Zwei Wochen nach seinem Handbruch aus der Dutch TT hatte Alex Marquez am Sachsenring nur eine Mission: Bloß nicht stürzen! Diese - speziell am Samstag im Dauerregen - gar nicht so einfache Aufgabe meisterte der aktuelle WM-Zweite der MotoGP-Saison 2025 mit Bravour, holte im Deutschland-GP sogar einen bärenstarken zweiten Platz. Da stellt sich natürlich die Frage, was weitere sieben Tage später in Brünn möglich sein wird. Geht es für Alex Marquez beim Comeback der Kultstrecke mit einer weiteren Woche Regenerationszeit noch höher hinaus? Der 29-Jährige aus Cervera zeigt vorsichtigen Optimismus.
"Mir geht es mehr oder weniger so, wie ich den Sachsenring verlassen habe. In den drei Tagen seither hat es sich nicht viel verbessert", berichtet Marquez am Medien-Donnerstag in Brünn von seinem Gesundheitszustand. Was mit Blick auf den WM-Kampf mit Bruder Marc erstmal nicht sonderlich erfreulich klingt, will er allerdings nicht falsch verstanden wissen: "Ich habe am Dienstag eine Kontrolle beim Arzt bestanden. Alles ist noch an der korrekten Stelle, der Knochen hat sich nicht verschoben." Keine Verschlechterung also, der Start am Sachsenring kam nicht zu früh. "Ich habe nächsten Dienstag nochmal eine Kontrolle und dann ist das erledigt, sofern sich hier in Brünn auch nichts mehr verschiebt."
Gleiche Strategie: Alex Marquez will Schadensbegrenzung in Brünn
Nach der dreiwöchigen Sommerpause sollte Alex Marquez also wieder in körperlicher Bestverfassung angreifen können. Für Brünn gilt das allerdings noch nicht ganz. "Die Situation hat sich [gegenüber dem Sachsenring, Anm.] nicht wirklich verändert, also würde ich gerne mit der gleichen Mentalität weitermachen", gibt die Nummer 73 vor. Das bedeutet: "Verglichen mit Marc und Pecco [Bagnaia] den Schaden minimieren und möglichst wenig Punkte verlieren, einfach von Session zu Session schauen."
Am Sachsenring klappte das bereits ziemlich gut, lediglich Marc Marquez - der erwartbarerweise beide Rennen gewann - holte über das gesamte Wochenende gesehen mehr Punkte als der Gresini-Mann. Gegenüber Francesco Bagnaia konnte sich Alex Marquez in der Fahrer-WM sogar um sechs weitere Punkte absetzen. Das ist auch für dieses Wochenende wieder das klare Ziel, auch wenn der letzte Abstecher nach Tschechien für Alex Marquez nicht nach Plan verlief.
"Das war damals mein drittes Rennen mit Honda nach der Covid-Pause und allem", erinnert er an sein bislang einziges MotoGP-Wochenende in Brünn im Jahr 2020. Damals kam der heutige Gresini-Pilot nicht über Platz 15 hinaus, sammelte in 21 Rennrunden fast 25 Sekunden Rückstand an. "Mit der Honda war ich damals nicht in der Position, ein gutes Resultat zu erzielen", revidiert er das seinerzeit enttäuschende Ergebnis rückblickend und meint: "Davon abgesehen war das in Moto2 und Moto3 immer eine meiner liebsten Strecken. Sie hat Flow und viele Bremspunkte, ein wirklich schöner Kurs - wie Mugello, nur mit mehr Bremspunkten."
Alex Marquez kann Brünn: Werden sehen, ob MotoGP-Sieg möglich ist
Lässt man das eine MotoGP-Rennen außer Acht, kann Marquez in Brünn tatsächlich sehr starke Ergebnisse vorweisen. In sieben Starts in Moto2 und Moto3 gelangen ihm dort sechs Top-Fünf-Resultate, zwei Podiumsbesuche und ein Rennsieg im Jahr 2019. "Ich komme in einem guten Moment hierher", zeigt er wenig überraschend eine breite Brust. "Das Ziel ist, so viele Punkte wie möglich zu erzielen." Im Idealfall soll es noch besser laufen als am Sachsenring, eine Garantie dafür gibt es aber nicht. "Vielleicht werden wir hier auch mehr leiden müssen, ich weiß es nicht", will Alex Marquez die Erwartungen drücken. "Wir müssen einfach von Session zu Session denken und dann sehen, ob wir um den Sieg kämpfen können oder um einen Platz in den Top-10 fahren."
Bruder Marc Marquez wird jedenfalls nicht vor Attacke zurückschrecken. Warum sich der WM-Leader noch lange nicht im Verwaltungsmodus sieht, erfahrt ihr in diesem Artikel:



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