Gefühlt gerade erst gestartet, hat die MotoGP am vergangenen Wochenende am Sachsenring bereits die Halbzeitmarke der Saison 2025 erreicht. Elf Grands Prix sind schon absolviert, mit dem Tschechien-GP wartet in Brünn nun Nummer zwölf und damit der Auftakt in die zweite Saisonhälfte. Nach vier 37-Punkte-Wochenenden in Folge kommt Superstar Marc Marquez mit gewaltig Rückenwind sowie einem deutlichen WM-Vorsprung von 83 Zählern auf Bruder Alex und 147 Zählern auf Teamkollege Francesco Bagnaia ins Automotodrom. Der ideale Zeitpunkt also, um es im letzten Grand Prix vor der dreiwöchigen Sommerpause etwas ruhiger angehen zu lassen und die Führung in der Weltmeisterschaft zu verwalten?

Das sollte man zumindest meinen, gestand sich Marquez selbst doch etwa erst am letzten Samstag nach seinem Last-Minuten-Sprintsieg ein, bei der Jagd nach Marco Bezzecchi eigentlich zu viel Risiko eingegangen zu sein. Doch Marc Marquez ist eben Marc Marquez und nicht umsonst ein achtmaliger Weltmeister. "Wenn ich mich danach fühle, dann pushe ich. Es ist nicht so, als hätte ich in diesem Sprint gepusht, ohne das nötige Gefühl für diese Rundenzeiten zu haben", ruderte er am Medien-Donnerstag in Brünn zurück und erklärte fortan, noch lange nicht im Verwaltungsmodus angekommen zu sein.

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Austin und Jerez lassen grüßen: Marc Marquez will scharf bleiben

"Meiner Meinung nach ist es jetzt noch zu früh, um die Punkte zu managen", lautete die klare Ansage. Es werde zwar in naher Zukunft einige Rennwochenenden wie etwa Österreich (15. - 17. August) oder möglicherweise auch Tschechien an diesem Wochenende geben können, an denen Marquez Probleme habe und akzeptieren müsse, dass andere Fahrer schneller als er seien, doch "du kannst nicht an das Risiko und Sturzvermeidung denken, wenn noch elf Rennwochenenden ausstehen."

Schließlich versuchte sich Marquez zu Saisonbeginn auch schon zweimal im Verwalten und landete in beiden Fällen damit auf der Nase. "Als ich in Austin und Jerez, speziell aber in Austin, gestürzt bin, war ich zu entspannt unterwegs", erinnert die Startnummer 93 an ihre bitteren Abflüge im Amerika- und Spanien-GP Ende März und Ende April. Eine Wiederholung soll unbedingt vermieden werden: "Ich bevorzuge es, diese Anspannung und Mentalität beizubehalten."

Marc Marquez nach Sturz in Austin
Marc Marquez stürzte in Austin genau dann, als er Tempo und Konzentration rausnahm, Foto: IMAGO / PsnewZ

Was geht für Marc Marquez beim MotoGP-Comeback von Brünn?

Wartet im Automotodrom also die nächste Marquez-Gala auf die MotoGP-Fans? Schwierig zu sagen, denn mit drei Königsklassen-Siegen auf dem Kultkurs liest sich Brünn zumindest nicht als klare Paradestrecke des Ducati-Piloten, aber gewiss auch nicht als Angststrecke. Marquez selbst übt sich in Zurückhaltung: "Wir kommen von einer kleinen Rennstrecke mit wenig Grip auf eine lange, breite Rennstrecke mit viel Grip. Wir werden sehen, was wir hier ausrichten können."

Was glaubt ihr: Gewinnt Marc Marquez auch in Brünn wieder beide MotoGP-Rennen oder kann die Konkurrenz seiner Siegesserie ein Ende setzen? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!

Wie ihr das Tschechien-Comeback im TV und/oder Livestream verfolgen könnt, erfahrt ihr derweil in diesem Artikel: