Mercedes feierte in Suzuka in Form von Andrea Kimi Antonelli den dritten Formel-1-Sieg in dieser Saison. Doch auf einen Triumph im Fahrer-Ranking von Motorsport-Magazin.com müssen die Silberpfeile in diesem Jahr weiterhin warten. Denn in Japan kann Antonellis zweiter Sieg von der Pole Position in Serie nicht über dessen Problem am Start hinwegtäuschen.

Bester Formel-1-Fahrer in Japan: Oscar Piastri wird für Safety-Car-Pech entschädigt

Antonelli wird in der Redaktion mit einer Note Abzug für seinen 'Steher' in den ersten Rennsekunden bestraft. Teamchef Toto Wolff kündigte in Suzuka an, dass der Italiener bis Miami etwas mit der Kupplung üben müsse und scherzte, dass der 19-Jährige nochmal in die Fahrschule müsse. Ansonsten kann man Antonelli nicht viel vorwerfen. Auch in der Gunst der Leser würde es nicht für eine Podestplatzierung reichen. Stattdessen kann sich Safety-Car-Pechvogel Oscar Piastri (1,19) als Trost über die verpasste Chance auf den Rennsieg über den Ranking-Sieg freuen.

Dabei macht die Lesernoten den Unterschied gegenüber Pierre Gasly (1,37 zu 1,67), der als einziger anderer Fahrer ebenfalls aus der Redaktion dreimal die Bestnote erhält. Der Alpine-Fahrer wird für sein perfektes Wochenende belohnt, an dem er nicht nur das Mittelfeld im Qualifying und im Rennen anführte, sondern dabei auch einen heroischen Verteidigungskampf gegen Max Verstappen gewann.

Charles Leclerc komplettiert das Podium mit einer Gesamtnote von 1,44. Sowohl im Ranking als auch in der Realität ist es die zweite Podestplatzierung im dritten Rennen, was ihm in der Gesamtwertung die Ranking-Führung einbringt. Rennsieger Antonelli muss sich als vierter Pilot, der unter einen Zweier-Schnitt kommt, mit dem vierten Rang abfinden. Wirklich überzeugen können sowohl in der Redaktion als auch bei den Lesern offenbar nur diese vier Fahrer, denn dahinter klafft eine große Lücke, ehe mit kleinen Abständen voneinander Nico Hülkenberg, Max Verstappen, Carlos Sainz und Esteban Ocon folgen.

P.FahrerNote
1Piastri1,19Erster Ranking-Sieg seit Zandvoort 2025 (1,16)
2Gasly1,33Beste Note seit Bahrain 2025 (1,30)
3Leclerc1,56Übernimmt Führung in der Jahreswertung

Schlechteste Formel-1-Fahrer in Japan: Keine Gnade nach Horrorcrash

In der Formel-1-Welt herrscht seit gestern Uneinigkeit darüber, wer für den schweren Unfall von Oliver Bearman vor Spoon verantwortlich ist - mal abgesehen von den neuen Regeln. Aber Franco Colapinto und Bearman machen es den Lesern und auch der Redaktion in diesem Fall ziemlich einfach, ein salomonisches Urteil zu fällen. Da beide bereits zuvor ein äußert schlechtes Wochenende mit Fehlern und deutlichen Niederlagen im Qualifying zu verzeichnen hatten, werden auch beide abgestraft.

Colapinto kommt dabei aber mit einer Gesamtnote von 4,65 deutlich schlechter weg als Bearman (4,13). Lance Stroll ist der Dritte im Bunde, der die magische Grenze einer 4er-Note überschreitet (4,02). Im nicht konkurrenzfähigen Aston Martin ist Teamkollege Fernando Alonso die einzige Messlatte. Dass er im Qualifying an dieser klar scheiterte, kommt dem Kanadier teuer zu stehen.

P.FahrerNote
20Stroll4,02Beste Japan-Note seit 2022
21Bearman4,13Notenschnitt erstmals 2026 schlechter als 2
22Colapinto4,65Schlechteste Note seit Silverstone 2025

Härtefälle in Japan: So denken die Formel-1-Redakteure

Christian Menaths positiver Härtefall: Charles Leclerc
Nach Melbourne und Shanghai stand mit Suzuka eine Strecke im Kalender, die Leclerc etwas besser liegt. Und das hat man prompt auch am Abstand zu Lewis Hamilton gesehen. Dass Leclerc trotz Safety-Car-Pech deutlich vor seinem Teamkollegen landete, spricht Bände. Dazu kam die einmal mehr beherzte Fahrweise. Es war herrlich, Leclerc im Zweikampf zu sehen.

Christian Menaths negativer Härtefall: Franco Colapinto
Der Abstand zwischen Pierre Gasly und Franco Colapinto ist viel zu groß - und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Mir fehlt die Entwicklung. Außerdem gebe ich ihm eine Mitschuld für den Unfall von Ollie Bearman. In der modernen Formel 1 mit diesen Geschwindigkeitsunterschieden darf man die Tür nicht mehr so spät zuwerfen.

Florian Niedermairs positiver Härtefall: Oscar Piastri
Er kann und darf ja doch noch Rennen starten. Und wie! Oscar Piastri zeigte sich in Japan von seiner besten Seite. Im Qualifying war er der erste Verfolger der beiden Mercedes und im Rennen machte er anschließend auch alles richtig. Perfekter Start, souveräne Verteidigung gegen George Russell und ein mustergültiger zweiter Stint. Wenn da nicht dieses undankbare Safety Car gewesen wäre… Aber was wäre wenn, hilft alles nichts. P2 ist im McLaren über dem Soll und darf nach diesem katastrophalen Saisonstart als großer Erfolg verbucht werden.

Florian Niedermairs negativer Härtefall: George Russell
Suzuka ist nicht seine Strecke. Das sagt die Statistik und das bewies George Russell auch schon seit Freitag, denn bereits im Training deutete sich langsam an, dass Kimi Antonelli der schnellere der beiden Mercedes-Piloten sein würde. Vielleicht wäre es dann auch einfach schlauer gewesen, das zu akzeptieren, anstatt nach FP3 noch weiter am Setup herumzudoktern. Denn im Qualifying und im Rennen war Russell desolat unterwegs. Das passive Zweikampfverhalten passte bei der eher mittelprächtigen Pace gut ins Bild. Ob das Setup nun eine Ausrede ist oder tatsächlich der Grund für die Pleite? Im Endeffekt ist es egal, in beiden Fällen kann sich Russell die Schuld nur selbst zuschieben. Und das unglückliche Safety Car? Wenn die Pace gepasst hätte, gibt es im Mercedes keinen Grund so früh zu stoppen. Da sind wir wieder beim Ausgangsproblem.

Markus Steinrissers positiver Härtefall: Pierre Gasly
Souverän an der Spitze, vor den TV-Kameras? Oscar Piastri natürlich. Aber ein zweiter Fahrer lieferte etwas weiter hinten eine nicht minder beeindruckende Fahrt ab, nämlich Pierre Gasly. Bester Fahrer aus dem Verfolgerfeld im Qualifying, und er fuhr fast das komplette Rennen auf diesem siebten Rang. Teilweise sogar noch in Sichtweite der Spitzengruppe, und am Schluss hielt er Max Verstappens Druck fehlerfrei und perfekt stand.

Markus Steinrissers negativer Härtefall: Valtteri Bottas
Der Cadillac scheint sich langsam ran ans Feld zu robben, doch ein Fahrer macht dabei einen deutlich besseren Job als der andere. Bei Sergio Perez scheint es zum Programm zu gehören, dass das Auto mit diversen Kleinigkeiten über das Wochenende hinweg immer wieder streikt. Dass er dann Valtteri Bottaso so klar im Griff hat, wenn Bottas selbst von seinem sehr sauberen Wochenende spricht, reflektiert nicht positiv auf den Finnen.

Alle Noten der F1-Redakteure zur Formel 1 in Japan

P.FahrerMenathNiedermairSteinrisser
1Antonelli222
2Piastri111
3Leclerc112
4Russell443
5Norris332
6Hamilton333
7Gasly111
8Verstappen222
9Lawson332
10Ocon223
11Hülkenberg222
12Hadjar333
13Bortoleto333
14Lindblad323
15Sainz221
16Colapinto555
17Perez222
18Alonso223
19Bottas344
20Albon433
21Stroll443
22Bearman545
Rennen223

Wie gut war das Rennen der Formel 1 in Japan?

In Japan kommt es erstmals in diesem Jahr zu dem eher seltenen Fall, dass die Leser ein Rennen kritischer bewertet als die Redaktion. Aus dem MSM-Büro erhält das Rennen trotz des unglücklich getimten Safety Cars und der letztendlich einsamen Siegfahrt von Kimi Antonelli einen Notenschnitt von 2,33, während sich die Leser weniger gut unterhalten fühlen.

  • Lesernote Rennen: 2,72
  • MSM-Note Rennen: 2,33
  • Gesamtnote Rennen: 2,53

Bester F1-Fahrer 2026: Die Jahreswertung im MSM-Ranking

Mit dem schweren Unfall nach seinem ohnehin schon auffällig schwachen Wochenende hat sich Oliver Bearman selbst um die Führung im Jahres-Ranking gebracht. Sowohl beim Notenschnitt als auch in der Punktewertung übernahm Scuderia-Stammfahrer Charles Leclerc die Führung von dem Ferrari-Junior.

So funktioniert das MSM-Fahrerranking

Langjährige MSM-Leser kennen das Ranking bereits, das inzwischen bewährte System der Vorjahre geht 2025 bereits in sein siebtes Jahr. Direkt nach dem Zieleinlauf jedes Grand Prix rufen wir euch in unserem Formel-1-Liveticker zum Rennen und hier im Artikel zur Benotung aller 22 Piloten auf. Fahrer, die den Grand Prix aus technischen Gründen nicht starten können, werden von der Bewertung ausgenommen. Bis zum nächsten Mittag könnt ihr bewerten, was das Zeug hält.

Aus dem Mittelwert eurer Noten ergibt sich für jeden Fahrer eine Lesernote. Parallel zu euch benoten auch wir, die MSM-F1-Crew rund um Christian Menath, Florian Niedermair und Markus Steinrisser, ebenfalls die Leistungen aller Fahrer an dem betreffenden Wochenende. Auch aus unseren Urteilen bilden wir einen Mittelwert - die MSM-Note. Die Gesamtnote entsteht im letzten Schritt durch den Mittelwert aus User- und MSM-Note zu gleichen Teilen. Bei Gleichstand im finalen Ranking entscheidet die beste Einzelnote.

Als kleines Extra liefert jeder Redakteur seine persönlichen Härtefälle des Wochenendes, indem er wählt und erklärt, welcher Fahrer ihm besonders aufgefallen ist. Einmal im positiven und einmal im negativen Sinn. Online geht das Gesamtergebnis immer um 18:00 Uhr am Tag nach dem Rennen.