Jorge Martin bleibt 2026 bei Aprilia, das ist seit dem letzten Rennwochenende in Tschechien klar. Auf dem MotoGP-Fahrermarkt ist damit Ernüchterung eingekehrt, das große Stühlerücken zur kommenden Saison bleibt aus. Einige Fragen gibt es aber noch immer klären, etwa bei Yamaha. Dort wird noch nach dem künftigen Teamkollegen von Neuzugang Toprak Razgatlioglu gesucht. Eine Entscheidung sollte eigentlich längst gefallen sein, lässt aber weiter auf sich warten.
"Nein, wir haben nicht miteinander gesprochen. Hoffentlich werden wir bald etwas erfahren", berichtete Miguel Oliveira am Donnerstag in Spielberg, dass er während der dreiwöchigen MotoGP-Sommerpause nichts aus der Yamaha-Zentrale in Iwata gehört hatte. Der 30-Jährige, der vor zwölf Monaten noch Wunschkandidat des damals neuen Pramac-Yamaha-Projekts war, verriet vielmehr: "Das Ziel scheint jetzt zu sein, nach den nächsten zwei Rennen zu einer Entscheidung zu kommen."
Yamaha plant Pramac-Entscheidung nach Ungarn-GP
Die Grands Prix in Österreich (15. - 17. August) und Ungarn (22. - 24. August) scheint Yamaha also noch abwarten zu wollen. Eine letzte Chance für Oliveira, der zuletzt nur selten mit Leistung überzeugen konnte? "Das Ziel ist, mein Bestes zu geben, ein paar gute Resultate in diesen Rennen einzufahren und mich in eine gute Position zu bringen, auch nächstes Jahr noch konkurrenzfähig zu sein", gab sich der fünfmalige MotoGP-Sieger zumindest noch kämpferisch.
"Mein Fokus liegt tatsächlich aber gar nicht so sehr darauf, ob ich bleibe oder nicht", führte Oliveira aus und erklärte seine Taktik für Spielberg: "Ich fokussiere mich auf meine Schwächen mit diesem Motorrad und das ist die Bremse. Ich hatte da Fortschritte gemacht, bin am Sachsenring und in Brünn dann aber gegen eine Wand gefahren. In Brünn habe ich ein Setup ausprobiert, das näher an jenem von Jack [Miller] und Fabio [Quartararo] war, doch damit hatte ich noch mehr Probleme. Ich will das jetzt gelöst haben, denn dann werden Resultate und Performance von alleine kommen."

Das große Problem: Einen Lösungsansatz scheint Oliveira nicht zu haben und dem 30-Jährigen läuft damit die Zeit davon. Vorteil für Noch-Teamkollege Jack Miller? Dieser überzeugte 2025 mit guten Leistungen, war stets zweitbester Yamaha-Pilot nach Quartararo und holte zuletzt bei den 'Suzuka 8h' immerhin Platz zwei für das Werksteam der Japaner. "Ich habe versucht, dort mit ihnen zu sprechen und zu verstehen, wie meine Lage ist. Aber es gibt nichts Neues. Ich muss weiterhin das Wartespiel spielen", konnte jedoch auch er keine Neuigkeiten mit der MotoGP-Öffentlichkeit teilen. "Ich weiß nicht, warum wir eine Entscheidung weiter hinauszögern. Ich hoffe, dass bald etwas herauskommt. Denn andere Optionen beginnen, sich zu schließen."
MotoGP-Gerücht: Jack Miller ins Werksteam, Alex Rins raus?
Warum Yamaha noch immer keine Entscheidung bei der Fahrerwahl für den zweiten Platz im Pramac-Team getroffen hat, könnte auch mit Alex Rins zusammenhängen. Der 29-Jährige aus Barcelona hat es noch immer nicht geschafft, an seine Leistungen vor seiner schweren Beinverletzung aus Mugello im Jahr 2023 anzuknüpfen, fuhr 2025 erst zweimal in die Top-10. Zuletzt machten deshalb Gerüchte die Runde, wonach Rins seinen Platz im Yamaha-Werksteam 2026 trotz gültigem Vertrag an Miller verlieren und vor die Tür gesetzt werden könnte.
Am Donnerstag in Spielberg darauf angesprochen, nahm Rins jedoch sämtlichen Spekulationen um seine Person den Wind aus den Segeln. "Ich mache mir keine Sorgen", erklärte er. "Ich habe letztes Jahr einen Zweijahres-Vertrag mit Yamaha unterschrieben. Ich glaube an das Team und an mich selbst, ich bin da ganz entspannt. Ich fühle mich wohl und der Austausch mit dem Team ist ziemlich gut."
Scheint, als bleibt es also doch beim Shootout zwischen Miller und Oliveira, welcher womöglich nach dem Ungarn-GP entschieden werden könnte. Was aktuell sonst noch so auf dem Fahrermarkt der MotoGP abgeht, erfahrt ihr derweil in diesem Video:



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