Pole Position, Sprintsieg, Vorsprung in der Weltmeisterschaft ausgebaut - Marc Marquez erlebte am Samstag einen beinahe perfekten Tag, einzig die Bestzeit im 2. Freien Training verpasste er als Zweiter um 0,016 Sekunden. Wahrlich kein schlechtes Resultat auf einer Strecke, die historisch gewiss nicht zu den Paradestrecken der Startnummer 93 zählte. Eigentlich hätte Marquez am Samstag also mehr als genug Grund zur Freude haben sollen, von losgelöster Stimmung wie beim Heimspiel in Aragon vor zwei Wochen war aber keine Spur. Vielmehr kam es in Mugello teilweise zu unschönen Szenen.

Nach Sprintsieg: Buhrufe und Pfiffe gegen Marc Marquez

Während den Feierlichkeiten auf dem Sprint-Podium waren von den Rängen etwa viele Buhrufe und Pfiffe der italienischen Tifosi in Richtung Marquez' zu hören. Videos, die in den Sozialen Medien verbreitet wurden, zeigten deutlich, wie wenig Ducati-Teammanager Davide Tardozzi vom Verhalten der Zuschauer hielt. "Seid leise, leise! Er ist ein Roter", rief er in Richtung der Hauptrtribüne und versuchte, die zahlreichen Ducati-Fans zu beruhigen.

Davide Tardozzi versuchte, die pfeifenden Tifosi zum Verstummen zu bringen, Foto: IMAGO / IPA Sport
Davide Tardozzi versuchte, die pfeifenden Tifosi zum Verstummen zu bringen, Foto: IMAGO / IPA Sport
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Wieso Fans ihren eigenen Werksfahrer ausbuhen? Die Antwort liegt natürlich in der MotoGP-Geschichte der letzten zehn Jahre. Nach den Vorkommnissen der Saison 2015 wurde Marquez als Erznemesis des italienischen Nationalhelden Valentino Rossi zum Staatsfeind. Auch Jahre später haben die Tifosi dem 32-jährigen Spanier nicht vergeben, lassen ihn ihre Abneigung bis heute bei jeder Gelegenheit spüren. Daran änderte offenbar auch nichts, dass Marquez inzwischen nicht mehr gegen Ducati kämpft, sondern seit 2024 selbst für die italienische Marke fährt. Schon nach seinem Sieg in Misano im Vorjahr war es zu unschönen Szenen gekommen.

Marc Marquez lacht über Tifosi-Verhalten: Heute bislang bester Tag!

Marquez selbst zeigte sich am Samstagabend sportlich. "Es war von allem etwas dabei. Ich hoffe, dass diejenigen, die mir applaudiert haben, meine Aufholjagd genossen haben - das ist das Schöne am Motorradfahren", kommentierte er gegenüber den spanischen Kollegen von 'DAZN'.

In seiner Medienrunde war er später sogar schon zum Scherzen aufgelegt. "Heute war das das bislang beste Jahr, es war 50:50", lachte Marquez über das Verhältnis von Applaus und Pfiffen. "Ich hoffe einfach, dass diejenigen, die gejubelt haben, das Sprintrennen und meine Pole Position genossen haben", ergänzte er erneut und verkniff sich daraufhin harsche Worte in Richtung der Tifosi: "Diejenigen, die Motorradsport lieben … natürlich kannst du einen Fahrer oder einen anderen unterstützen, das ist ihre Entscheidung. Ich erledige einfach meinen Job auf der Strecke."

Marc Marquez jagt Valentino Rossis MotoGP-Rekord: Nicht wichtig (08:45 Min.)

Nach seiner Galavorstellung am Samstag stehen die Chancen nicht schlecht, dass Marquez auch am Sonntag wieder auf dem Podium auftauchen wird. Wie die italienischen Fans dann wohl reagieren werden? Was meint ihr: Ist das Verhalten der Tifosi gerechtfertigt? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!