Gleich zwei Aufreger hatte der letzte MotoGP-Sprint des Jahres 2025 in Valencia zu bieten. Zunächst räumte am Samstag Joan Mir zu Beginn der zweiten Runde in Kurve zwei Honda-Teamkollege Luca Marini ab und kassierte dafür eine Longlap-Penalty, dann geriet Jack Miller nur einen Umlauf später an der gleichen Stelle mit Fermin Aldeguer aneinander. Ein Sturz blieb diesmal zwar aus, eine Strafe wurde aber trotzdem ausgesprochen - sehr zum Ärger von Miller.

"Ich hatte den besten Kurvenausgang aus Turn 1, den ich hätte bekommen können. Ich hatte alles unter Kontrolle", begann der Pramac-Pilot in seiner Medienrunde und redete sich anschließend in Rage. Nicht Kollisionsgegner Aldeguer sei das Opfer gewesen, sondern er. "Als wir Seite an Seite waren, hat er die Bremse immer mehr aufgemacht, sodass es für mich immer enger und enger wurde. Da war der Kontakt irgendwann unvermeidbar. Der clevere Ansatz wäre aus seiner Sicht gewesen, einfach härter zu bremsen und mich innen direkt wieder zu überholen. Aber wenn du so fährst, forcierst du den Kontakt und das ist nicht korrekt", schäumte Miller.

Jack Miller flucht gen Fermin Aldeguer: Das ist kein Racing, sondern Boxauto!

Wodurch sich der 30-jährige Australier in seiner Ansicht bestätigt sah? "Ihr habt gesehen, wie weit außen er zum Zeitpunkt [der Kollision, Anm.] war. Er hätte die Kurve niemals bekommen", argumentierte er und wütete weiter: "Ich versuche mein Bestes auf einem Motorrad, das zu wenig Leistung hat. Ich kann [auf den Geraden] sowieso nicht überholen. Ich kann nur ein sauberes Manöver [in den Kurven] versuchen. Und dann machen sie einfach die Bremse nochmal auf. Er versucht da, über mein Vorderrad zu fahren. Das ist kein Racing. Das ist letztlich nur Boxauto fahren."

Völlig unverständlich also für Miller, dass er wenig später von den Stewards angeordnet wurde, als Strafe für den Kontakt mit Aldeguer gleich drei Fahrer passieren zu lassen. Weil er das nicht tat, folgte später eine Longlap-Penalty, die den Pramac-Piloten wenige Runden vor Schluss vom letzten Punkteplatz neun dann auf Rang zwölf - direkt hinter Aldeguer - zurück spulte. Ob er die erste Strafe bewusst missachtet hatte, verriet Miller am Samstag nicht. Ihr Fett bekamen die MotoGP-Stewards um Simon Crafar anschließend aber dennoch weg.

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Jack Miller wütet über MotoGP-Stewards: Konstanz? Welche verfickte Konstanz?

"Nein, ich habe nicht mit ihnen gesprochen, weil das besser für uns alle ist. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt mit Simon reden", fauchte Miller. Von vermeintlich besserem Stewarding seit Amtsantritt des Neuseeländers zu Beginn der laufenden Saison wollte der 30-Jährige aus Townsville nichts wissen, erinnerte unter anderem an zwei Vorfälle mit Aldeguer aus der Vorwoche in Portimao: "Wenn wir schon von Konstanz [in den Urteilen] sprechen: Was ist letzte Woche mit Binder und mir passiert? Da gab es keine Strafe [für Aldeguer]. Von Konstanz kann also keine Rede sein. Ich werde für 10 Minuten vom Training verbannt, weil mein Motorrad eine halbe Runde lang raucht und dann lassen wir ein anderes Motorrad gewinnen, dass den halben Grand Prix lang raucht (Bagnaia in Motegi, Anm.). Ich bekomme 3.000 Euro Strafe für die gleiche Sache. Es gibt keine verfickte Konstanz!"

Heftige Vorwürfe der Nummer 43 in Richtung Crafars und Co. Stimmt ihr Jack Millers Kritik zu oder habt ihr eine andere Meinung? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Wie es Marc Marquez nach seiner Verletzung aus Indonesien inzwischen geht, könnt ihr derweil in diesem Artikel nachlesen: