Seit einigen Jahren dominiert Ducati nun die MotoGP in Spitze und Breite. Auch Luca Marini war bis 2023 noch Teil der italienischen Armada. Der heutige Honda-Pilot sieht vor allem eine strategische Entscheidung als wegweisend für den Erfolg von Borgo Panigale.
Luca Marini lobt Ducati-Ingenieure: Machen weiter, auch wenn sie dominieren
"Gigi [Dall'Igna] drängt alle dazu, hart und viel zu arbeiten. Aber es geht nicht nur um ihn, sondern auch um alle anderen Ingenieure. Der Hunger, den sie auf den Sieg verspüren, selbst wenn sie jeden Grand Prix gewinnen, ist unglaublich. Sie wollen immer noch mehr weiterentwickeln und ihr Motorrad verbessern", schwärmte der Halbbruder Valentino Rossis am Mikro als Co-Kommentator beim MotoGP-Rennen in Mugello. Damals erholte er sich noch von seinem folgenschweren Sturz in Suzuka. Mehr zu dieser Zeit hier:
Damals noch nicht in der Lage, selbst mitzufahren, plauderte der 27-Jährige aus dem Nähkästchen. Den Ursprung der Dominanz sah er in einer wichtigen strategischen Entscheidung Ducatis: "Ich glaube der wichtigste Punkt in der Vergangenheit war, dass sie in die Ingenieure investiert haben. Als ich [2021, Anm. d. Red.] in die MotoGP kam, da änderten sie ihre Strategie bezüglich der Fahrer. Sie hatten sechs oder sieben junge Fahrer und gaben all das Geld für Ingenieure aus, um mehr gute Leute zu haben."
MotoGP-Konkurrenz setzt auf die Stars, Ducati schwenkt um auf Talente
Jahrelang war die MotoGP eine Fahrermeisterschaft. Die Star-Piloten wurden mit großen Verträgen gelockt oder gehalten, denn sie versprachen den Erfolg. Ducati selbst versuchte es nach dem Abgang Casey Stoners vergeblich, zunächst 2011 mit Valentino Rossi und dann 2017 mit Jorge Lorenzo. Honda wiederum setzte erfolgreich voll auf die Karte Marc Marquez und Yamaha schien in Fabio Quartararo wieder einen Goldjungen gefunden zu haben.
Bei Ducati hingegen setzte Anfang der 2020er ein Umdenken ein. Mit Veteran und Starpilot Andrea Dovizioso wurde nicht verlängert. Stattdessen lag der Fokus auf 'günstigeren' Talenten, die zusammen mit dem gesamten Projekt wachsen sollten. Die späteren Weltmeister Francesco Bagnaia und Jorge Martin wurden aufgebaut und auch Grand-Prix-Sieger wie Enea Bastianini, Marco Bezzecchi und Fabio di Giannantonio debütierten auf Ducati. Mit Fermin Aldeguer fährt seit 2025 das nächste hoch gehandelte Talent auf einer Desmosedici.

Geld für die Technik statt für Fahrergehälter: Marc Marquez folgt dem Ruf der Konkurrenzfähigkeit
Anstatt große Budgetanteile in Stargehälter zu stecken, wurde in Ingenieure und Technik investiert. In Gigi Dall'Igna war dann auch noch der Mann zur Stelle, der diese Ressourcen richtig zu nutzen wusste. "Aus diesem Grund und unter seiner [Dall'Ignas] Führung haben sie jedes Jahr das gesamte Potential aus dem Motorrad kitzeln können. Ich glaube alle anderen Hersteller müssen in Zukunft den gleichen Weg einschlagen", meint Marini daher.
Tatsächlich scheint er damit Recht zu haben. Yamaha hat Fabio Quartararo mit gewaltigem Gehalt (kolportierte 12 Millionen Dollar im Jahr) gehalten, macht aber nur langsame technische Fortschritte. Bei Honda ist Marc Marquez letztlich in Richtung Ducati geflohen und fährt dort nun für viel weniger Geld wieder in Richtung WM-Titel. Er entschied sich gegen einen noch gewaltigeren Kontostand und für sportlichen Erfolg. In der aktuellen MotoGP gilt: Auch die Ausnahmekönner müssen auf dem richtigen Motorrad sitzen. Ducati investierte genau in Dieses.
Könnte Marc Marquez aber wieder zu Honda zurückkehren? Bei diesem Thema wurde der Teamchef überraschend deutlich. Hier erfahrt ihr mehr:



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