Dritter Sprint der MotoGP-Saison 2025, drittes identisches Ergebnis. Auch in Austin schnappt sich Marc Marquez wieder die Goldmedaille vor Bruder Alex, Francesco Bagnaia bleibt zum dritten Mal in Folge nur der dritte Platz. Der nächste Rückschlag also für den stolzen Italiener, der in der Fahrer-Weltmeisterschaft nun schon 36 Punkte und damit fast ein komplettes Rennwochenende hinter WM-Leader Marquez liegt? Keinesfalls! Denn dieser MotoGP-Sprint war anders, auch wenn das Ergebnis nicht den Anschein macht.

Endlich wieder aggressiv: Der alte Bagnaia sendet Lebenszeichen

Zum ersten Mal im Jahr 2025 ließ Bagnaia im Zehn-Runden-Rennen aber erste Ansätze seines alten Ichs aufblitzen. Anders als in Buriram oder Termas de Rio Hondo akzeptierte er seine Niederlage gegen die Marquez-Brüder diesmal nicht schon mit dem Rennstart, sondern wehrte sich hartnäckig und attackierte mehrfach. Zunächst ging der zweimalige MotoGP-Weltmeister in Kurve eins mit einem ebenso späten wie mutigen Manöver kurzzeitig in Front, dann konterte er in Kurve drei gleich nochmal gegen Teamkollege Marc Marquez. Eine Aggressivität im Zweikampf, die die Startnummer 63 zuvor komplett vermissen hatte lassen.

"Das Ergebnis ist letztlich dasselbe, aber die Wahrheit ist, dass mein Rhythmus und mein Gefühl viel besser waren", bestätigte Bagnaia am Samstagabend in seiner Medienrunde auch selbst. Die Freude darüber war dem 28-Jährigen ins Gesicht geschrieben. "Heute hatte ich zum ersten Mal die Möglichkeit, anzugreifen. Ich hatte ein gutes Gefühl und das gibt mir Kraft für morgen. Ich bin sehr zufrieden", bilanzierte er.

Verpatztes Qualifying einziger Wehrmutstropfen für Francesco Bagnaia

Bereits am Freitag hatte Bagnaia verraten, erste Fortschritte mit der Ducati Desmosedici GP25 gemacht zu haben. Im Klassement war das nicht ablesbar, weil sich der gebürtige Turiner in den schwierigen Bedingungen im Training bewusst Spielraum nach oben gelassen hatte - zumindest laut eigener Aussage. Zweifel waren durchaus angebracht, 24 Stunden später bestätigte Bagnaia sein Statement jedoch. Er hatte seine Trainingsleistung gewiss nicht schöngeredet. Dass es am Samstag nicht noch mehr Grund zur Freude gab, lag wohl einzig am Qualifying.

Dort hatte Bagnaia keine gute Runde zusammenbekommen, landete mit einer halben Sekunde Rückstand nur auf Startplatz sechs. Von weiter vorne losfahrend, hätte er die Führung womöglich schon vor Kurve eins übernehmen und anschließend länger als nur wenige Meter halten können. "Die Qualifying-Runde war eine Runde voller Fehler. Ich wusste, dass ich es damit nicht in die erste Reihe schaffen würde", haderte Bagnaia, suchte anschließend aber gleich wieder das Positive: "Das Potenzial war da. Und im Rennen sind mir hinter den beiden Marquez dann weitere Verbesserungen im ersten Sektor gelungen. So muss ich morgen jetzt noch im dritten Sektor weitermachen."

Bagnaia klärt auf: Rückkehr auf 2024er-Ducati Missverständnis (07:11 Min.)

Zehn Minuten verbleiben Bagnaia im Warm Up am Sonntagnachmittag (16:40 Uhr MEZ) noch, dann wird es mit dem Amerika-GP (Start: 21 Uhr MEZ) wieder ernst. Gelingt es ihm dann endlich, die Marquez-Brüder erstmals im Jahr 2025 zu bezwingen? "Wir werden sehen, was morgen passiert", will Bagnaia keine Prognosen abgeben. Zumindest gegen seinen Teamkollegen rechnet er sich jedoch keine echten Chancen aus - trotz der verbesserten Performance. "Es ist Fakt, dass Marc hier momentan auf einem anderen Level fährt", begründet er und vermutet, dass sein Stallgefährte im Sprint noch nicht alles gezeigt habe: "Heute morgen [im FP2] ist er mit dem Medium gefahren und war schneller als jetzt. Ich denke also, dass er noch Reserven hat."

Francesco Bagnaia angriffslustig: Alex Marquez schlagbar!

Den zweiten Marquez-Bruder auf der Vorjahres-Ducati hält Bagnaia jedoch für schlagbar. "Ich bin mir sicher, dass ich mit Alex kämpfen kann", schickt er eine Kampfansage in Richtung der Startnummer 73. Es wäre jedenfalls ein wichtiger Etappensieg auf dem Weg zurück an die Spitze und ein gerngesehener Boost vor dem Katar-Grand-Prix in zwei Wochen. "Ich werde es versuchen und mein Bestes geben", sagt Bagnaia. "Dann wird kommen, was kommen wird."

Für ein Ende seiner Siegesserie hatte Marc Marquez am Samstag derweil fast selbst gesorgt. Nur mit viel Glück und Talent konnte er einen schlimmen Highsider verhindern. Die Reaktion auf den Sprint-Schreckmoment könnt ihr hier nachlesen: