Formel-1-Kultfigur Günther Steiner in die MotoGP? Diese überraschende News machte vor knapp zwei Monaten erstmals die Runde im Paddock der Königsklasse auf zwei Rädern. Der ehemalige Teamchef von Haas, der bereits des Öfteren bei MotoGP-Rennen vor Ort am Start gewesen war, wurde von internationalen Medien als möglicher Investor beim Tech3-Team ins Spiel gebracht. Und tatsächlich bestätigte Teamgründer Herve Poncharal nur wenig später: "Wir haben mit Günther gesprochen. Er ist ein sehr netter und sehr direkter Kerl, was mir wirklich gut gefällt. Er könnte als Investor oder Minderheitsaktionär an Bord kommen."
Nach der finanziellen Krise und der lange Zeit unklaren MotoGP-Zukunft um Tech3-Ausrüster und -Partner KTM wollte sich das Traditionsteam aus Frankreich durch zusätzliche Sponsoren und externe Geldgeber künftig finanziell besser absichern sowie einem potenziellen Ende der Partnerschaft mit KTM mit Saisonende 2026 - dann läuft das aktuelle Übereinkommen aus - vorsorgen, um das Fortbestehen von Tech3 auch ohne KTM nicht zu gefährden. Auch mit Blick auf die Ankunft von Formel-1-Rechteinhaber Liberty Media schien eine Partnerschaft mit Steiner da nur sinnvoll.
Berichte aus Spanien: Günther Steiner kauft Tech3-Team
Am vergangenen Wochenende berichtete 'Motorsport.com' dann jedoch, dass die Formel-1-Kultfigur nicht nur bei Tech3 als Investor einsteigen würde, sondern sich mit Poncharal sogar auf eine völlige Übernahme des MotoGP-Rennstalls geeinigt hätte. Für eine kolportierte Summe rund um 20 Millionen Euro solle der 60-jährige Italiener die Besitzrechte am Tech3-Team erworben haben, so die klare Botschaft aus Spanien. Während Poncharal sein Amt als Teamchef nach und nach an Steiner abgeben werde, würde das Venture-Capital-Unternehmen Apex den Großteil des Geldes bereitstellen.
Tech3-Boss Herve Poncharal verneint MotoGP-Deal mit Steiner
Der erste große MotoGP-Deal der Liberty-Ära also? Gewiss nicht! Denn wie Tech3-Teamchef Poncharal nun gegenüber 'GPOne.com' klarstellte, handelt es sich beim Bericht von 'Motorsport.com' um Fehlinformationen. "Das sind absolute Fake News", begann Poncharal in einem geschriebenen Statement an 'GPOne.com' und klärte anschließend auf: "Wie ihr wisst, sprechen wir miteinander. Aber NICHTS wurde bislang unterzeichnet. Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass Gespräche stattfinden. Aber ich bin sehr wütend über diese neuen Gerüchte und Spekulationen. Ich werde nicht ins Detail gehen, weil es nichts Neues zu berichten gibt."
Keine Tech3-Übernahme von Steiner also, zumindest für den Moment. Dass sich Poncharal und die Formel-1-Kultfigur in Zukunft noch auf einen Deal einigen könnten, bleibt aber weiterhin möglich. Vielleicht nur als eine Art Investor, wie ursprünglich einmal angedacht, vielleicht auch im größeren Stil wie von 'Motorsport.com' berichtet. Dass sich Poncharal im Alter von 68 Jahren irgendwann mehr und mehr aus dem Tagesgeschäft der MotoGP zurückziehen wird, ist im Paddock der Königsklasse auf zwei Rädern ein offenes Geheimnis.

Erst vor wenigen Wochen gab der Franzose aus diesem Grund auch schon sein langjähriges Amt als IRTA-Präsident an Lucio Cecchinello ab. Steiner weiß aus der Formel 1, wie man einen Rennstall zu führen hat und bleibt damit ein spannender Anwärter auf die Nachfolge Poncharals. Ob und wie Steiner künftig bei Tech3 involviert werden könnte, dürften nun die nächsten Monate zeigen.
Wenn ihr derweil wissen wollt, welche Pläne der neue IRTA-Boss Cecchinello für die MotoGP-Zukunft hat, haben wir hier den perfekten Artikel für euch. Klickt unbedingt mal rein!



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