Für Nico Hülkenberg war der Samstag der Formel 1 in Singapur schon nach der Hälfte der Arbeit von Erfolg gekrönt. Im Sprint meisterte er das Regenrennen von Startplatz zwölf und fuhr aus den Untiefen des Mittelfeldes in die Punkte. Mit Platz sieben holte er für Audi dabei die ersten Sprint-Punkte in der F1. Im Qualifying knüpfte er nahtlos an die Performance an. Mit Platz elf verpasste er das Q3 zwar knapp, startet am Sonntag im Rennen aber trotzdem aus den Top 10 - wenn die Stewards ihn heute Abend freisprechen.
Nach dem Sprint-Qualifying am Freitag hatte es noch nicht nach einer Punktechance für Audi ausgesehen. Mit Startplatz zwölf holte Nico Hülkenberg für die Ingolstädter das Maximum heraus. Teamkollege Gabriel Bortoleto hatte mit P14 noch schlechtere Karten, in die Top 8 vorzudringen - etwas, das bei trockenen Verhältnissen auf dem Stadtkurs als kaum realistisch bezeichnet werden konnte. Der Regenschauer vor dem Start des Sprints änderte die Ausgangslage jedoch dramatisch.
Im Rennen über 20 Runden blieb der Hülk cool und rückte so bis auf die neunte Position vor. In der letzten Runde machten ihm dann noch die McLaren-Teamkollegen ein Geschenk. Für Platz sieben brauchte es etwas Glück, doch im Mittelfeld hatte Hülkenberg auch ohne die teaminterne Kollision zwischen Lando Norris und Oscar Piastri fast alles maximiert. Einzig Oliver Bearman im Haas musste er sich geschlagen geben.
"Das Rennen war recht unspektakulär. Ich hatte ein paar Rad-an-Rad-Duelle mit Ollie in der ersten Runde, dabei habe ich leider die Position an ihn verloren. Danach habe ich Pierre [Gasly] überholt und dann ging es nur noch darum, wer die Intermediates am besten managen kann", erklärte der 39-Jährige nach seinem vierten Punkteresultat in dieser Saison, das Audis Konto in der Gesamtwertung jetzt auf 19 Punkte aufstockte. "Das Geschenk von McLaren war am Ende natürlich sehr nett. Die zwei Punkte nehme ich gerne mit."
Nico Hülkenberg maximiert für Audi auch im Formel-1-Qualifying in Singapur
Im Qualifying setzte Nico Hülkenberg mit Platz sechs im Q1 ein dickes Ausrufezeichen. Im Q2 war dann mit Platz elf vorzeitig Feierabend, doch gegen Gabriel Bortoleto behielt er einmal mehr die Oberhand. Mit 8:9 stellte er im teaminternen Duell den Anschluss an den Brasilianer her. "Es war eine saubere Session. Wir haben im Q2 alles reingeworfen und drei neue Reifensätze verwendet. Wir haben wirklich alles versucht. Aber leider haben am Ende knapp zwei Zehntel gefehlt. Es hat einfach nicht ganz gereicht", erklärt Hülkenberg.
Im Mittelfeld war Pierre Gasly im Alpine mit Platz acht im Qualifying der Gewinner. Die Racing Bulls schafften es mit beiden Autos in die Top 10. Durch die Motorenstrafe für Mercedes-Pilot George Russell würde Hülkenberg am Sonntag dennoch von Startplatz zehn ins Rennen gehen. "Wenn wir dort starten, ist definitiv einiges möglich. Wir werden natürlich versuchen, Pierre und die Racing Bulls anzugreifen", kündigt der 265-fache Grand-Prix-Teilnehmer an.
Über seinem Qualifying-Resultat schwebt nach dem Zeittraining allerdings noch ein Damoklesschwert. Für ein mögliches Behindern von Carlos Sainz musste Hülkenberg bei den Stewards vorsprechen, ein Urteil steht noch aus. "Mir wurde nichts gesagt, ich habe keinen Funkspruch bekommen. Ich dachte, er wäre auf einer Cooldown-Runde oder so. Ich hatte jedenfalls keine entsprechende Information", lautet seine Erklärung.
Gabriel Bortoleto kommt mit Audi in Singapur nicht klar
Für Gabriel Bortoleto war der Samstag durchweg enttäuschend. Im Sprint balgte er sich mit der Konkurrenz im hinteren Mittelfeld, eine Kollision mit Alex Albon und Valtteri Bottas beendete sein Rennen nach nur sechs Runden. Im Qualifying reichte es wieder nur für P14. "Ich habe mich im Auto nicht wohlgefühlt und hatte nicht das Gefühl, alles wirklich unter Kontrolle zu haben. Mir hat etwas Vertrauen gefehlt", erklärt der 21-Jährige. "Ich bin nur gerutscht, viel geradeaus gefahren und auch beinahe gecrasht."



diese Formel 1 Nachricht