Er hat es schon wieder getan! Nachdem sich Johann Zarco im vergangenen Jahr einen Traum erfüllte, gewann der Franzose auch 2025 die legendären Suzuka 8 Hours auf dem Traditionskurs in Japan. Anders als vor zwölf Monaten verkam das dritte Rennen der EWC Langstrecken-WM für den MotoGP-Star diesmal aber zur Härteprüfung.

Ersatzmann darf nicht fahren: Honda nur mit zwei Fahrern in Suzuka

Nachdem sich Iker Lecuona beim Superbike-Event am vorletzten Wochenende am Balaton Park nämlich verletzt hatte und dessen eigentlicher Ersatzmann Xavi Vierge offiziell aufgrund "verfahrenstechnischer Gründe" - laut 'Motorsport.com' erhielt der WorldSBK-Stammfahrer Hondas von den örtlichen Behörden kein Arbeitsvisum - nicht starten durfte, musste das Honda-Werksteam lediglich mit zwei Fahrern in die Suzuka 8 Hours gehen. Und das bedeutete für Zarco und dessen Teamkollegen Takumi Takahashi ein Mammutprogramm: Je vier Stints über eine Stunde und nur knapp 40 Minuten Ruhepausen, während die anderen Teams die Distanz der Suzuka 8h auf drei Fahrer verteilen konnten.

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"Das nur so [mit zwei Fahrern, Anm.] zu machen, ist wirklich, wirklich schwer. Es ist einfach zu heiß", klagte Zarco nach Rennende im Parc ferme. Der Franzose kam dort sichtlich ausgelaugt an, konnte sich erstmal nur wenig über seinen zweiten Sieg in Suzuka freuen. Er beschrieb: "Du schwitzt enorm viel und hast kaum Zeit, dich zu erholen. Wenn du dann wieder auf das Bike musst und rausfährst, ist das wirklich hart. Es ist einfach zu heiß."

Suzuka präsentierte sich am Sonntag in sommerlicher Bestform, bei strahlendem Sonnenschein kletterten die Lufttemperaturen zwischenzeitlich in den mittleren 30er-Bereich und fielen erst in den Abendstunden nochmal etwas ab. Bei einem Rennstart um 12:00 Uhr Ortszeit [5:00 Uhr MEZ] brachte das Zarco und seinem Teamkollegen Takahashi aber natürlich nur wenig. "Ich bin wirklich müde und erschöpft, diese Bedingungen waren unglaublich", beschrieb Letzterer. Und Takahashi weiß, wo von er redet, ist er mit nun sieben Erfolgen doch Rekordsieger der Suzuka 8 Hours. "Sehr hohe Temperaturen, nur zwei Fahrer, nur 40 Minuten Pause zur Erholung … ich will einfach nur Danke sagen an Johann, Jim und alle anderen!"

Das Honda-Werksteam führte die Suzuka 8 Hours vom Start weg an, Foto: EWC
Das Honda-Werksteam führte die Suzuka 8 Hours vom Start weg an, Foto: EWC

Trotz der erschwerten Voraussetzungen war das Rennen selbst für Zarco und Takahashi übrigens kein großes Problem. Von der Pole Position aus in das Langstrecken-Event gegangen, erarbeitete sich das Honda-Duo schnell einen komfortablen Vorsprung gegenüber dem Yamaha-Trio um den zweiten MotoGP-Star Jack Miller, der nur selten unter die 30-Sekunden-Marke fiel. Erst ein spätes Safety Car schob das Feld nochmal zusammen und brachte etwas Spannung, doch ein echter Kampf um den Sieg kam nicht mehr auf, da Yamaha-Pilot Andrea Locatelli nochmal an die Box kommen und sein Arbeitsgerät abgeben musste. So gewann Zarco letztlich komfortabel mit 34,243 Sekunden Vorsprung vor Miller, der die Yamaha YZF-R1 über die Ziellinie fahren durfte.

Jack Miller holte Rang zwei für Yamaha, Foto: EWC
Jack Miller holte Rang zwei für Yamaha, Foto: EWC

Zarco und Miller wohl auch 2026 wieder bei den Suzuka 8h am Start

"Wir sind glücklich. Die Jungs sind fantastisch gefahren. Wir haben alles getan, was wir konnten. Johann und Takumi waren heute einfach auf einem anderen Level", streute der australische Pramac-Pilot anschließend Rosen. "Wir haben das Maximale erreicht, hoffentlich können wir es nächstes Jahr nochmal versuchen." Wie es für Miller 2026 weitergeht, ist bekanntlich immer noch unklar. Ein Verbleib bei Pramac-Yamaha und damit auch ein erneuter Start bei den Suzuka 8h sind aber denkbar. Um seinen ersten Sieg beim Langstrecken-Klassiker zu holen, muss der 30-Jährige dann aber vermutlich erneut an Zarco vorbei.

"Hoffentlich sind wir nächstes Jahr wieder zu dritt, das ist besser", verkündete Zarco nämlich nach Rennende und deutete damit an, dass sein Verbleib bei LCR Honda über das MotoGP-Saisonende 2025 hinaus wohl nur noch Formsache ist. In der Sommerpause 2026 dürfte er dann nach dem dritten Sieg in Suzuka greifen: "Das ist ein Rennen, das mir großen Spaß macht. Mit einem der besten Bikes ist es eine Freude, zu fahren. Das ist wirklich ein tolles Wochenende hier. Du musst deine Kräfte einteilen, aber für mich ist das wie ein Spezialurlaub, hier nach Suzuka zu kommen."

Johann Zarco ist nun zweifacher Rennsieger bei den Suzuka 8 Hours, Foto: EWC
Johann Zarco ist nun zweifacher Rennsieger bei den Suzuka 8 Hours, Foto: EWC

Während Zarco während der MotoGP-Sommerpause also weiterer Selbstvertrauen tankte, bleibt bei Honda-Kollege Joan Mir ein unschönes Gefühl. Wir haben seine Horrorbilanz der letzten zweieinhalb Jahre ausführlich aufgearbeitet: