Es läuft nicht mehr für Joan Mir. Im Malaysia-GP durch den Ausfall von Francesco Bagnaia noch unverhofft auf das MotoGP-Podium gefahren, stehen seither nur noch Nullnummern zu Buche. In Portimao noch zweimal unverschuldet durch Defekte ausgefallen, war es diesmal im Sprint von Valencia aber der Honda-Werkspilot selbst, der sich um Zählbares brachte.
Was passiert war? Ganz einfach: Zu Beginn der zweiten Runde attackierte Mir seinen Teamkollegen Luca Marini in Kurve zwei, verlor dabei aber das Vorderrad und stürzte. Besonders bitter: Das Motorrad des Weltmeisters von 2020 krachte anschließend in Marini und beförderte auch den Italiener zu Boden. Das Worst-Case-Szenario also für das Honda-Werksteam.
Joan Mir: Mein Fehler, aber nicht strafwürdig!
"Beim Versuch, Luca zu überholen habe ich die Front verloren und ihn dadurch zu Sturz gebracht. Wie ihr euch vorstellen könnt, tut mir das sehr leid. Sowas willst du natürlich nie verschulden. Ich möchte mich bei ihm und dem ganzen Team entschuldigen", gab Mir später in seiner Medienrunde zu Protokoll. Bereits im Kiesbett hatte er sich sofort zu Marini gewendet und per Handgeste entschuldigt, was sein Stallgefährte auch direkt akzeptierte. "Ich will nicht über den Crash reden. Ich habe schon mit Joan gesprochen und alles ist gut", kommentierte Marini.
Wer nun aber dachte, dass der Zwischenfall unter Teamkollegen damit aus der Welt geschafft wäre, der täuschte sich. Denn die MotoGP-Stewards kündigten bereits Augenblicke später eine Untersuchung und damit ein potenzielles Nachspiel für Mir an. Ob ihm eine Strafe drohen könnte? Der Spanier selbst gab sich zunächst noch unbesorgt: "Das war mein Fehler, aber kein verrücktes Manöver. Ich war in Kurve eins schon direkt hinter ihm und bin gut herausgekommen. Beim Anbremsen [für Turn 2, Anm.] war ich parallel zu ihm. Mein Bremspunkt war nicht völlig von dieser Welt. Es ist nicht so, dass in dieser Kurve niemand Überholmanöver versuchen würde. Ich habe es versucht, die Front verloren und unglücklicherweise Luca getroffen. Aber wenn sie mich dafür bestrafen, weiß ich nicht, wo man hier überholen soll."

Honda fürchtet um Concession-Rang-C: MotoGP-Strafe für Joan Mir
Klare Kante von der Startnummer 36 also, doch die Stewards stimmten seiner Argumentation am Samstagabend nicht zu. Vielmehr erkannten Simon Crafar und Co. ein Vergehen der Art "MGP-CC3", also das zu Sturz bringen eines anderen Fahrers durch das Verschulden eines Kontakts. Da es sich bei Mir um das erste Vergehen dieser Art in der laufenden Saison handelte, wurde er mit einer Longlap-Penalty belegt. Diese muss der 28-Jährige bei seinem nächsten Grand-Prix-Start - aller Voraussicht nach also am Sonntag in Valencia - absitzen.
Bitter für Honda, denn die Japaner kämpfen in Valencia bekanntlich noch um den Aufstieg in den Concession-Rang C. Dazu benötigen sie weiterhin neun Zähler, nachdem es am Samstag im Sprint kein HRC-Pilot in die Punkteränge schaffte. Um aus Rang D herauszukommen, ist am Sonntag im Grand Prix nun Platz sieben oder besser Pflicht. Mir wäre von Startplatz zehn eigentlich als bestpositionierter Honda-Pilot ins letzte Hauptrennen des Jahres 2025 gegangen, durch die Longlap-Penalty wird ein Platz in den Top-Sieben für ihn nun aber zur Mammutaufgabe. "Ich brauche ein richtig gutes Rennen, um neun Punkte zu machen", merkte er schon vor Bekanntwerden seiner Strafe an. Nun ruhen die Hoffnungen Hondas wohl auf Johann Zarco (Startplatz 11), Marini (13) oder Wildcard-Pilot Aleix Espargaro (14).
Was meint ihr: Schafft Honda am Sonntag den benötigten siebten Platz oder besser noch? Lasst es uns in den Kommentaren wissen! Um den Sieg werden die Japaner jedenfalls nicht mitreden, dazu war die Vorstellung von Alex Marquez am Samstag doch viel zu dominant - und überraschend. Mehr dazu hier:



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