Eine durchgemischte Startaufstellung, eine packende Aufholjagd, ein Überholmanöver für den Sieg in der letzten Runde. Die MotoGP lieferte ihren Fans am Samstag im Sprint am Sachsenring ein wahres Spektakel. Nur einer spielte dabei überhaupt keine Rolle: Francesco Bagnaia. Der 28-Jährige aus Italien mischte weder in Qualifying noch in Sprint auf den Spitzenpositionen mit, erlebte vielmehr ein Debakel, das ihn hinterher sprachlos zurückließ.

Platz 13 im FP2, Platz 11 im Qualifying, Platz 12 im Sprint - so liest sich die verheerende Bilanz Bagnaias am Samstag. Ob es da überhaupt etwas Positives festzuhalten gab? "Der Start war gut. Ich hatte eine gute Reaktionszeit und eine eine gute Beschleunigung", übte sich der Ducati-Star in seiner Medienrunde in Galgenhumor. Danach war aber schnell Schluss mit Lustig: "Der restliche Tag war ein Albtraum, ich war einfach nur extrem langsam."

Francesco Bagnaia kann Debakel nicht erklären: Einfach nur langsam!

"Ich hätte gerne mehr gepusht, aber ich konnte einfach nicht. Ich hatte den gesamten Tag große Probleme, Grip am Hinterrad zu finden", fuhr er fort. Wieso dem so war? Bagnaia hatte schlicht keine Antwort parat. "Ich habe den ganzen Tag damit verbracht, nach jeder Session die Daten der anderen [Ducati-]Fahrer zu studieren um zu sehen, wo und wie ich verliere. Aber das hat gar nichts gebracht. Ich hatte den gesamten Tag über die gleiche, langsame Pace. Sobald ich versucht habe zu pushen, habe ich das Heck überall verloren. Das ist schwierig zu verstehen."

Auch im Anschluss nahm Bagnaia kein Blatt vor den Mund. "Ich bin sehr enttäuscht über den heutigen Tag. Ich bin schockiert, was heute passiert ist", berichtete er von seinen Gefühlen und gab an: "Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal in einer Session im Regen so langsam war."

Mit den bekannten Front-Problemen der letzten Wochen hatte das Debakel am Samstag übrigens nichts zu tun. "Witzigerweise war ich am Heck in einer solch schlimmen Situation, dass meine Front gar nicht so schlecht war", gestand Bagnaia erneut mit Galgenhumor. "Ich habe aber mehr 20 Sekunden in 15 Runden [auf Rennsieger Marc Marquez, Anm.] verloren. Ich bin sprachlos."

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Nächste Sachsenring-Klatsche droht: Bagnaia will für Sonnenschein tanzen

Das große Problem: Am Sonntag könnte es erneut zu einem Regenrennen kommen. Wie Bagnaias Plan für den Deutschland-GP (Start: 14 Uhr MEZ) daher aussehe? "Hoffen und einen Tanz für Sonnenschein aufführen", antwortete Bagnaia mit einem gequälten Schmunzeln. Anderenfalls droht das nächste Debakel: "Im Trockenen habe ich mehr Potenzial, kann dort um die Top-Fünf kämpfen. Im Nassen braucht es aber eine radikale Veränderung, sonst werde ich 40 bis 50 Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel kommen."

Eine wahrhaft vernichtende Aussage eines dreimaligen Weltmeisters. Was glaubt ihr: Kann sich Pecco Bagnaia am Sachsenring noch vor der nächsten schallenden Ohrfeige retten? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren! Frust gab es derweil auch bei Teamkollege Marc Marquez, allerdings aus ganz anderen Gründen. Mehr dazu in diesem Artikel: