Nach einem Hoch im Frühling mit Platz vier in Katar, einem zweiten Platz in Silverstone und natürlich dem emotionalen Heimsieg von Johann Zarco im Frankreich-Grand-Prix kam das Honda-Momentum in den vergangenen Rennen wieder etwas zum Erliegen. Die Botschaft der Fahrer vor dem Beginn der Sommerpause war daher eindeutig, es braucht wieder mehr Hilfe und Updates aus der Fabrik in Asaka. Das grundsätzliche Ziel bleibt aber gleich: Honda will zurück an die Spitze - je schneller, desto besser. Und neben einem funktionierenden Motorrad braucht es dazu vor allem eines: Einen Topfahrer.
Mit dem Line-Up aus Joan Mir und Luca Marini im Werksteam sowie Johann Zarco und Somkiat Chantra bei LCR Honda könnte so mancher MotoGP-Fan argumentieren, dass Honda genau dieser Topfahrer aktuell noch fehlt. Und das scheinen auch die Japaner selbst in den vergangenen Wochen und Monaten erkannt zu haben. Nicht umsonst hatten sie in Person von Teammanager Alberto Puig öffentlich Interesse an Weltmeister Jorge Martin gezeigt und auch um KTM-Toptalent Pedro Acosta rankten sich zwischenzeitlich Gerüchte.
Martin und Acosta sagen ab: Probiert es Honda bei Marc Marquez?
Bekommen hat Honda allerdings keinen der beiden Piloten, weshalb es 2026 wohl mit dem nahezu identischen Fahreraufgebot weitergehen wird. Mir verfügt ohnehin schon über einen gültigen Vertrag für die kommende Saison, Marini und Zarco stehen kurz der Verlängerung. Einzig der Verbleib von Chantra wackelt, Moto2-Shootingstar Diogo Moreira könnte ihn ersetzen.
Zur Saison 2027, wenn die MotoGP mit einem neuen Reglement und neuem Reifenlieferanten in eine völlig neue Ära startet, dürfte dann der nächste Anlauf bei Martin und Acosta gestartet werden. Oder probiert es Honda vielleicht sogar bei einem noch größeren Kaliber? Schließlich wäre dann auch MotoGP-Superstar Marc Marquez auf dem Papier wieder verfügbar, sein aktueller Kontrakt mit Ducati läuft Ende 2026 aus. Kommt es zum großen Comeback des Spaniers?
Als Marquez das Honda-Werksteam Ende 2023 nach elf höchst erfolgreichen gemeinsamen Jahren verlassen hatte, sprach er bewusst von einem Abschied auf Zeit. "Für mich ist das kein bye-bye, sondern ein bis später. Ich hoffe, dass sich unsere Wege in der Zukunft früher oder später wieder kreuzen", erklärte die Startnummer 93 damals. Könnte es 2027 soweit sein?

Honda-Boss bezieht Stellung zu MotoGP-Gerüchten um Marc Marquez
Die kurze Antwort: Nein, wohl eher nicht. "Wir denken da nicht drüber nach", verriet Alberto Puig kürzlich in einer offiziellen Pressekonferenz der MotoGP. "Marc hat viel Zeit bei Honda verbracht und großen Erfolg gehabt, aber er hat einen anderen Weg gewählt und das hat sich als korrekt herausgestellt. Ich freue mich für ihn. Wir denken nicht darüber nach, erinnern uns nur an die guten Zeiten." Schlechte Nachrichten also für alle Honda-Fans, die sich ihren Liebling aus Cervera zurückgewünscht hätten. Zumindest eine kleine Hintertür ließ sich Puig dann aber doch offen: "Es ist schwierig, jetzt schon an 2027 zu denken. Das Leben ist manchmal komisch. 2027 wird es Optionen geben und jeder Hersteller wird seine Entscheidungen treffen, um das bestmögliche Fahrer-Lineup zusammenzustellen."
Zumindest eine lose Anfrage beim Marquez-Lager für 2027 könnte also schon geben. Grundsätzlich hat der MotoGP-Superstar aktuell aber wenig Grund, nach Vertragsende 2026 nicht bei Ducati weiterzumachen. Gemeinsam dominiert das spanisch-italienische Gespann aktuell nach Belieben, Marquez liegt klar auf Kurs für WM-Titel Nummer neun. Er fühlt sich bereits extrem wohl in Borgo Panigale und auch das Team hat ihn längst ins Herz geschlossen. Entscheidet sich der 96-malige Grand-Prix-Sieger Ende 2026 nicht zum Karriereende, wird Ducati mit großer Wahrscheinlichkeit seine Anlaufstelle Nummer eins für einen Vertrag über 2027 hinaus bleiben.
Trotz 120 Punkten Vorsprung auf Bruder Alex hat Marc Marquez übrigens nicht die dominanteste Saison der MotoGP-Geschichte bis zur Sommerpause hingelegt. Wer schonmal noch überlegener unterwegs war? Das erfahrt ihr in diesem Artikel:



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