In der vergangenen Woche platzte in der MotoGP eine Bombe: Weltmeister Jorge Martin soll darum bemüht sein, das Aprilia-Werksteam schon Ende 2025 wieder zu verlassen. Eine Ausstiegsklausel könnte das möglich machen, zumindest nach Ansicht von Martin und seinem Manager Albert Valera. Das Aprilia-Team reagierte am Donnerstag mit einem Statement und bestand darin auf Gültigkeit des Kontrakts bis Saisonende 2026. Aus der Welt sind die Wechselgerüchte damit aber noch lange nicht - speziell, weil am Freitag ein potenzieller Abnehmer mit spannenden Aussagen aufhorchen ließ.
Honda baggert an Jorge Martin: Wenn er verfügbar ist …
Zu Beginn des 1. Freien Trainings um 12:45 Uhr MEZ trat nämlich Honda-Teammanager Alberto Puig zum Interview im offiziellen Livestream der MotoGP an. Von Boxengassenreporter Jack Appleyard danach befragt, ob das Aprilia-Statement auch aufgrund eines möglichen Honda-Interesses an Martin veröffentlich wurde, antwortete er vielsagend: "Ich denke nicht. Ich glaube, dass nicht nur Honda, sondern alle Teams in diesem Paddock an einem Fahrer wie Jorge interessiert sind, er ist immerhin ein Weltmeister. Wenn du da nicht interessiert wärst, wärst du ein Idiot. Aber wir würden nie einen Fahrer kontaktieren, der einen bestehenden Vertrag mit einem anderen hat. Das sollte eigentlich jeder wissen."
Kein Kontakt zwischen Honda und Martin also - zumindest für den Moment. Denn Puig machte im Anschluss kein Geheimnis daraus, dass er sich im Fall der Fälle um den MotoGP-Weltmeister von 2024 bemühen würde. Ob Honda ein Angebot für Martin abgeben würde, sollte er am Jahresende verfügbar sein? "Wenn er verfügbar wäre, dann sollten wir. Dann ist er natürlich einer der Fahrer, die wir berücksichtigen würden", stellte Puig unmissverständlich klar.
Einen Platz hätte das Honda-Werksteam in jedem Fall verfügbar, der Vertrag von Luca Marini läuft Ende 2025 aus. Zudem sitzt auch Joan Mir trotz gültigem Kontrakt bis Saisonende 2026 nicht gänzlich sicher im Sattel, nachdem er zuletzt viel zu oft im Kiesbett landete und die 2025 stark verbesserte Performance der RC213V nur selten in Punkte ummünzen konnte.

Honda ohne Zeitdruck bei Fahrersuche: Warten auf Martin-Entscheidung
Bleibt Martin also bei seinem Wunsch, Aprilia schon am Jahresende wieder zu verlassen, hätte er bei Honda definitiv eine alternative Option, um anzudocken. Es wird also spannend zu sehen sein, wie sich die Causa um den MotoGP-Weltmeister in den nächsten Wochen und Monaten weiterentwickeln wird. Da Aprilia den eigenen Starpiloten eigentlich nicht vorzeitig gehen lassen will, scheint ein Rechtsstreit inzwischen fast unausweichlich. Das Ergebnis wird weitreichende Folgen haben. Die Frage ist nur, wann dieses stehen wird.
Zumindest bei Honda scheint man allerdings keinen Zeitdruck zu haben. "Es gibt gewisse Gerüchte und Möglichkeiten im Paddock. Wir wollen erstmal abwarten, was passiert. Wir wollen Fahrer haben, die auch wirklich für Honda fahren wollen", meinte Puig mit Blick auf eine mögliche Beförderung von Le-Mans-Sieger Johann Zarco ins Werksteam. Das Gute aus HRC-Sicht: Ducati und KTM haben alle Werksplätze für 2026 bereits vergeben, somit konkurrieren die Japaner auf dem Papier nur mit Yamaha um die Dienste des wechselwilligen Martins. Und im direkten Duell scheinen sich aktuell sowohl auf der Strecke als auch beim Finanziellen die Oberhand zu haben. Da kann man getrost auch erstmal auf Martin warten, ehe andere Fahrerentscheidungen getroffen werden.
Geht es nach Francesco Bagnaia, dürfte Jorge Martin Aprilia allerdings nicht verlassen. Der Ducati-Pilot reagierte am Donnerstag mit einem deutlichen Statement auf die Wechselgerüchte um seinen Ex-WM-Rivalen. Was 'Pecco' genau gesagt hat, könnt ihr hier nachlesen:



diese MotoGP Nachricht