MotoGP

Die Stimmen zum Tschechien GP der MotoGP in Brünn

Marc Marquez siegte meilenweit vor Dani Pedrosa und Maverick Vinales. Das hatten die Piloten zum Tschechien GP zu sagen:
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Motorsport-Magazin.com - 1. Marc Marquez (Repsol Honda):"Ich habe mich heute Morgen mit dem harten Reifen nicht gut gefühlt, der war irgendwie seltsam. Als ich das auf der Aufwärmrunde gemerkt habe, habe ich meinem Team gesagt habe, dass sie den Reifen wechseln sollen. Ich habe aber schnell gemerkt, dass das nicht funktionieren wird. Ich bin dann einfach in die Box gekommen und habe das Flag-to-Flag genutzt. Dann habe ich meinen Rhythmus gefunden und bin zum Glück nicht gestürzt. Wir nehmen diese 25 Punkte mit, die sind wichtig für die WM."

2. Dani Pedrosa (Repsol Honda): "Wir wissen, dass diese Rennen schwer sind. Es hat den ganzen Tag mal wieder geregnet und dann wieder nicht. Man konnte sich nie sicher sein. Ich bereue nur eine Runde. Ich hätte eine Runde früher reinkommen sollen, das war eigentlich auch mein Plan. Aber dann habe ich mich an die anderen gehängt. Das hätte ich nicht tun sollen. Das bereue ich. Aber wir sind trotzdem ein gutes Rennen gefahren. Es war zwar nicht perfekt, aber wir stehen auf dem Podium und das ist gut."

3. Maverick Vinales (Yamaha): "Die erste Rennhälfte war schwer, aber ich habe alles gegeben. Es war schwer, die Reifen auf Temperatur zu bekommen. Wir haben einen guten Job gemacht. Nach so einem schweren Wochenende aufs Podium zu kommen, ist sehr schön. Wir müssen aber weiter härter arbeiten."

4. Valentino Rossi (Yamaha): "Für mich ist es in diesen Flag-to-Flag-Rennen immer schwierig. Das ist definitiv nicht meine Stärke, am Ende war das Resultat aber nicht so schlecht. Es ist natürlich schon etwas schade, weil ich bei völlig trockenen oder völlig nassen Verhältnissen um das Podium hätte kämpfen können. Trotz allem war e ein gutes Wochenende. Die Arbeit mit dem Team war gut, ich habe mich auf dem Bike wohlgefühlt und war das gesamte Wochenende über stark. Das ist nicht schlecht."

Rossi lag zunächst auf Podiumskurs - Foto: Tobias Linke

5. Cal Crutchlow (LCR Honda): "Es wäre schön gewesen, mit Pedrosa ums Podium zu kämpfen. Ich kam gleichzeitig mit ihm rein und er überholte Petrucci dann besser als ich. Es war so schwierig, die Ducati zu überholen, und als er vor sie kam, konnte er davonfahren, und ich brauchte zehn Runden mehr als er. Sobald ich an Petrucci vorbei war, konnte ich härter fahren, aber Maverick hatte mich schon überholt. Insgesamt bin ich mit dem Wochenende zufrieden, in Brünn Fünfter zu werden ist gut. Aber ich wollte das Podium, ich zielte auf das Podium, und ich schaffte es nicht, also bin ich natürlich nicht extrem zufrieden."

6. Andrea Dovizioso (Ducati): "Leider war es ein schwieriges Rennen und wir haben nicht die richtige Strategie gewählt. Ich hätte auf jeden Fall früher an die Box kommen und auf Slicks wechseln sollen, so wie meine Gegner. Als ich auf die Strecke zurückgekommen bin und mitbekommen habe, dass ich 16. bin, war das ziemlich hart. Ich habe aber durchgebissen und bis zum Ende gepusht, was wenigstens noch für Platz sechs gereicht hat."

7. Danilo Petrucci (Pramac Ducati): "Es war ein sehr schwieriges Rennen. Ich bedaure, dass ich nicht den Mut hatte, ein oder zwei Runden früher zum Bikewechsel zu fahren. Wir dachten, die Strecke würde langsamer trocknen. Ich versuchte, mit der Spitzengruppe mitzuhalten, und tatsächlich war ich für ein paar Runden auf dem Podest. Ich versuchte, bester Privatfahrer und beste Ducati zu werden, aber ich habe es nicht geschafft. Das ist schade, aber ich bin trotzdem sehr glücklich, weil wir ein tolles Rennen hatten."

8. Aleix Espargaro (Aprilia): "Die Regeln sind wichtig, aber ich habe nur drauf gewartet, dass sowas mal passiert. Im Rennen ist es schwierig, alles einzuhalten. Man ist aufgeregt und alle wollen gleichzeitig rausgehen. Wir müssen uns aber an diese Regeln halten. Es tut mir leid für Andrea. Er hat aber gesagt, dass es ok ist und ich nichts dafür konnte. Es war ein Fehler vom Team. Ich war in der Führungsgruppe, musste dann aber stoppen, weil ich eine Strafe gekriegt habe. Sie wieder einzuholen, war unmöglich."

9. Pol Espargaro (KTM): "Ich bin superglücklich. Ein Top Ten nach so wenigen Rennen ist toll. Ich habe selbst einige Fehler gemacht, aber abgesehen davon haben wir dieses Wochenende einen sehr guten Job gemacht. Das Bike funktioniert auf der Bremse toll, beim Umlegen fehlt uns noch etwas. Jedes Mal, wenn ich die KTM fahre, lerne ich ein bisschen mehr."

Erstes Top-Ten-Ergebnis für KTM: Pol Espargaro - Foto: LAT Images

10. Jonas Folger (Tech3 Yamaha): "Wir sind auf Regenreifen gestartet. Es war aber ziemlich warm, sodass es schnell abgetrocknet ist. Ich habe mich nicht gut gefühlt und entschieden, dass ich gleich reingehe. Ich bin dann zum selben Zeitpunkt wie Marquez reingegangen. In der Boxengasse wurde ich aber weitergeschickt, weil das Bike nicht fertig war. Das ist ein bisschen unglücklich verlaufen. Wir sind alle nur Menschen und machen Fehler. Es tut mir sehr leid, die Jungs hatten Tränen in den Augen. Jetzt wissen wir aber, dass wir eine gute Pace haben. Ich habe im Quali den Fehler gemacht, heute halt das Team. Das ist ihnen noch nie passiert, das müssen wir in Zukunft einfach besser planen. Sie müssen wissen, dass ich auch nach zwei Runden schon reinkommen kann. Ich kann ihnen nicht böse sein, sie haben hart gearbeitet. Wir haben ein neues Setup probiert, dann war das Gefühl besser. Ich konnte in Schräglage fahren und die Probleme vom Wochenende waren weg. Das ist positiv."

11. Alex Rins (Suzuki): "Aufgrund der Wetterbedingungen war es ein ziemlich kompliziertes Rennen. Vor dem Boxenstopp war ich in einer guten Position und habe mich stark gefühlt. Nach dem Wechsel war das Feeling aber etwas einzigartig und ich konnte nicht verstehen warum. Das Team hat mir später erklärt, dass Andreas Bike meines bei seinem Sturz in der Box getroffen und dabei meinen Lenker beschädigt hat. In Anbetracht der Umstände bin ich mit meinem Ergebnis sehr zufrieden."

12. Johann Zarco (Tech3 Yamaha): "Es war ein schwieriges Rennen und ich kann meine Enttäuschung nicht leugnen. Wir starteten auf Regenreifen in den GP und ich fühlte mich gut, deshalb hoffte ich, dass wir nicht wechseln mussten und dass ich so durchfahren könnte, selbst falls es abtrocknete. Doch die Strecke trocknete sehr schnell und die Strategie war, in die Box zu kommen, um das Bike zu wechseln, aber ich machte das ein oder zwei Runden zu spät und verlor fast zehn Sekunden. Wäre das nicht passiert, hätte ich in den Top Six sein können. Es geht um die Erfahrung und ist immer schwierig zu analysieren und wissen, ob es regnen wird oder nicht."

13. Karel Abraham (Aspar Ducati): "Vor dem Rennen war ich etwas nervös, weil es zu regnen anfing und wir auf regenreifen starten mussten, aber wir hatten einen Plan und das Bike war perfekt vorbereitet. Ich musste einige Risiken eingehen, aber ich überholte einige Fahrer und machte ein paar Positionen gut. Das Team traf mit dem Timing des Wechsels eine tolle Entscheidung und ich kam im perfekten Augenblick rein. Wir waren auch beim Bikewechsel schnell und ich konnte auf den Slicks pushen. Wieder konnte ich einige Positionen gutmachen, aber leider brach nach drei Runden der Auspuff und das Bike war im unteren Drehzahlbereich nicht mehr so gut und ich verlor den Anschluss zu Aleix. Dann wurde ich noch von anderen überholt und in der letzten Kurve von Zarco, der mich beim Herausbeschleunigen überholte."

14. Jack Miller (Marc VDS Honda): "Ich habe beim Boxenstopp heute wichtige Sekunden verloren, weil mein zweites Bike noch nicht bereit war. Ich habe aber trotzdem gehofft, noch in die Top-10 zu kommen. Dann hatte ich aber nicht denselben Hinterrad-Grip im Vergleich zum Training. Dort konnte ich einfach eine 1:57er Zeit auf einem alten Reifen fahren. Im Rennen konnte ich daran nicht heranreichen. Der Vorderreifen hat sich sehr gut angefühlt, aber der Hinterreifen hatte gar keinen Grip. Deshalb konnte ich meine Strategie nicht nutzen. Ich habe versucht, ein kluges Rennen zu fahren, aber ein paar unglückliche Probleme haben mich heute wichtige Punkte gekostet."

15. Jorge Lorenzo (Ducati): "Das heutige Rennen war wirklich bitter. Leider hat es zu regnen aufgehört, als ich auf der feuchten Strecke richtig schnell unterwegs war. Ich habe mich wirklich gut gefühlt und glaube, dass wir bei gleichbleibenden Verhältnissen um den Sieg kämpfen hätten können. Dann hatten wir auch noch einen Fehler beim Boxenstopp, weil mir das Team angezeigt hat, dass ich reinkommen soll, das Bike dann aber noch nicht fertig war. Das hat mein Rennen ruiniert."

Lorenzo sammelte Führungsrunden, musste sich aber mit einem Punkt begnügen - Foto: Ducati

16. Scott Redding (Pramac Ducati): "Ich fühle mich, als hätte ich ein tolles Rennen gehabt. Ich bin richtig gut gestartet und traf die richtige Entscheidung, an die Box zu kommen und mein Motorrad zu wechseln. Meine Pace war toll und ich fühlte mich unter den Spitzenfahrern wohl. Aber ich hatte ein Problem mit dem Auspuff. Ich bemerkte das, als ich versuchte, auf Map A zu schalten, um mehr Power zu bekommen. Das ist extrem schade, weil ich sicher war, dass ich ein tolles Rennen fahren konnte. Diese Woche gehe ich erhobenen Hauptes weg und hoffe, dass ich in Österreich ebenso konkurrenzfähig bin."

17. Tito Rabat (Marc VDS Honda): "Die ersten Runden auf Regenreifen bin ich sehr gut gefahren, aber nach dem Wechsel hatte ich auf Slicks Probleme. Ich habe ein paar Fehler gemacht, als ich versucht habe, mit der Gruppe vor mir mitzuhalten. Diese Strecke ist nicht einfach für mich, vor allem, wenn ich alleine fahren muss. Das größte Problem ist, dass ich kein Gefühl für den Hinterreifen habe. Irgendwann hatte ich die Chance, Zarco und Lorenzo zu folgen, aber ich war zu sehr am Limit, um die Pace mitzugehen. Jetzt arbeiten wir hart daran, unser Problem zu verstehen. Ich werde nie aufhören, es zu versuchen. Ich freue mich auf das Rennen in Österreich."

18. Sam Lowes (Aprilia): "Die Bedingungen heute waren sehr seltsam. Wir haben im Nassen begonnen, aber die Strecke ist dann unglaublich schnell getrocknet. Rückblickend wäre es vielleicht kein so hohes Risiko gewesen, direkt auf Slicks rauszugehen. Es war jedenfalls mein erstes Flag-to-Flag-Rennen und ich habe von dieser neuen Erfahrung viel gelernt. Man muss sich sofort an ein sehr anderes Bike gewöhnen. Leider sind die Updates, die Aprilia an diesem Wochenende mitgebracht hat, am Regen-Bike installiert gewesen. Deshalb hatte ich nicht dasselbe Gefühl. In jedem Fall konnte ich mit dem neuen Paket große Fortschritte verzeichnen. Es hat großes Potenzial."

19. Andrea Iannone (Suzuki): "Ich hatte einen guten Start und war zufrieden damit, wie viele Positionen ich in den ersten Runden gutgemacht habe. Wir hätten ein gutes Rennen haben können. Beim Boxenstopp bin ich dann aber gerade hereingekommen als Aleix rausgefahren ist und um ihn nicht zu treffen, musste ich auf einem Abflussgitter bremsen und bin gestürzt. Aber auch ohne dieses Problem wäre unser Rennen schwierig geworden, denn das zweite Bike war nicht voll auf trockene Verhältnisse abgestimmt."

20. Hector Barbera (Avintia Ducati): "Das Wochenende war ein ständiges Auf und Ab. Teilweise sah es aus, als wären wir am richtigen Weg, aber dann haben wir ihn wieder verloren. Das Rennen heute war richtig schwierig und nichts lief wie geplant. Ich habe früh gestoppt, aber irgendetwas hat mit dem Bike nicht gestimmt und ich musste nochmal an die Box. Damit war das Rennen für mich gelaufen."

DNF Bradley Smith (KTM): "Diese Bedingungen haben es für das ganze Team sehr schwierig und stressig gemacht. Leider hatten wir heute in der Box beim Wechsel einige Probleme. Wir brauchten viel Zeit, das müssen wir verbessern. Das Rennen ist nicht gut gelaufen, dann hatten wir leider ein kleines Problem am Bike und ich beschloss, es war besser, das Bike zu retten und am Streckenrand anzuhalten. Wir haben dieses Wochenende einige Fortschritte gemacht, das konnten wir heute leider nicht zeigen."

DNF Loris Baz (Avintia Ducati): "Ich bin zusammen mit vielen anderen Piloten an die Box gekommen und habe während des Wechsels einen meiner Mechaniker zu Boden gerissen. Beim Verlassen der Boxengasse musste ich daran denken, was da gerade passiert ist und wäre beinahe gestürzt. Ich habe ein paar Runden gebraucht, um meine Konzentration wieder zu finden. Dann war meine Pace normal und ich habe gepusht, um Miller einzuholen. Dabei bin ich leider gestürzt."

DNF Alvaro Bautista (Aspar Ducati): "Heute ist alles schlecht gelaufen. Am Start hatten wire in Kupplungsproblem und ich verlor viele Positionen. Dann begann ich mich auf den Regenreifen gut zu fühlen, aber die Strecke trocknete, also mussten wir das Motorrad wechseln. Ich weiß nicht, warum, aber die Bremsen waren weich, es war ein sehr komisches Gefühl. Ich wollte schon an die Box kommen, aber dachte, vielleicht waren sie überhitzt. Am Ende fuhr ich in eine Kurve und verlor die Front."


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