MotoGP

Tschechien-GP: Die Stimmen zum Training

Ein Training im Trockenen, ein Training im Nassen - der Freitag in Brünn hatte alles zu bieten. Das hat die MotoGP-Piloten nach zwei Sessions zu sagen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - 1. Andrea Dovizioso (Ducati): "Heute ist es für uns sehr gut gelaufen. Wir konnten viele Dinge testen. Im Regen haben wir die Medium- und Soft-Reifen vergleichen und verfügen jetzt schon über gutes Feeback für das Rennen. Am Nachmittag konnten wir neues Material ausprobieren und eine gute Pace zeigen."

2. Jonas Folger (Tech3 Yamaha): "Das Wochenende hat gut angefangen. Mit dem zweiten Platz habe ich nicht mehr gerechnet, besonders nachdem mir einige Zeiten gestrichen worden sind. Im Nassen haben wir die Balance noch nicht richtig gefunden und wir hatten auch keine Zeit gehabt, sie zu verstellen. Wir haben einfach geschaut, dass wir das Training so gut wie möglich fertig fahren. Wir wissen aber, was wir ändern müssen, falls es nochmal nass wird, um schneller zu werden."

3. Danilo Petrucci (Pramac Ducati): "Ich bin absolut glücklich. Brünn war für mich immer eine schwierige Strecke, weil ich diese Kurven ohne Überhöhung nicht so mag. Der heutige Tag lief aber richtig gut, auch wenn es am Samstag wohl wieder härter wird für mich, denn heute hatte die Strecke noch wenig Grip. Wie auch immer: Für mich ist es gut gelaufen."

4. Johann Zarco (Tech3 Yamaha): "Ich freue mich, wieder auf dem Bike zu sein. Die Sommerpause war gut, denn ich habe mich entspannt, ein bisschen trainiert und darüber nachgedacht, was ich in der ersten Saisonhälfte erreicht habe. Heute war ich mit dem guten Gefühl im Nassen zufrieden, denn letztes Jahr in der Moto2 hatte ich damit immer Probleme. Deshalb wusste ich, dass ich von Anfang an pushen musste. Das hat gut geklappt, denn ich bin am Morgen Erster geworden. Am Nachmittag hat sich der Asphalt Runde für Runde verbessert. Am Ende war es trocken, aber wir brauchten mehr Gummi auf der Strecke, um mehr Grip zu bekommen. Mit dem neuen weichen Reifen war es leicht, weiter nach vorn zu kommen."

5. Hector Barbera (Avintia Ducati): "Heute war ein guter Tag und wir waren bei allen Verhältnissen schnell. Sogar bei gemischten Verhältnissen, die ich eigentlich nicht mag, war ich nah an den Top-Ten dran. Das Bike ist hier schnell und ich bin es auch. Ich hatte in der Sommerpause keinen Urlaub, habe immer trainiert und starte jetzt mit vollen Batterien in die zweite Saisonhälfte. Ich glaube, dass wir hier ein sehr gutes Wochenende haben können."

6. Scott Redding (Pramac Ducati): "Mein Gefühl am Vormittag war gut, auch wenn ich mit den Reifen noch etwas Probleme hatte. Am Nachmittag ist es dann besser geworden, die ideale Kombination der Reifen habe ich aber immer noch nicht gefunden. An der Front fehlt mir noch das Gefühl. Da muss ich an meinem Fahrstil arbeiten, um das zu lösen. Dennoch bin ich zufrieden mit unserer Leistung heute."

7. Dani Pedrosa (Repsol Honda): "Der Regen heute war für uns nicht schlecht. Wir konnten so ein paar Veränderungen aus den Tests bei anderen Bedingungen prüfen. Insgesamt hatten wir in den beiden Trainings nur eine halbe Stunde auf trockener Fahrbahn, aber die war positiv. Wir haben eine neue Verkleidung getestet, mit der wir noch lernen müssen."

Pedrosa war als Siebenter bester Honda-Pilot - Foto: HRC

8. Cal Crutchlow (LCR Honda): "Ehrlich gesagt war das ein ziemlich schwieriger Tag. Im ersten Training war es nass und ich hatte wieder einmal im Regen kein gutes Gefühl mit dem Motorrad. Am Nachmittag war es dann trocken und wir waren einigermaßen konkurrenzfähig, aber in Anbetracht der Tatsache, dass wir hier getestet haben, war das Ergebnis enttäuschend. Diese Strecke ist für unser Bike nicht die beste, also müssen wir hart arbeiten, um stärker zu werden."

9. Aleix Espargaro (Aprilia): "Ich konnte es nicht erwarten, wieder auf die Strecke zu gehen. Wir hatten viele Dinge, die wir ausprobieren mussten. Ich muss den Jungs von Aprilia danken, denn während der Sommerpause haben sie hart daran gearbeitet, das Bike besser zu machen. Das erste Feedback ist definitiv positiv. Wir waren gleich relativ konkurrenzfähig und das auf einer Strecke, auf der die Motorleistung wichtig ist. Ich bin mit dem ersten Tag zufrieden."

10. Marc Marquez (Repsol Honda): "Im Nassen am Morgen waren wir ziemlich stark, also bin mit dem Tag recht zufrieden. Ich habe mich auf dem Bike wohlgefühlt und das ist wichtig, falls es am Sonntag regnet. Im Trockenen war der Grip heute etwas schlechter als bei unserem Test hier, aber mein Feeling war ziemlich ähnlich. Wir haben etwas am Chassis-Setup ausprobiert, aber am Samstag werden wir zu der Abstimmung der Testfahrten zurückkehren. Mit der neuen Verkleidung habe ich mich wohlgefühlt, also werden wir damit weitermachen."

11. Maverick Vinales (Yamaha): "Das erste Training war gut. Ich habe mich im Nassen wohlgefühlt, auch wenn wir noch ein paar Dinge verbessern können. Der Nachmittag war dann aber wirklich schwierig. So ein Gefühl hatte ich auf der Yamaha überhaupt noch nie. Wir müssen herausfinden, was da los war und die Probleme lösen. Aktuell läuft das Motorrad nämlich nicht auf 100 Prozent."

Die Werks-Yamahas landeten außerhalb der Top-Ten - Foto: Yamaha

12. Alvaro Bautista (Aspar Ducati): "Wir haben heute Morgen im Nassen ein bisschen an der Elektronik gearbeitet. Am Nachmittag wollte ich noch andere Reifenoptionen testen und eine Strategie ausarbeiten, um ins Q2 zu kommen. Im letzten Run hatte ich mit Vibrationen zu kämpfen, deshalb konnte ich nicht pushen. Das hat die Rundenzeit limitiert, auch wenn es sehr eng war. Wir haben immer noch das FP3, um es zu versuchen."

13. Pol Espargaro (KTM): "Es war kein schlechter Tag. Wir wollten eigentlich ein paar neue Dinge am Chassis ausprobieren, die wir in Aragon getestet haben, aber wegen der Verhältnisse hatten wir keine Zeit dazu. Mit unserem Package nur eine Sekunde hinter der Spitze zu sein ist aber sehr gut, vor allem auf so einer langen Strecke mit vielen schnellen Kurven. Am Samstag werden wir dann die für heute geplanten Änderungen vornehmen."

14. Valentino Rossi (Yamaha): "Es war ein schwieriger Tag, aber es gab ein paar Lichtblicke. Mit FP1 bin ich zufrieden, denn im Nassen hatten wir in diesem Jahr immer Probleme, aber dieses Mal war ich stark. Am Nachmittag war es etwas komplizierter, aber nicht so schlecht, wie das Ergebnis aussieht, denn ich habe am Ende keinen weichen Reifen verwendet. Außerdem hatte ich mit einem Motorrad auch technische Probleme. Mein Gefühl ist ganz okay."

15. Jorge Lorenzo (Ducati): "Wenn es am Sonntag regnet, sind wir bereit. Das Motorrad hat sich im Nassen gut angefühlt, ich hatte genug Grip und Stabilität. Am Nachmittag habe ich die neue Verkleidung ausprobiert und war damit sehr zufrieden. Ducati hat da gute Arbeit geleistet. Ich habe am Ende keinen weichen Reifen mehr verwendet, weil im Vordergrund stand, das Verhalten des Bikes in der neuen Konfiguration zu verstehen."

Ducati sorgte mit einer neuen Verkleidung für Aufsehen - Foto: Ducati

16. Karel Abraham (Aspar Ducati): "Heute war ein interessanter Tag. Am Morgen haben wir nasse Bedingungen gehabt, was nie einfach ist. Wir haben Probleme damit gehabt, dass der Hinterreifen in der Kurve dicht gemacht hat, aber ich denke, die Änderungen, die wir vorgenommen haben , haben uns weit nach vorn gebracht. Am Nachmittag haben wir auf Regenreifen angefangen, aber die Strecke war eigentlich komplett trocken. Wir haben auf Slicks gewechselt und Neues an der Federung und anderen Dingen ausprobiert. Ich hatte Glück, denn es war kein anderer Fahrer vor mir, deshalb konnte ich eine 1:57.8 fahren. Das ist dicht an meiner schnellsten Runde in Brünn."

17. Loris Baz (Avintia Ducati): "Das Erfreulichste für mich heute ist, dass ich keine Probleme mit meinem Arm hatte. Am Morgen haben wir viel an der Renn-Pace im Nassen gearbeitet, weil für Sonntag Regen prognostiziert ist und es wichtig ist, zu wissen, wo wir stehen. Auch im Trockenen am Nachmittag war unsere Pace nicht schlecht. Mir fehlt aber noch etwas das Vertrauen in die Front. Daran müssen wir arbeiten."

18. Alex Rins (Suzuki): "Brünn ist eine knifflige Strecke, auf der man viele Runden und Erfahrung braucht, um sie richtig zu verstehen und ans Limit gehen zu können. Unsere Arbeit läuft bisher reibungslos, wir haben einige Dinge getestet und ich bin zuversichtlich, dass ich mich am Samstag deutlich steigern kann und so gut vorbereitet in das Rennen am Sonntag gehe."

19. Jack Miller (Marc VDS Honda): "Nachdem ich in letzter Zeit so viel mit dem Superbike in Suzuka gefahren bin, habe ich ein bisschen gebraucht, bis ich auf der MotoGP-Maschine wieder im Groove war. Am Nachmittag haben wir dann gute Fortschritte gemacht, auch wenn unsere Position noch nicht das ist, was wir uns wünschen. Mein größtes Problem heute war, dass ich zu wenig Vertrauen ins Vorderrad hatte, vor allem im zweiten Sektor. Wenn ich das Motorrad etwas besser einlenken kann, können wir deutlich näher an die Spitze heranrücken."

20. Andrea Iannone (Suzuki): "Aufgrund der Bedingungen war es ein eigenartiger Tag. Am Nachmittag war es zwar trocken, der Grip aber nicht optimal. Für uns war es eine Art Entwicklungstag, weil wir ein paar Dinge zu testen hatten. Wir haben lange darauf gewartet und die ersten Eindrücke sind positiv, auch wenn noch Arbeit nötig ist. Da diese Tests im Fokus standen, haben wir keinen weichen Reifen für eine schnelle Runde verwendet, was sich natürlich massiv auf unser Ergebnis auswirkt."

Andrea Iannone lag erneut weit zurück - Foto: Suzuki

21. Tito Rabat (Marc VDS Honda): "Ich bin mit meiner Performance im Nassen zufrieden gewesen, denn ich habe mich stark gefühlt und konnte so bequem wie auf dem Sachsenring fahren. Das war positive, aber am Nachmittag lief es nicht so gut. Die Streckenbedingungen wren nicht besonders gut, deshalb bin ich auf dem Medium-Reifen viel gerutscht. Der Hinterreifen ist gerutscht und der Vorderreifen war für mich zu weich. Wir haben auf den weichen Hinterreifen gewechselt, um mehr Grip zu kriegen. Das hat funktioniert."

22. Sam Lowes (Aprilia): "Als ich gestürzt bin, bin ich mit meinem rechten Fuß gegen die Fußraste gestoßen. Im Clinica Mobile haben sie es mit ein paar Stichen zusammengenäht. Das wird also kein großes Problem am Wochenende sein. Vom Sturz abgesehen, bin ich mit dem Auftakt zufrieden. Ich bin war in beiden Sessions schnell. Das Team hat in der Sommerpause einen tollen Job gemacht. Das Paket, was wir jetzt haben, ist ein großer Schritt nach vorn."

23. Bradley Smith (KTM): "Mein Rückstand auf die Spitze sieht extrem groß und ich extrem langsam aus. Ich bin aber einfach sehr viele Runden auf dem Soft gefahren, um zu prüfen, wie die Verhältnisse nach einem Regenschauer sind und wie lange die Reifen bei diesen Bedingungen halten. Viele andere Fahrer haben mehrere Reifensätze verwendet."


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