Der McLaren 720 S GT3 von Dörr Motorsport zählt zu den absoluten Hinguckern im Starterfeld bei den 24h Nürburgring 2026: Der im Design von Michael Schumachers Weltmeisterauto von 1995 gestaltete Sportwagen löst Gänsehaut nicht nur bei den 'Schumi'-Fans entlang der Nordschleife aus.
Aber: Das Benetton-Design hätte ursprünglich einen Mercedes-AMG GT3 anstelle des McLaren schmücken sollen, wie Motorsport-Magazin.com aus unterschiedlichen Quellen erfahren hat. "Wir hatten eigentlich geplant, es mit einem deutschen Hersteller zu machen", sagte Timo Glock am Donnerstag während der Pressekonferenz am Ring, nannte aber keine konkrete Marke.
McLaren statt Mercedes: Timo Glock dankt Dörr
Der frühere Formel-1 und heutige DTM-Pilot teilt sich den #69 Dörr-McLaren mit Kumpel Timo Scheider, DTM-Pilot Ben Dörr und McLaren-Werksfahrer Marvin Kirchhöfer. Weil der Mercedes-Einsatz nicht zustande kam und die Zeit drängte, wandte sich Glock an sein Dörr-Team, für das er auch in der DTM an den Start geht.
"Rainer Dörr (Teambesitzer; d. Red.) hat alles gemacht, um das Projekt zu ermöglichen", so Glock. "Deshalb geht ein großer Dank an ihn. Eigentlich war gar nicht geplant, dass wir das Rennen mit diesem Auto fahren. Dann hat es aber quasi in einer Nacht-und-Nebel-Aktion geklappt. Gegen die Top-Jungs haben wir keine Chance, aber wir wollen die Story erzählen, dass der Motorsport in Deutschland lebt."
Schumacher-Mercedes: Es gab schon Designbilder
Die Pläne mit dem 'Schumacher'-Mercedes waren bereits weit vorangeschritten. Eine Person, die namentlich nicht genannt werden wollte, zeigte uns sogar das Bild eines fertigen Designs vom Mercedes-AMG GT3 im blau-gelben Farbkleid mit dem Bitburger-Schriftzug. Die Biermarke aus der gleichnamigen Eifelstadt arbeitet bei diesem Projekt Hand in Hand mit dem Apfelwein-Hersteller Bembel with Care, einem langjährigen Partner von Glock.
Den Mercedes hätte tatsächlich der ambitionierte Amateur-Rennfahrer Kenny Habul einsetzen sollen. Der 52-jährige Australier ist mit seinem Team 75 Express seit Jahren eine bekannte Größe bei Mercedes-AMG. Der Unternehmer und Rennfahrer in Personalunion startet mit den Affalterbacher Rennwagen unter anderem in der IMSA-Serie sowie der Intercontinental GT Challenge - letztere beinhaltet auch die 24h Nürburgring in ihrem Rennkalender.
Am Ende scheiterte Habuls Schumi-Mercedes-Projekt an einem altbekannten Problem auf der Nürburgring-Nordschleife: der Permit, ohne die eine Teilnahme nicht erlaubt ist.

Schumacher-Mercedes scheitert an Nürburgring-Permit
"Kenny wollte seine Permit ursprünglich bei NLS1 machen, aber das Rennen wurde abgesagt", erklärte AMG-Kundensportchef Stefan Wendl bei Motorsport-Magazin.com. "Zu NLS2 konnte er aus beruflichen Gründen nicht kommen. Danach wollte er es bei NLS3 nachholen, aber auch dort ließ es sich beruflich nicht vereinbaren. Dadurch fehlte ihm am Ende die Permit und das Projekt musste abgesagt werden."
Nach unseren Informationen kam Habul in seiner Rolle als CEO des Solarenergieanbieters SunEnergy1 eine unerwartete Herausforderung bei einem seiner Großprojekte dazwischen, auf die er den vollen Fokus richten musste. Da blieb keine Zeit mehr für das Nürburgring-Projekt, das der Motorsport-begeisterte Habul sicherlich nur zu gerne umgesetzt hätte.
"Wir waren fahrerseitig eigentlich sehr gut aufgestellt", sagte Wendl und bestätigte damit, wie weit das Projekt bereits fortgeschritten war. "Die Fahrer haben zum Glück inzwischen andere Cockpits gefunden." Schade dennoch aus Sicht von Mercedes-AMG, die neben dem Verstappen-Mercedes mit einem 'Michael-Schumacher-AMG' noch ein weiteres Fahrzeug mit Wow-Faktor an den Start gebracht hätten.
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