KTM stellte in dieser Woche endgültig die Weichen für die Zukunft. Die für die Sanierung des Unternehmens nötigen 600 Millionen Euro liefert der bisherige Mit- und nun Mehrheitseigentümer Bajaj aus Indien. Somit scheint auch die Weiterführung der wichtigsten Motorsportaktivitäten - allen voran das MotoGP-Projekt - über 2025 hinaus gesichert.
KTM-Boss stellt klar: Motorsport ist Kern der Marke
"Motorsport ist der Kern der Marke KTM", hielt Gottfried Neumeister, der neue Chef des Dachkonzerns Pierer Mobility, am Donnerstag im Interview mit der 'Kronen Zeitung' fest. "Das ist unsere DNA. Motorsport und Innovationen gehören für uns untrennbar zusammen. Weil neue Entwicklungen aus dem Motorsport unsere Serienfahrzeuge verbessern. Das heißt: Es gibt ein klares Commitment zum Motorsport. Ich habe Gott sei Dank alle davon überzeugen können, dass man daran festhält und dass das ein ganz wichtiger Baustein ist."
Dennoch machten am Freitag im MotoGP-Paddock von Silverstone wieder Spekulationen rund um das KTM-Projekt die Runde. Demnach arbeite man bei Promoter Dorna im Hintergrund an einem Notfallplan, falls der österreichische Hersteller für die Saison 2026 doch noch zurückziehen sollte. Das Werksteam werde demnach dann von einem externen Investor finanziert und in Abstimmung mit KTM geführt, der Kundenrennstall von Tech3 würde zu Honda wechseln, wo die Mannschaft von Herve Poncharal dann das zweite Satellitenteam neben LCR wäre.
Honda offen für sechs MotoGP-Bikes
Hondas MotoGP-Boss Alberto Puig wurde am Freitag in Silverstone von Pitlane-Reporter Jack Appleyard auf diese Möglichkeit angesprochen: "Das würde natürlich mehr Arbeit für uns bedeuten. Aktuell steht das nicht zur Debatte, aber wenn es dazu kommen sollte, dann muss sich die Zentrale in Japan überlegen, ob das machbar ist oder nicht. Wir hatten in der Vergangenheit schon sechs Motorräder am Start, aber das ist jetzt eine andere Situation."
Allzu große Gedanken müssen sich Puig und die Honda-Chefetage in Japan aber wohl ohnehin nicht über eine Ausweitung des eigenen MotoGP-Engagements machen. Denn Motorsport-Magazin.com traf am Freitag im Fahrerlager von Silverstone auf KTM-Motorsportchef Pit Beirer - und dessen Statement zu den neuerlichen Gerüchten fiel mehr als deutlich aus: "Das ist absoluter Bullshit." Beirer verweist auf den gültigen Vertrag mit Tech3 und die seit vielen Jahren von Respekt und Offenheit bestimmte Zusammenarbeit mit Herve Poncharal.
Pit Beirer: Die Pläne für den Investorendeal
Und auch zu einem möglichen Investorendeal, den KTM noch in der ersten Saisonhälfte 2025 präsentieren will, hatte Beirer etwas zu sagen: "Wir wollen unser Projekt nicht an einen Investor verkaufen. Es geht um eine finanzielle Entlastung für KTM und gleichzeitig eine strategische Partnerschaft. Dieses Prinzip gibt es bereits bei vielen Formel-1-Teams und es wird nun auch für viele Hersteller in der MotoGP interessant." Durch die für den gesamten Konzern positiven Nachrichten der vergangenen Tagen würden nun auch die Verhandlungen mit potenziellen Investoren eine neue Dynamik bekommen. "Bisher gab es natürlich ein großes Maß an Ungewissheit. Jetzt sind diese Gespräche aber definitiv schöner und leichter zu führen", freut sich Beirer.



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