MotoGP

Valentino Rossi nimmt Taktikpatzer mit Humor

Valentino Rossi verspielte in Brünn mal wieder eine gute Position in einem Flag-to-Flag-Rennen. Er kann mittlerweile nur noch darüber lachen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Es wird mittlerweile schon zu einer MotoGP-Konstanten, dass Valentino Rossi in Flag-to-Flag-Rennen den passenden Zeitpunkt für einen Boxenstopp versäumt und dadurch einige Punkte liegen lässt. So war es 2015 in Misano, so war es 2016 am Sachsenring und so war es nun auch in Brünn. "Diese Art von Rennen ist für mich immer schwierig. Das ist echt nicht meine Stärke", musste Rossi am Sonntagabend nach P4 im Tschechien-Grand-Prix zugeben.

Sonst bin immer nur ich der Idiot, dieses Mal sind wir zu viert oder zu fünft.
Valentino Rossi

Rossi stoppte erst in der fünften Runde gemeinsam mit Andrea Dovizioso, nur Johann Zarco kam noch einen Umlauf später herein. 20 Fahrer kamen vor Rossi an die Box und wechselten von Regenreifen auf Slicks. So wurde er auf der schnell trocknenden Strecke von Platz eins vor den Boxenstopps bis auf Rang 14 durchgereicht.

Da Rossi mit einer Aufholjagd aber noch bis auf Platz vier nach vorne kam, konnte er den neuerlichen Strategiefehler einigermaßen gelassen nehmen. "Bevor ich meine Karriere beende, werde ich diese Flag-to-Flag-Rennen noch irgendwann besiegen", lachte er. Auch die Tatsache, dass dieses Mal viele andere Fahrer Probleme hatten - die Maschinen von Jorge Lorenzo und Jonas Folger waren bei ihren Boxenstopps beispielsweise noch nicht einsatzbereit - machte die Niederlage für Rossi erträglicher: "Sonst bin immer nur ich der Idiot, dieses Mal sind wir zu viert oder zu fünft."

Dieses Mal hatte sich Rossi selbst auch nicht viel vorzuwerfen. Nach dem Debakel im Vorjahr am Sachsenring, als die Yamaha-Crew rundenlang mittels Pitboard einen Boxenstopp forderte, Rossi aber stur auf der Strecke blieb und damit die völlig falsche Entscheidung traf, versprach er seinem Team, zukünftig immer auf die Signale zu hören. "Dieses Mal ist der Hinweis leider eine Runde zu spät gekommen", stellte Rossi fest.

Rossis Regenstärke wird zum Verhängnis

Der Umstand, dass er zu diesem Zeitpunkt das Rennen anführte, war auch keine Hilfe für 'Il Dottore': "Ich habe das Problem, dass ich bei diesen Bedingungen immer vorne bin. Die Fahrer dahinter können sich aneinander orientieren. Heute war es so, dass Dani an die Box ist und ihm zehn Fahrer gefolgt sind. Da hatten wir dieses Mal also auch ein wenig Pech."

Pedrosa holte einen ganzen Zug mit sich an die Box - Foto: Repsol

Trotz alledem zog Rossi ein durchwegs positives Resümee seines Brünn-Wochenendes. "Wir hätten im Trockenen und im Nassen um das Podium kämpfen können. Die Arbeit mit dem Team war gut, ich habe mich auf dem Bike wohlgefühlt und war das gesamte Wochenende über stark. Das ist nicht schlecht", stellte er zufrieden fest.


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