Alex Marquez musste heute eine unglaubliche Serie reißen lassen. Im elften Sprint der MotoGP-Saison 2025 gab es erstmals keinen Doppelsieg der Familie. Während Bruder Marc im Duell mit Marco Bezzecchi erneut siegte, kämpfte sich der Gresini-Pilot nur auf Rang acht ins Ziel. Mit seiner gebrochenen Hand hatte das aber nur indirekt zu tun.

Regenschwäche und Sturzgefahr: Alex Marquez hält sich zurück

"Die Hand und der Finger waren heute nicht das Problem. Es ging vielmehr um das Gefühl auf dem Motorrad und die Risikobereitschaft", betonte der WM-Zweite nach dem Sprint am Sachsenring. Der entscheidende Faktor des Tages war klar: Der Regen. Nach dem Bruch in der linken Hand in Assen fuhr beim Spanier die ihm eingebläute Vorsicht mit: "Bevor ich hierherkam, sagte mir der Doktor einhundert Mal: Bitte stürze nicht! Also waren nasse Bedingungen nicht gerade das Beste."

Alex Marquez in der Gresini-Box
Alex Marquez muss Schadensbegrenzung betreiben , Foto: IMAGO / Alexander Trienitz

Einen Sturz hat er tatsächlich vermeiden können, aber das ist nicht der einzige Grund, warum es nur zu Platz acht reichte. "Mit der GP24 bin ich in vielen Dingen besser, aber nicht im Nassen. Das müssen wir verbessern. Da braucht es eine Analyse, was wir anders machen können", gibt er zu, dass die Ducati nicht immer wunderbar für ihn funktioniert. "Es fehlte ein bisschen beim Einlenken und am Grip. Wenn du dich nicht ganz wohl fühlst, dann denkst du, dass es zum Sturz wie in Le Mans kommen wird", erinnerte er an Negativerfahrungen, die zusätzlich zur Vorsicht beitrugen.

Schadensbegrenzung im MotoGP-Titelkampf: Bis zur Sommerpause überleben!

Dementsprechend bewertete er seinen Auftritt im sächsischen Regen auch gar nicht so negativ, wie sich die Ergebnisliste liest: "Ich habe den Samstag mit der zweiten Startreihe und zwei Punkten im Sprint sogar ein bisschen gerettet, das ist besser als nichts." In Sachen Meisterschaft konnte er dem Sprint auch Positives abgewinnen: "Zwei Punkte können wichtig sein. Ich blicke auf die Meisterschaft und natürlich versuche ich in Richtung Marc zu sehen, aber ich denke auch an Pecco (Bagnaia). Er hat heute einen Nuller geschrieben, also habe ich zwei Punkte auf ihn gutgemacht. Das ist doch etwas." Über das bescheidene Abschneiden von Francesco Bagnaia lest ihr hier:

Absicherung von WM-Rang zwei ist zwar nicht schlecht, aber es gibt ja noch den großen Traum im Kampf gegen den scheinbar übermächtigen Bruder. Nur für diesen war er mit der gebrochenen Hand angereist. Doch weiß Alex Marquez seine Situation auch realistisch einzuschätzen. In Deutschland und auch in einer Woche in Tschechien ist Schadensbegrenzung das Gebot: "Wir sollten nicht vergessen, gegen wen wir da kämpfen. Das ist ein Kerl, gegen den viele nur in Bestform kämpfen können. Das macht die Sache noch größer und uns stolz. In diesen beiden Rennen [Sachsenring und Brünn, Anm. d. Red.] geht es nur darum, zu überleben. Nach der Sommerpause sehen wir weiter."

Mittlerweile sind es 78 Punkte Rückstand auf seinen Bruder. Kann er da noch einmal rankommen? Sagt es uns in den Kommentaren!