Wo kommt der denn her!? - Das dürfte sich während des MotoGP-Sprints in Austin so mancher Zuschauer vor den TV-Geräten gefragt haben. Von Startplatz elf in das Kurzrennen gegangen, mischte Fabio Quartararo schon in der ersten Runde plötzlich das Vorderfeld auf. Dort konnte er sich zwar erwartungsgemäß nicht bis zum Schluss halten, mit Platz sechs sicherte sich der Franzose aber dennoch erstmals im Kalenderjahr 2025 den Titel des 'Best of the rest'. Lediglich die fünf Ducatis der Marquez-Brüder, Francesco Bagnaias, Fabio Di Giannantonios und Franco Morbidellis hatten ihn geschlagen.

Yamaha-Trendwende nach schwachem MotoGP-Saisonstart?

"Heute war großartig, obwohl wir am Vormittag keine außergewöhnlich gute Pace hatten und deutlich langsamer waren als die Desmosedicis", bilanzierte Quartararo am Sonntagabend sichtlich zufrieden in seiner Medienrunde. "Im Rennen konnte ich das Maximum aus dem Paket rausholen, das ich zur Verfügung hatte. Ich hatte heute Spaß!"

Worte, die Yamahas Starpilot zuletzt selten in den Mund genommen hatte. Bei den ersten Wintertestfahrten des Jahres 2025 in Sepang zunächst noch wie Phönix aus der Asche gestiegen, erlebte der MotoGP-Hersteller aus Iwata nämlich einen enttäuschenden Saisonstart. Sowohl in Thailand als auch in Argentinien präsentierte man sich als Schlusslicht in der Hackordnung, sammelte lediglich 13 Punkte in der Konstrukteurs-WM und belegte mit Werksteam und Kundenteam Pramac in der Team-Wertung die letzten beiden Plätze.

Und auch in Austin deutete zunächst nichts auf eine Trendwende hin. Einzig Jack Miller konnte den nassen Trainingsfreitag nutzen, um in der oberen Hälfte des Klassements aufzuzeigen. Quartararo verpasste den direkten Q2-Einzug dagegen erstmals im Jahr 2025 und auch Austin-Spezialist Alex Rins scheiterte deutlich. In Q1 konnte sich zumindest Quartararo dann als Zweiter zwar in die Finalrunde durchkämpfen, kam dort aber auch nicht über den bereits erwähnten Startplatz elf hinaus.

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Chancenlos gegen die VR46-Ducatis, aber immerhin gute Saves!

Woher also die Trendwende im Sprint? Eine wirkliche Erklärung konnte 'El Diablo' am Samstagabend nicht abliefern. Stattdessen freute er sich vielmehr über das unvorhergesehene Glück. "Hatte ich Probleme auf der Bremse? Ja, speziell in Kurve 15. Dort konnten sie [die Ducatisti, Anm.] das Bike auf zwei Rädern stoppen, während ich das nur über die Front machen konnte. Ich musste hart pushen, um den Anschluss zu halten und habe die Front dadurch mehrmals verloren. Ich konnte aber auch ein paar gutes Saves hinlegen", beschreibt er.

Tatsächlich hätte das starke Rennen Quartararos auch schon viel früher zu Ende gehen können, speziell in Runde vier. Dort verlor der 25-Jährige nämlich in Kurve 15 das Vorderrad und kam beinahe zu Sturz, nur mit viel Glück und Talent konnte er sich an Bord seiner YZR-M1 halten. Ex-Teamkollege Franco Morbidelli kam so jedoch vorbei und wenig später auch Fabio Di Giannantonio.

Dass er den VR46-Jungs im Anschluss wenig entgegenzusetzen hatte, wollte Quartararo dann bei aller Freude über P6 aber auch nicht Vergessen wissen: "Uns fehlt die Balance am Heck und das bringt auch Probleme beim Beschleunigen und in der Kurvenmitte mit sich. Und auch beim Richtungswechsel rutscht das Motorrad recht stark. Wir müssen da mehr Grip finden", lautet die klare Botschaft an Yamaha. Gelingt das nicht, bleiben solche Husarenritte wie am Samstag 2025 wohl eher die Ausnahme als die Regel.

Sogar noch deutlich spektakulärer musste am Samstag auch Marc Marquez einen Supersave nach Hinterradrutscher hinlegen. Wie der Ducati-Pilot auf diesen Warnschuss reagierte, erfahrt ihr hier: