich eine Chance."

"Es hängt von mir ab" - Jorge Martin will Saison 2026 nicht abschreiben

Bagnaia, Alex Marquez & Co.: Die nächsten MotoGP-Wechsel (10:28 Min.)

Seine MotoGP-Zukunft hat die Nummer 89 wohl bereits geklärt. Der Wechsel zu Yamaha steht bevor. Sich aufgrund des feststehenden Aprilia-Abschiedes zurückzuhalten und 2026 nur als Übergangsjahr zu betrachten, kommt aber nicht in Frage. "Es gibt keinen Plan B. Ich werde alles geben, um wieder mit diesen Jungs [an der Spitze, Anm. d. Red.] mithalten zu können", bringt er seinen klaren sportlichen Ehrgeiz zum Ausdruck.

Martin nimmt sich dazu selbst in die Verantwortung: "Ich möchte nicht zu optimistisch sein, aber ich habe das Gefühl, dass das Motorrad sehr gut läuft. Es hängt vor allem von mir ab, mich anzupassen." Dafür werden zwei Testtage wohl kaum genügen. Die ersten Grand Prix könnten ebenfalls zu Testfahrten im Renntempo werden. Ein Zustand, den Martin aus der Saison 2025 leider nur allzu gut kennt.

Jorge Martin ist nicht der einzige MotoGP-Weltmeister mit Verletzungsvorgeschichte zum Test in Thailand. Auch bei Fabio Quartararo ist ein Start geplant: