Land unter hieß es am Ende des ersten Tages beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Regen dominierte das dreieinhalbstündige Nacht-Qualifying am Donnerstag, besonders in der zweiten Hälfte der Session waren die Bedingungen zeitweise schon fast unfahrbar. Ungünstige Umstände für 24-Stunden-Debütant Max Verstappen.
Verstappen kam nämlich mit einem verbleibenden Defizit in das zweite Qualifying, nämlich mit null Runden auf der echten Nordschleife bei Nacht. Groß Erfahrungen sammeln konnte Verstappen nicht. In der letzten Stunde fuhr er für eine Runde auf einer komplett nassen Strecke raus, aber die war äußerst langsam, vorsichtig, und schien primär wirklich nur dafür da, sich bei Regen im Dunkeln zu akklimatisieren.
Das Ergebnis: Die besten Runden kamen in den ersten eineinhalb Stunden, als es zeitweise zumindest aufhörte zu regnen und die Strecke überwiegend nur feucht war. Bei einstelligen Temperaturen war an eine echte trockene Linie allerdings nicht zu denken. Entsprechend waren die Rundenzeiten weit weg von dem, was zu Mittag in Qualifying 1 gefahren worden war.
Kelvin van der Linde fuhr im Titelverteidiger-BMW von ROWE #1 (mit Farfus/Marciello/Pepper) die beste Regenrunde mit 9:19,884, über eine Minute langsamer als die beste Zeit im Trockenen in Qualifying 1. Hinter van der Linde folgte eine Reihe an Porsches, angeführt von Lionspeed #24 (Heinrich/Vanthoor/Feller), Manthey #911 (Güven/Preining/Estre) und Falken #44 (Bachler/Heinemann/Müller/Schuring). Verstappen-Teamkollege Daniel Juncadella pilotierte Mercedes #3 mit 15 Sekunden Rückstand auf P5. Das ganze Ergebnis gibt es hier:
Zwischenfälle: Der immer wieder an verschiedenen Streckenstellen einsetzende Regen und die einstelligen Temperaturen machten die Bedingungen den ganzen Abend über haarig. Zahlreiche Fahrer lieferten in der ersten Stunde Dreher. Darunter auch der im Trockenen am Vormittag schnellste Mercedes #80. Luca Stolz rotierte einmal in Hocheichen, schlug allerdings nirgends an.
Nicht ganz so glücklich war der Dunlop-Porsche #17 (Andlauer/Boccolacci/Menzel/Picariello), der mit Dorian Boccolacci am Steuer der Leitplanke im Galgenkopf ordentlich eine mitgab, glücklicherweise aber mit leicht beschädigtem Splitter und kaputter Felge davonkam. Ein weiterer Dreher ging im Karussell auf das Konto des Dacia Logan (Kriese/Geilfus/Neumann/Becker). Beim Wenden fuhr Christian Geilfus mehrere Meter entgegen der Fahrtrichtung. Das zog später eine Grid-Strafe von fünf Plätzen nach sich.
Große Unterbrechungen gab es allerdings kaum. Der VW Golf #321 von sharky-racing sorgte knappe zweieinhalb Stunden vor Schluss für eine etwas über zehn Minuten lange Code-60-Phase in der Fuchsröhre. Auch als es eineinhalb Stunden vor Schluss so richtig zu schütten begann, blieb es recht ereignisarm. Zum Großteil aber auch, weil bei diesem Wetter kaum jemand noch rausfahren wollte. Eine Stunde vor Schluss verunfallte der Adrenalin Motorsport BMW M240i #651 mit Kevin Wambach am Steuer (zusammen mit Silva/Huang/Shao) am Flugplatz und löste einen halbstündigen Code-60 aus.
Der im ersten Qualifying verunfallte Lionspeed-Porsche #24 kehrte gleich zu Beginn von Qualifying 2 wieder auf die Strecke zurück. Der ebenfalls in Qualifying 1 mit Defekt ausgerollte Ford Mustang #67 (Olsen/Mies/Vervisch/Stippler) tauchte erst knapp eine Stunde vor Qualifying-2-Ende nach einer langen Reparaturpause wieder aus der Box auf und fuhr nur eine Handvoll Installationsrunden auf der GP-Strecke.



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