Pedro Acosta war in den vergangenen Monaten eine der Hauptzutaten der MotoGP-Gerüchteküche. Die mittlerweile gelösten wirtschaftlichen Probleme von Arbeitgeber KTM hatten Spekulationen über einen möglichen Wechsel zu VR46 ausgelöst. Regelmäßige Kritik Acostas am Projekt der Österreicher befeuerten diese Spekulationen. Ein Besuch des MotoGP-Youngsters im Ducati-Museum von Borgo Panigale und scherzhafte Posen vor der VR46-Sponsorenwand trugen nicht gerade zur Entschärfung der Situation bei.

Pedro Acosta und VR46: Gespräche über MotoGP-Zukunft

Erste Kontakte zwischen Acosta und dem VR46-Lager hatte es im Winter gegeben, als Teambesitzer Valentino Rossi den Spanier auf seine Ranch einlud und dort ein langes Gespräch mit ihm führte. Wie Teamdirektor und Rossi-Kumpel Alessio 'Uccio' Salucci nun gegenüber den italienischen TV-Berichterstattern von 'Sky Sport' und im offiziellen Livestream der MotoGP verriet, war es nicht das letzte Treffen der VR46-Führungsebene mit Acosta.

'Uccio' managt für Kumpel Valentino Rossi das VR46-Team, Foto: VR46 Media
'Uccio' managt für Kumpel Valentino Rossi das VR46-Team, Foto: VR46 Media

"Wir haben vor rund einem Monat miteinander gesprochen", gestand 'Uccio'. "Pedro hat uns gefragt, wie unsere Situation im nächsten Jahr aussieht. Wir haben ihm zugehört. Wenn jemand wie Acosta auf dich zukommt, dann musst du dir das auch anhören. Es war aber nur ein lockeres Gespräch bei einem Kaffee." Dass es tatsächlich zu einer Zusammenarbeit kommen wird, glaubt 'Uccio' nicht: "Von so einem Gespräch bis zu einem Vertrag bei uns ist es ein weiter Weg."

Pedro Acosta und VR46: 2026 kein Platz, 2027 kein Interesse?

Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe. 2026 will das VR46-Team mit der bestehenden Fahrerpaarung aus Fabio Di Giannantonio und Franco Morbidelli weitermachen. Di Giannantonio verfügt ohnehin über einen Vertrag für das kommende Jahr, Morbidelli soll einen solchen demnächst unterzeichnen: "Wir sind glücklich mit Franco und versuchen gerade, mit seinem Management eine Einigung für 2026 zu erzielen."

Franco Morbidelli und VR46 feiern ein nachträgliches Podium in Katar
Franco Morbidelli holte 2025 bereits drei Podiumsplatzierungen, Foto: VR46

Die Tür bei VR46 würde für Acosta also erst 2027 wieder aufgehen. 'Uccio' bezweifelt aber, dass dieser dann noch ein Interesse an einem Engagement in diesem Rennstall haben wird: "Ende 2026 laufen alle Verträge aus, auch die der Werksfahrer bei Yamaha, Honda oder Ducati. In dieser Situation sollte ein Fahrer wie Pedro in einem Factory-Team landen. Wir werden mit ihm sprechen, aber ich halte es für schwierig, dass er zu uns kommen wird."

Ein weiterer potenzieller Transferhammer löste sich in den vergangenen Tagen in Luft auf. Jorge Martin bleibt 2026 bei Aprilia. Fahrer und Hersteller sind spätestens seit dem MotoGP-Freitag in Brünn wieder auf Kuschelkurs: