Die MotoGP lässt während dem Großbritannien-Grand-Prix in Silverstone (23. bis 25. Mai) mit spannenden Personalnews aufhorchen. Verkündet wurde am Freitag aber nicht etwa der erste Fahrerwechsel der von Jorge Martin kürzlich entfachten 'Silly Season' im Jahr 2025, sondern ein Führungstausch bei der Teamvereinigung IRTA.
Herve Poncharal gibt IRTA-Führung nach 20 Jahren ab
Dort wird nämlich Tech3-Teamchef Herve Poncharal sein Amt als Präsident nach zwei Jahrzehnten niederlegen. "Vor 20 Jahren haben mich Carmelo Ezpeleta und Mike Trimby gefragt, ob ich zur Wahl zur Verfügung stünde. Ich habe erst gezögert, dann aber doch akzeptiert. Jetzt habe ich zehn Amtszeiten absolviert und seit sechs oder acht Jahren nach einem Nachfolger gesucht. Ich wollte mich zurückziehen, sobald ein neuer Kandidat hervortreten würde. Das ist aber nie passiert", erklärte der 68-jährige Franzose bereits vor einigen Tagen im Gespräch mit 'GPOne.com'.
In diesem Jahr dann jedoch der Wandel. "In Jerez hat mich Massimo Rivola gefragt, ob wir nicht nach einem neuen IRTA-Präsidenten suchen sollen. Ich habe zugestimmt, weil ich nie vor hatte, diese Position für immer inne zu halten. Ich glaube ohnehin, dass es auf solchen Positionen einen regelmäßigeren Wechsel geben sollte", führte Poncharal aus.
Bereits beim Argentinien-GP Mitte März hatte die IRTA das Bewerbungsverfahren für die Präsidentenwahl 2025 eröffnet, lange Zeit fand sich dort aber erneut nur der Name Poncharals wieder. "Geoff Dixon hat mich gefragt, ob ich weitermachen will. Ich habe dann gesagt: 'Nicht wirklich'. Er sollte meinen Namen aber auf die Liste schreiben, bis jemand anderes hervortritt und ihn dann wieder streichen. Erst ist nichts passiert und ich habe die ganze Sache fast schon wieder vergessen, bis in Jerez alle Hersteller an mich herangetreten sind, weil sie gerne ein neues Gesicht an der Spitze der IRTA sehen wollten."
Lucio Cecchinello wird neuer IRTA-Präsident
Dadurch nahm der Führungswechsel wieder Fahrt auf. Doch es gab ein Problem: Es wollte zunächst niemand auf Poncharal folgen. Da beim letzten IRTA-Meeting vor zwei Wochen in Le Mans noch immer kein neuer Kandidat in Aussicht war, ergriff laut GPOne-Informationen Dorna-CEO Ezpeleta die Initiative und fragte bei Lucio Cecchinello nach. Der Gründer des LCR-Teams zeigte sich wohl überrascht von der Anfrage und zunächst auch unschlüssig, stimmte letztlich aber zu. Ohne Gegenkandidat angetreten, wurde er in einem Meeting am Donnerstagabend in Silverstone dann auch offiziell zum neuen IRTA-Präsidenten gekürt.

Cecchinello zählt zu den Urgesteinen im MotoGP-Paddock. Zwischen 1993 und 2003 ging er selbst in der 125ccm-Klasse an den Start, feierte dabei sieben Grand-Prix-Siege. Bereits 1996 gründete er mit LCR sein eigenes Team. Seit 2006 tritt dieses unter seiner Führung in der MotoGP an und seit 2019 auch in der MotoE. "Dieser Sport hat mir über so viele Jahre so viel gegeben. So viele Erfahrungen, Emotionen, Freude und Genugtuung sowie einen guten Lebensstandard. Jetzt habe ich das Gefühl, dass es an der Zeit ist, etwas an den Sport zurückzugeben", erklärte Cecchinello am Freitag in einer Medienrunde, warum er sich doch zum neuen IRTA-Präsidenten wählen ließ. Vor den neuen Aufgaben fürchte er sich nicht. "Ich mag meinen Job und habe kein Problem damit, abends noch ein paar Stunden länger zu arbeiten. Ich bin es ohnehin gewohnt, mein Abendessen in meinem Büro zu mir zu nehmen", scherzte er.
Welche Aufgaben Cecchinello als neuem Präsidenten der Teamvereinigung nun bevorstehen und was die IRTA eigentlich genau macht, das erfahrt ihr in diesem Artikel:



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