Carlos Sainz hat in seiner Formel-1-Laufbahn sowohl das Leben in einem Top-Team als auch im Mittelfeld kennengelernt. Nach seinem Aus bei Ferrari wechselte er 2025 zu Williams, das am Ende der Saison als Fünfter in der Konstrukteurswertung sein bestes Ergebnis seit 2017 feierte. Mit dem neuen Reglement sollte endlich der Sprung zu den Top-Teams gelingen, doch die Realität ist eine andere.
"Dieses Jahr ist uns klar geworden, wie weit wir als Mittelfeld-Team von den Top-Teams entfernt sind", lautet Sainz‘ ernüchternde Bilanz. "Man braucht eine solche Regeländerung, um zu erkennen, wie weit man von einem Top-Team entfernt ist und welche Abläufe dort herrschen." Williams kämpft aktuell mit einem zu schweren FW-48. Entsprechend braucht es Ausfälle anderer Teams, um überhaupt Punkte einzufahren, wie in China. In Japan testete Alex Albon in den letzten Runden lieber verschiedene Frontflügel-Einstellungen, statt ernsthaft am Rennen teilzunehmen.
Oliver Bearman verunfallte in Japan schwer. Charles Leclerc fordert eine Veränderung der Fahrweise. Das könnt ihr im folgenden Artikel nachlesen:
Carlos Sainz: Ich dachte, wir wären näher an Top-Teams der Formel 1
Das neue Reglement wurde von vielen Teams als Hoffnungsträger betrachtet, insbesondere von Williams, das frühzeitig seinen Fokus auf das Regelwerk legte. Zudem profitierte das Team von zusätzlichen Entwicklungsressourcen im Vergleich zu den Top-Teams. Denn je schlechter ein Rennstall in der Konstrukteurswertung platziert ist, desto mehr Windkanal-Stunden und CFD-Läufe gibt es. Damit wollte man den schwächeren Teams bessere Möglichkeiten geben, einen Rückstand wieder aufzuholen.
"Wenn man mich letztes Jahr um diese Jahreszeit gefragt hätte, dann hätte ich gedacht, wir würden nah an den Top-Teams sein, aber die Realität ist, dass das Gegenteil der Fall ist. Wir sind weiter entfernt", so Sainz. Seine Bilanz fällt nicht nur für Williams, sondern für alle Mittelfeldteams ernüchternd aus.
Die Williams-Analyse: Trotz Vorteilen deutlich hinter F1-Spitze
"Tatsache ist, dass die Top-Teams in der Lage waren, ein Auto zu bauen, das eine Sekunde schneller ist als jedes der Mittelfeld-Autos – und das, obwohl sie weniger Windkanalstunden zur Verfügung hatten und auch mehr Zeit und Investitionen in die Entwicklung der 2025er Autos steckten", klagt Sainz.
Den Unterschied führt der Williams-Pilot vor allem auf die Abläufe, das Personal und den Erfahrungsschatz zurück. Dem schnellsten Williams in Japan fehlten nicht nur eine, sondern sogar über zwei Sekunden auf Antonellis Pole-Zeit. Aufgeben will Sainz deswegen aber noch nicht.
"Unser Auto hatte letztes Jahr einen sehr hohen Abtrieb. Deshalb haben wir in Katar am Ende einen Podiumsplatz geholt", sagt Sainz. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Team, sobald wir den richtigen Weg in der Entwicklung gefunden haben, liefern kann."
Kimi Antonelli fährt für ein Top-Team. Er fuhr in Japan seinem zweiten Formel-1-Sieg entgegen und übernahm als jüngster Pilot jemals die Weltmeisterschaftsführung. Oliver Bearman verunfallte schwer. Mehr dazu in unserem Video:



diese Formel 1 Nachricht