Am Donnerstag erwartete die gesamte MotoGP-Welt gespannt die Rückkehr ihres Weltmeisters, der sich in den vergangenen Monaten einen irren Vertragsstreit mit Arbeitgeber Aprilia geliefert hatte. Und Jorge Martin lieferte, erklärte seinen ursprünglichen Wechselwunsch im Rahmen einer außerordentlichen Pressekonferenz ebenso in aller Ausführlichkeit wie die Tatsache, warum er 2026 nun doch mit dem Hersteller aus Noale weitermachen will. Alle Hintergründe dazu liefern wir euch in diesem Artikel. Aus den Schlagzeilen verschwindet Martin damit aber natürlich nicht, denn am Freitag gibt er schließlich auch noch sein lange erwartetes Comeback auf der Rennstrecke.
Zum bislang letzten Mal war Martin in den Abendstunden des 13. Aprils im Rahmen eines MotoGP-Rennwochenendes auf seiner Aprilia RS-GP gesessen. Im Katar-Grand-Prix gerade erst sein Comeback nach dem Kahnbeinbruch aus der Saisonvorbereitung gefeiert, stürzte er in Runde 14 des Hauptrennens am Sonntag folgeschwer und wurde vom nachfolgenden Fabio Di Giannantonio getroffen. Acht Rippenfrakturen, eine Pneumothorax und eine Pleura-Schwellung setzten ihn seither außer Gefecht, 19 Brüche in 67 Tagen lautete die verheerende Bilanz.
Zweites MotoGP-Comeback 2025: Jorge Martin jetzt besser vorbereitet
In welchem Zustand der 'Martinator' nun also zurückkehren wird? Das war die große Frage am Donnerstag - nach jenen zu seiner vertraglichen Situation natürlich. "Ich fühle mich bereit", lieferte Martin dann auch die erhofft erfreuliche Antwort. Er überraschte sogar: "Ich fühle mich besser als jemals zuvor in meinem Leben. Natürlich brauche ich jetzt viele Runden auf meiner RS-GP, aber körperlich und mental habe ich in dieser Auszeit viel gearbeitet. Ich habe hart an meiner persönlichen Performance gearbeitet und glaube, dass ich jetzt ein besser vorbereiteter Fahrer bin."
Sorgen müssen sich MotoGP-Fans um den amtierenden Weltmeister also offenbar nicht mehr machen, die zahlreichen Verletzungen scheinen vollständig ausgeheilt und Martin bestens vorbereitet für die Rückkehr auf die Rennstrecke. Die Lehren aus dem letzten Comeback-Versuch sind gezogen: "In Katar war ich nicht gut vorbereitet. Ich hatte Angst, mich erneut zu verletzen und hatte deshalb nicht viel trainiert. Ich war in keinem guten Zustand und meine Hand noch nicht bei 100 Prozent. Jetzt fühle mich aber sehr gut vorbereitet", unterstreicht der Spanier. "Ich hatte fast zwei Monate Vorbereitungszeit, das war wie eine Saisonvorbereitung für mich."
Gegipfelt hatte diese 'zweite Saisonvorbereitung' vergangene Woche in einem gesonderten Test, den Martin gemeinsam mit Aprilia in Misano absolvieren konnte. "Das war fantastisch", berichtet er von einem vollen Erfolg. Die körperlichen Zweifel konnten dort schnell ausgeräumt und die Arbeit am Setup zeitnah aufgenommen werden: "Wir haben viel an meiner Position auf dem Motorrad gearbeitet, das ging in Katar nicht. Wir haben immer noch viel zu tun, aber ich fühle mich schon gut. Ich spüre große Unterschiede zwischen dem Bike aus Katar und jetzt. Ich muss Marco [Bezzecchi] und dem Team also einen großen Glückwunsch aussprechen, sie haben tolle Fortschritte erzielt."

Jorge Martin: Kein Ergebnisdruck in Brünn, aber…
Dreimal in Folge war Marco Bezzecchi mit der RS-GP zuletzt in Assen und am Sachsenring unter die Top-Drei gefahren, hätte auch im Deutschland-GP ohne Sturz wieder Platz zwei geholt. Zweifellos also ein starkes Paket, das Aprilia da inzwischen zusammengeschnürt hat. Doch wie lange wird es dauern, bis auch Martin das ganze Potenzial der RS-GP abrufen kann? "Das ist unmöglich zu sagen und ich will auch gar nicht auf irgendwelche Resultate spekulieren", kommentierte der 27-Jährige entschieden. Das klare Ziel: "Ich bin hier, um mich vollständig zu erholen. Es war wichtig, nach Brünn zu kommen und Daten zu sammeln, an denen wir während der Sommerpause arbeiten können."
Bloß kein unnötiger Druck also. Doch bei aller berechtigten Zurückhaltung konnte sich Martin dann auch nicht verkneifen, schon in Brünn nach dem Bestmöglichen greifen zu wollen. "Ich bin hier, um zu kämpfen. Nicht, um einfach nur Runden abzuspulen", stellte er klar und offenbarte im Anschluss auch keine Zweifel daran, wieder zu alter Stärke aus der Saison 2024 zurückfinden zu können. "Natürlich kann ich das schaffen", entgegnete er seinem Fragensteller. Ungewiss sei nur, wie lange das dauern werde. "Morgen werde ich sehen, ob ich um Platz drei oder Platz 15 fahre." Allzu lange wird die Rückkehr des 'Martinators' an die MotoGP-Spitze aber wohl nicht mehr auf sich warten lassen. "Wir haben [nach Brünn] noch zehn Rennen. Da werden wir noch ein paar Chancen bekommen, um Podien zu kämpfen und Rennen zu gewinnen", offenbart Martin große Ziele für das restliche Kalenderjahr 2025.
Vor dem Comeback scheinen sämtliche Selbstzweifel also verschwunden. Was traut ihr dem amtierenden Weltmeister beim Comeback zu? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!



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