"Mir ging es immer um den größten Pokal. Ich wollte gewinnen", sagt Sebastian Vettel. Doch irgendwann funktionierte dieses Erfolgsrezept nicht mehr, und er begann sich zu fragen: "Reicht das? Muss ich mehr tun?"

Die vierteilige ARD-Dokuserie "Being Sebastian Vettel" zeigt den Menschen hinter vier Formel-1-Weltmeistertiteln und 53 Grand-Prix-Siegen. Die Serie ist ab heute in der ARD-Mediathek abrufbar, die ersten beiden Folgen laufen am Mittwoch, 28. Oktober, um 23:45 Uhr im Ersten.

Vierteilige ARD-Dokuserie "Being Sebastian Vettel" ab heute:

  • Folge 1: Sebastian, Dein Schnitzel ist da
  • Folge 2: Ich gehöre hier hin
  • Folge 3: Gibt es ein genug?
  • Folge 4: Wer bin ich eigentlich?

Schon in seiner Kindheit bestimmte die Jagd nach der schnellsten Runde Vettels Leben. "Beim Fahren habe ich etwas entdeckt, um der ganzen Welt entfliehen zu können", sagt er. Seine Mutter Heike Vettel erinnert sich, wie sehr ihr Sohn im Kart aufging: Erst der Ruf ‚Sebastian, dein Schnitzel ist da‘ riss ihn aus seiner Rennfahrerwelt.

Seine Eltern unterstützten ihn auf dem Weg an die Spitze und nahmen dafür erhebliche finanzielle und persönliche Belastungen auf sich. "Das habe ich natürlich mitbekommen, dass die finanzielle Situation angespannt war, dass es nicht einfach war, wenn die nächste Mahnung ins Haus getrudelt ist."

Sebastian Vettel feiert ersten WM-Titel
2010 krönte sich Vettel zum jüngsten F1-Champion, Foto: imago sportfotodienst
Dr. Helmut Marko und Sebastian Vettel trinken Siegerchampagner
Entdecker Helmut Marko und er feierten ausgiebig, Foto: imago sportfotodienst

Vettel fuhr mit der ständigen Last: "Dass ich wusste, wenn das jetzt in die Hose geht, habe ich das alles irgendwie aufs Spiel gesetzt." Doch die Anstrengungen zahlten sich aus. 2007 - mit gerade einmal 19 Jahren - gelang Vettel der Sprung in die Formel 1. 2010 schrieb er als jüngster Weltmeister Geschichte und gewann bis 2013 mit Red Bull Racing vier Weltmeisterschaften in Folge.

Trotz seiner Erfolge kämpfte Vettel ständig mit sich selbst. Der Anspruch, sich ständig verbessern zu müssen, begleitete ihn bis auf den Höhepunkt seiner Karriere. In der Dokumentation spricht Vettel darüber, wie sehr ihn die Angst antrieb, möglicherweise nicht gut genug zu sein.

Vettels Rekord als jüngster F1-Weltmeister wackelt: Kimi Antonelli könnte sich 2026 mit nur 20 Jahren die WM-Krone sichern. Mehr dazu hier:

Vettel-Doku enthüllt Geheimtreffen mit Montezemolo

Der siebenfache Weltmeister Lewis Hamilton kennt diesen Druck. Aus erbitterten Rivalen wurden über die Jahre Freunde. "Für mich ist er der engste Freund, den ich je im Rennzirkus hatte. Sebastian hat mich nie be- oder verurteilt", sagt Hamilton. "Es ist bewundernswert, jemanden wie Sebastian zu sehen, der nicht nur über sich selbst spricht."

Wie Hamilton und sein großes Vorbild Michael Schumacher erhielt auch Vettel ein Ferrari-Angebot - und zwar schon viel früher als bisher bekannt. "Der erste Kontakt kam 2012 nach dem zweiten Titel", enthüllte Vettel. Damals schickte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo einen anerkennenden Brief, es folgte ein geheimes Treffen.

Lewis Hamilton und Sebastian Vettel
Verstehen sich blendend: Lewis Hamilton und Sebastian Vettel, Foto: imago/HochZwei
Sebastian Vettel jubelt auf Podium
Vettel holte mit Ferrari 14 Siege, Foto: imago/HochZwei

"Es war so ein ganz geheimes Treffen. Er fragte, wie sieht es vertraglich aus, möchtest du für Ferrari fahren?", erinnert sich Vettel. Der Heppenheimer lehnte das Angebot ab, hielt sich die Option für die Zukunft jedoch offen. 2015 war es soweit - es folgte der Wechsel nach Maranello. Das Engagement sollte seine F1-Karriere krönen, stattdessen waren seine Jahre in Rot von großen Erwartungen, sportlichen Rückschlägen und zunehmendem Druck geprägt.

Formel-1-Statistik: Sebastian Vettel

  • Rennstarts: 299
  • Siege: 53
  • Pole Positions: 57
  • Schnellste Rennrunden:38
  • Podiumsplätze: 122
  • Runden gefahren (insgesamt): 16.426
  • Runden geführt: 3501

Zugleich veränderte sich Vettels Leben abseits der Rennstrecke: Er wurde Vater, seine Familie gewann an Bedeutung und sein Blick richtete sich zunehmend auf die Zukunft. Aus dem kompromisslosen Rennfahrer entwickelte sich ein nachdenklicher Mensch, der sich heute intensiv mit Klimaschutz, Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung beschäftigt.

"Er hat eine Entwicklung genommen, von seinen politischen Ansichten, die nicht ganz in das Bild eines Formel-1-Fahrers gepasst und ihm auch einigermaßen an Kritik eingetragen haben", sagt Dr. Helmut Marko. Anfang 2026 erhielt Vettel ein gläsernes Nashorn als Umweltschützer des Jahres. "Der Weg, den ich jetzt angefangen habe zu gehen und zu bestreiten, ist in der Hinsicht ein nachhaltiger, dass er zufrieden macht, bilanziert Vettel in der Doku.

Das Race of Champions geht 2027 in Neuseeland über die Bühne. Mit dabei ist auch Sebastian Vettel. Alle Infos in diesem Artikel: