Die Kult-Strecke in Brünn erfreute sich stets großer Beliebtheit, nur eines störte: Der Zustand des Asphalts. 2020 zeigte er sich als eine solche Buckelpiste, dass die MotoGP danach nicht mehr dort fuhr. Zunächst fehlte das Geld für die Sanierung, doch 2025 steht das Comeback mit erneuertem Asphalt an. Bei einem Test bekamen drei Fahrer einen Vorgeschmack - und waren begeistert.

Unglaublicher Grip! Irre Rundenrekorde bei Brünns MotoGP-Comeback zu erwarten

Dabei handelte es sich um eine Ausfahrt vor dem Rennen auf dem Sachsenring. Honda und Yamaha waren aus unterschiedlichen Gründen vor Ort. Das Fazit der Fahrer war aber stets das gleiche. "Fantastisch! Das Drumherum hat sich nicht verändert, aber bei der Strecke haben sie ganze Arbeit geleistet. Da ist nicht eine Bodenwelle. Das ist eine richtige MotoGP-Strecke, sehr breit und schnell. Brünn war schon immer eine der besten Strecken im Kalender und ich bin einfach glücklich, dass wir dorthin zurückkehren werden und Rennen fahren", jubelte Miguel Oliveira.

Die Vorfreude war auch Markenkollege Alex Rins ins Gesicht geschrieben. "Es war sehr schön. Brünn ist eine MotoGP-Strecke mit besonderen Kurven. Die ersten beiden sind unglaublich. Sobald sie mich fragten, ob ich da fahren will, sagte ich ohne nachzudenken: Ja!" Für ihn ist die Neuasphaltierung ebenfalls ein voller Erfolg: "Der Grip war unglaublich. Ich habe es wirklich genossen."

Inoffiziell wurde der Rundenrekord beim Test bereits um mehr als eine Sekunde unterboten, obwohl gar nicht wirklich auf Zeitenjagd gegangen wurde. Ein richtiger Rundenrekord kann aber nur mit offizieller Zeitmessung am Rennwochenende aufgestellt werden. Die 1:54.596 Minuten von Marc Marquez aus dem Qualifying im Jahre 2016 werden aller Voraussicht nach pulverisiert werden.

Marini nach Verletzungspause vom Grip überfordert: Nicht mehr als 15 Minuten Fahrt möglich

Für den dritten Teilnehmer des Tests machte der fantastische Grip die Sache aber auch nicht leicht. "Ich fuhr dort den Test und konnte nicht mehr als fünf Runden fahren", berichtete Luca Marini. Für den Italiener war es die erste Ausfahrt auf einem MotoGP-Bike, nachdem er sich bei einem Trainingssturz für die acht Stunden von Suzuka schwer verletzt hatte.

Für Luca Marini wird Brünn eine Herausforderung, Foto: Honda Racing Corporation
Für Luca Marini wird Brünn eine Herausforderung, Foto: Honda Racing Corporation

Für den Honda-Werkspiloten wird die Rückkehr also nicht nur Spaß, sondern auch eine große Herausforderung: "Mit Sicherheit ist Brünn wesentlich anspruchsvoller als der Sachsenring. Mit dem neuen Asphalt ist das Grip-Niveau unglaublich und das Motorrad fühlt sich unglaublich an. Da brauchst du eine Menge Kraft. Deswegen konnte ich nicht so konstant fahren und schaffte auch nicht mehr als 15 Minuten auf dem Motorrad." Zumindest hatte er aber schon den Deutschland GP als Vorbereitung.

Noch keinen Eindruck vom Grip in Brünn hatte Weltmeister Jorge Martin. Dennoch wird der Spanier dort sein Comeback nach langer Verletzungspause geben: