Gleiches Ergebnis, aber ganz anderer Rennverlauf. Lieferten sich Alex Marquez und Pedro Acosta vor sieben Tagen noch ein hochspannendes Duell um den MotoGP-Sieg im Portimao-Sprint, bot der letzte Sprint des Jahres 2025 in Valencia maximal in den ersten zwei Kurven Hochspannung. "Das Rennen war etwas langweilig", gab hinterher sogar Gresini-Teammanager Michele Masini am 'ServusTV'-Mikrofon zu. Aber der Ärger hielt sich in der himmelblauen Garage natürlich in Grenzen, überwog doch klar die Freude über ein unverhofftes Erfolgserlebnis.
"Das lief viel besser als geplant", lachte Alex Marquez, als er am Samstagnachmittag in seiner Medienrunde zur Startphase des Sprints befragt wurde. Von Platz zwei ins Rennen gegangen, übernahm er bereits in der ersten Kurve die Führung von Marco Bezzecchi und flüchtete anschließend nach vorne. Kein Rivale kam in den restlichen zwölfeinhalb Runden nochmal in Schlagdistanz für einen Überholversuch, Acosta erreichte das Ziel als erster Verfolger mit 1,149 Sekunden Rückstand.
Genau das überraschte Marquez jedoch. Warum? "Weil wir in keiner Session der Schnellste waren, im Sprint dann aber plötzlich schon", rätselte der 29-Jährige aus Cervera und freute sich daher umso mehr über den dritten Sprintsieg des Jahres: "Das heute ist eines der besten Gefühle der ganzen Saison, weil das völlig unerwartet kam. Ich hätte gedacht, dass ich heute viel mehr leiden muss. Von daher ist es natürlich umso schöner, jetzt hier zu stehen. Das ist ein spezielles Gefühl, besonders vor den spanischen Fans. Mir gefällt das."
Unverhoffter Sieg: Wieso Alex Marquez im Sprint plötzlich so schnell war
Doch wie gelang der Startnummer 73 dieser doch ziemlich aus dem Nichts kommende, total ungefährdete Sprintsieg? Marquez vermutete, dass zwei Faktoren ausschlaggebend waren. Zum einen: "Ich glaube, dass mich die Rennsituation etwas wachgerüttelt und aktiviert hat. Ich bin plötzlich sehr gut gefahren und war im Flow." Das klassische 'Da sein wenn's zählt' also. Und der zweite Faktor: Tests mit dem 2025er-Aeropaket von Ducati könnten den Gresini-Piloten am Freitag etwas zurückgeworfen haben. Marquez kommentierte: "Heute haben wir uns mehr auf das Setup fokussiert und einen Schritt gemacht, das hat der Sprint gezeigt. Ich konnte sehr gut fahren. Wenn du während eines Wochenendes Dinge testen musst, ist es nicht immer leicht, 100 Prozent aus deinem Motorrad herauszuholen."
Dem Gresini-Team scheint das trotz der Aero-Tests vom Freitag aber noch rechtzeitig zur 'Crunchtime' gelungen zu sein. Für den Sonntag gibt es daher ein klares Ziel. "Ich will wieder um den Sieg kämpfen", stellte Marquez unmissverständlich dar. So einfach wie am Samstag im Sprint soll es im Valencia-Grand-Prix (Start 14 Uhr MEZ) aber nicht mehr werden: "Wir brauchen ein perfektes Rennen, um zu gewinnen. Das Rennen wird sehr lange mit 27 Runden. Wir müssen also unbedingt Reifen sparen und am Ende noch genügend Grip zur Verfügung haben."
Es könnte Alex Marquez' auf absehbare Zeit letzte Gelegenheit auf einen MotoGP-Sieg sein, denn 2026 wird Bruder und Dominator Marc Marquez zurückkehren. Der Ducati-Star gab am Samstag ein Update zu seinem Gesundheitszustand und sieht sich auf einem guten Weg. Mehr dazu im nachfolgenden Artikel:



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