McLaren setzte am Freitag der Formel 1 in Japan ein kleines Ausrufezeichen. Nach dem Debakel von China zeigte Oscar Piastri im 2. Training in Suzuka mit der Bestzeit auf. Die Favoriten von Mercedes haben die Weltmeister für den Moment von der Spitze verdrängt, die direkte Konkurrenz von Ferrari sogar abgehängt. Das Team sieht das Kräfteverhältnis dennoch unverändert. Lando Norris hatte ohnehin keinen Grund zur Euphorie. Der amtierende Champion kämpfte mit der Technik und zeigte sich nach diesem Trainingstag reichlich bedient.
"Oscar hat Pace, aber ich nicht. Es war für mich ein ziemlich mieser Tag", konstatiert Lando Norris. Im FP1 hatte er hinter dem Mercedes-Duo George Russell und Kimi Antonelli die dritte Position belegt. Am Nachmittag konnte er nur mit Verspätung ins zweite Training starten. Ein Hydraulik-Problem hatte dafür gesorgt, dass der McLaren mit der Startnummer 1 erst nach 25 Minuten in die einstündige Session eingreifen konnte. Mit einer halben Sekunde Rückstand auf die Bestzeit von Oscar Piastri landete er auf Platz fünf.
Während Oscar Piastri heute 51 Runden auf dem 5,807 Kilometer langen Suzuka International Racing Course abspulte, kam Norris wegen der technischen Schwierigkeiten nur auf 36 - für Norris viel zu wenig, zumal seine 20 Runden aus dem ersten Training ohnehin nicht der Vorbereitung auf das Rennwochenende dienten. "Wir sind am Morgen nur Aero-Runs gefahren und diese paar Runden sind für mich sowieso nicht repräsentativ", so der 26-Jährige.
Im ersten Training fokussierte sich McLaren mit Blick auf die Formel-1-Pause im April bewusst auf Aerodynamik-Tests mit dem MCL40, da in Miami und Montreal als nächstes jeweils Sprint-Wochenenden mit nur einem Training anstehen, gefolgt von Monaco. Das Team wollte daher den maximalen Nutzen aus den vorerst letzten Sessions auf einer koventionellen Rennstrecke ziehen, denn erst Mitte Juni fährt die Formel 1 in Barcelona wieder auf einem klassischen Grand-Prix-Kurs.
Lando Norris wird ungeduldig: Zu wenig Streckenzeit mit neuem Formel-1-Auto
In Shanghai konnten aufgrund von Batterie-Problemen weder Norris noch Piastri den Grand Prix bestreiten, wodurch dem Team nicht nur die Chance auf wertvolle WM-Punkte, sondern auch auf wichtige Streckenzeit mit dem neuen Auto entging. Bereits beim Auftakt in Australien hatte Norris im FP1 wegen technischer Probleme kaum fahren können. "Das ist nicht, was du im Moment gebrauchen kannst. Aktuell lernst du noch mit jeder Runde, die du fährst, und mir fehlen schon so viele Runden", klagt er.
An diesem Freitag in Suzuka die Erkenntnisse des Teamkollegen zu haben, hilft ihm dementsprechend wenig. "Natürlich kann ich mir Daten anschauen, aber ich will einfach Runden fahren. Mir ist egal, welche Daten ich mir anschauen kann!", schimpft Norris. "Du brauchst einfach Runden, um Selbstvertrauen und Wissen aufzubauen. Am Ende bin ich ein paar gefahren, aber ich bin beim Setup im Moment zwei, drei Schritte hinten dran. Ich habe keine Longruns, das war ein wirklich schrecklicher Start ins Wochenende."
McLaren sieht trotz Bestzeit unverändertes Kräfteverhältnis
Die Bestzeit von Oscar Piastri war seine zweite in diesem Jahr. Bereits in Melbourne hatte der Australier am Freitag das Klassement angeführt. In Suzuka betrug sein Vorsprung auf Kimi Antonelli im zweiten Training nur eine knappe Zehntelsekunde. George Russell lag zwei Zehntel zurück. Allerdings hat McLaren gegenüber dem Rennwochenende in China vor zwei Wochen keinerlei Weiterentwicklungen ans Auto gebracht. Dementsprechend bekräftigte das Team am Freitagnachmittag, dass jegliche Fortschritte einzig den gewonnenen Erfahrungswerten mit der Power Unit von Mercedes zuzuschreiben seien - und Mercedes dementsprechend weiterhin in einer anderen Liga unterwegs sei.


diese Formel 1 Nachricht