Leises Aufatmen am Donnerstagmorgen im Yamaha-Lager: Der japanische MotoGP-Hersteller musste seine für 2026 völlig neu aufgebauten Motorräder mit V4-Motor ja am Mittwoch in Sepang aus Sicherheitsgründen zurückziehen. Nach einem Defekt für Fabio Quartararo am Dienstag wurde ein zunächst unerklärliches Problem am Triebwerk der M1 gefunden. Ohne Lösung für dieses, wollte Yamaha mit seinen Fahrern kein unkalkulierbares Risiko eingehen.
Yamaha entschließt sich zu Comeback bei MotoGP-Tests
Mittlerweile scheint im diesbezüglich aber Klarheit zu herrschen. Um 2:53 Uhr mitteleuropäischer Zeit, also sieben Minuten vor Start des finalen Testtages in Malaysia, gab Yamaha offiziell bekannt, die Testarbeit fortzusetzen: "Nach weiteren Untersuchungen, die über Nacht in Abstimmung zwischen Japan und Italien (dort befindet sich die europäische Einsatzzentrale von Yamaha, Anm.) durchgeführt wurden, um die Ursache für das technische Problem zu ermitteln, das am Nachmittag des ersten Tages an unserem Motorrad festgestellt wurde, und auf der Grundlage der bisher gesammelten Erkenntnisse hat Yamaha beschlossen, seine Aktivitäten auf der Rennstrecke des Sepang International Circuit wieder aufzunehmen."
Genaue Informationen bezüglich des Problems, der Ursache und einer Lösung verschweigt Yamaha bislang. An der Strecke in Sepang war am Donnerstag aber deutlich zu hören, dass die M1-Fahrer auf der langen Geraden mit ihren Maschinen in den Drehzahlbegrenzer gerieten. Das lässt vermuten, dass Yamaha die Drehzahl des V4-Motors weiter reduziert hat. Bereits zu Beginn des Sepang-Tests hatte Technikdirektor Max Bartolini verraten, dass man das neue Triebwerk noch sehr konservativ, also deutlich gedrosselt fahre.
Niedrigere Topspeed-Werte für Yamaha
Für eine Drehzahlreduktion sprechen auch die am Donnerstag erreichten Topspeed-Werte. Spitzenreiter Ducati erzielte da im Vergleich mit Dienstag praktisch identische Höchstgeschwindigkeiten. Marc Marquez war auf den Geraden jeweils schnellster Ducatisto - am Dienstag mit einem Mittelwert von 342,4 km/h, am Donnerstag mit praktisch identischen 342,3 km/h. Bei Yamaha hingegen erreichte Jack Miller am Dienstag noch einen Schnitt von 334 km/h, am Donnerstag waren 331,6 km/h für Alex Rins und Testfahrer Augusto Fernandez das höchste der Gefühle. Miller kam gar nur noch auf 330,4 km/h.

Auf Yamaha könnte an den ersten Rennwochenenden also ein äußerst zäher Start in die MotoGP-Saison 2026 zukommen. Positiv für die strauchelnde Mannschaft aus Iwata: Als einziger verbliebener Hersteller in Concession-Rang D darf Yamaha während der Saison beliebig viele Updates am Motor bringen, könnte im Laufe der 22 Grands Prix also noch zulegen.
UPDATE 15:00 Uhr - Yamaha findet Problemursache, keine Drehzahlbegrenzung
Ohnehin will man sich bei Yamaha durch die Probleme vom Mittwoch nicht allzu sehr aus der Bahn geworfen sehen. "Zum Glück hatten wir alles Wichtige schon ausprobiert. Ich will nicht sagen, dass uns das nicht beeinträchtigt hat, aber es war nichts Dramatisches", war Alex Rins am Donnerstag in seiner Medienrunde etwa darum bemüht, keine unnötige Unruhe zu erzeugen. Zudem gab Teammanager Massimo Meregalli Entwarnung: "Unsere Ingenieure haben die Ursache des Problems gefunden. Das war ein unerwartetes und uns bislang unbekanntes Problem, aber jetzt verstehen wir es und konnten den Test deshalb auch fortsetzen."
Was genau schiefgelaufen war, wollte Yamaha nicht öffentlich preisgeben. Rins verriet allerdings, dass nicht nur Stallgefährte Fabio Quartararo betroffen war. "Sie haben uns gesagt, dass bei Fabio und Toprak [Razgatlioglu, Anm.] zwei Motoren kaputtgegangen sind. Deshalb wollten sie aus Sicherheitsgründen das Risiko minimieren", kommentierte er und gab an: "In Thailand bekommen wir neue Motoren und sollten dann wieder sorgenfrei fahren können." Von einer Drehzahlbegrenzung am Donnerstag wollte er übrigens nichts wissen: "Ich bin heute meine schnellste Zeit gefahren. Wir wurden beim Speed oder der Motorenperformance nicht eingeschränkt. Das Bike war so schnell wie am ersten Testtag. Wir sollten heute nur keine 60 bis 70 Runden fahren."
Spannend wird nun zu sehen sein, wie sich Yamaha im abschließenden Buriram-Test in zwei Wochen (21. und 22. Februar) schlägt. Aber nicht nur auf die Japaner, sondern auch auf Francesco Bagnaia warten dort zwei wichtige Tage:



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